Deutschland
Wolfgang Groß begrüßt Präsident Ernest Bai Koroma

Hoher Besuch an Bord der Africa Mercy

27.07.2011-
Wolfgang Groß mit Sierra Leones Gesundheitsministerin Zainab Bangura

Wolfgang Groß begrüßt Präsident Ernest Bai Koroma


Wolfgang Groß mit Sierra Leones Gesundheitsministerin Zainab Bangura

Dem Vorstand der weltweiten Organisation von Mercy Ships gehören 34 Persönlichkeiten aus elf Nationen an. 15 von ihnen trafen sich Ende Mai auf der Africa Mercy im Hafen von Freetown, Sierra Leone zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Vor allem aber wollten sie den direkten Kontakt  zu den Besatzungsmitgliedern  pflegen, im Speisesaal mit ihnen gemeinsam essen, Gespräche mit einzelnen ehrenamtlichen Mitarbeitern führen, Patienten auf der Krankenstation besuchen oder im Operationssaal dabei sein.  Solche persönlichen Erfahrungen sind für alle Verantwortlichen immens wichtig, vor allem, wenn es darum geht, Unterstützer und neue Mitarbeiter für die oftmals herausfordernde Arbeit zu gewinnen.

Einer der Teilnehmer war Wolfgang Groß, der Vorstandsvorsitzende von Mercy Ships Deutschland e.V. Hier ist sein Bericht:

Der Besuch auf dem Schiff hat bei mir bewirkt, dass ich mich noch enger mit der „Mercy Ships-Familie“ verbunden fühle. Besonders beeindruckt hat mich der sogenannte „Ward Service“, ein Sonntagsgottesdienst, der auf der Krankenstation gemeinsam mit den Patienten gefeiert wird. Einerseits die lebensfrohe und lebendige, afrikanische Art, Gott zu loben und zu preisen; mit Trommeln, Tanz und lautem Gesang; andererseits hat mich das Zeugnis einer Patientin tief bewegt und zu Tränen gerührt: Die junge Frau war während des Bürgerkriegs in Sierra Leone bei einem Überfall auf ihr Dorf mit ihrer Familie vor den anrückenden Rebellen geflohen und wurde von diesen verfolgt. Die Rebellen forderten den Vater des Mädchens mehrmals auf, ihnen sein Geld zu geben, wobei er immer wieder beteuerte, dass er nichts bei sich habe. Daraufhin zogen sie dem Vater die Kleider aus und fanden doch Geld bei ihm. Als „Strafe“ wurde die Tochter vor seinen Augen vergewaltigt. Bei vollem Bewusstsein wurden sie dann noch grausam verstümmelt. Ich dachte mir nur: „Wie können Menschen so bestialisch sein?“

Was mich aber dann völlig überraschte, war die anschliessende Aussage der jungen Frau, dass sie mittlerweile Jesus als ihren persönlichen Heiland und Erlöser kennengelernt habe und ihren Peinigern tatsächlich hat vergeben können!

Dieses Mädchen erhielt von Mercy Ships menschliche Zuwendung und Trost, sowie zwei Fußprothesen, so dass sie wieder ohne fremde Hilfe gehen kann.

 

Ich bin dankbar, zu Mercy Ships gehören zu dürfen, einer Organisation, die zahllosen Menschen Hilfe und neue Hoffnung bringt und die Möglichkeit, denjenigen kennenzulernen, der uns ewiges Leben zugesagt hat durch Sein eigenes Leiden und Seinen Tod am Kreuz – Jesus Christus!

….und sogar der sierraleonische Präsident schaute herein

Ernest Bai Koroma, Präsident der Republik Sierra Leone, besuchte am 27. Mai mit dem Vizepräsidenten und dem Gesundheitsminister des Landes die Africa Mercy. Donovan Palmer, der Direktor des Schiffes empfing sie auf dem Dock und geleitete sie an Bord. Dort wurden sie auch vom Mercy-Ships-Gründer Don Stephens und weiteren Mitgliedern des Mercy Ships-Vorstands begrüßt, die zur gleichen Zeit auf dem Schiff weilten.

Nach einem für die Gäste sehr aufschlussreichen Rundgang und einer Präsentation Dr. Gary Parkers mit bewegenden Vorher-Nachher-Fotos richtete  Präsident Koroma eine ausführliche Dankadresse an die Mitarbeiter der Africa Mercy. Dabei wurde er sehr konkret: „Mercy Ships hat Sierra Leone bereits zum fünften Mal besucht. Sie haben mit Ihrer harten Arbeit  das Lachen auf unsere Gesichter  zurückgebracht. Menschen in unserem Land, die nur noch kriechen konnten, können wieder gehen.  Gott segne Sie!“

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