"Das war das Beste, was ich jemals gemacht habe".
Im Oktober besuchten erstmals 16 Großspender aus Deutschland und Österreich die MS Africa Mercy und konnten live vor Ort erleben, was ihre Spende für die Menschen in Benin bedeutet.
„Das war das Beste, was ich jemals gemacht habe“, schwärmt der Augsburger Kaufmann für Medizinprodukte und –technik, Hans-Peter Ziegler. „Ich war so beeindruckt von allen Seiten“, holt Ziegler aus. „Der Mut und die Geduld von den Patienten, die oft jahrelang auf ihre Behandlung warten mußten, sind auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ihre Dankbarkeit und Fröhlichkeit. Das wird mir unvergesslich bleiben.“
Die Begnungen mit den Patienten haben Hans-Peter Ziegler tief beeindruckt
Ähnliche Eindrücke vom Vision Trip gibt spontan auch Torsten Steffen vom Bremener Institut für Augenprothetik wieder. „Die Leute dort sitzen so ruhig und ausdauernd in ewig langen Warteschlangen. Auch während der Behandlung halten sie ganz tapfer still“, versichert der Okularist (Augenprothetiker). „Und egal ob sie zur Untersuchung kommen oder im Hospitality Center untergebracht sind: alle haben extra ihre Sonntagskleidung angezogen“, fügt er gerührt mit an. „Das zeigt, wieviel ihnen diese Behandlung auf dem Schiff bedeutet.“
Sie setzen
sich im täglichen Leben regelmäßig für die Belange von Mercy Ships ein.
Akquirieren in ihren Unternehmen und ihrem Wirkungskreis großzügige
Firmen-Spenden. Damit sichern sie ein großes Stück der finanziellen Grundlage, um
den Betrieb auf dem größten privaten Krankenhausschiff der Welt zu
gewährleisten. Damit sich diese engagierten Spender und Freunde ein Bild davon
machen können, wie ihre Sach- und Geldspenden eingesetzt werden, hat Mercy
Ships den Vision Trip ins Leben gerufen.

Besucht wurden auch Projekte an Land. Hier z.B. das landwirtschaftliche Schulungsprojekt.
Im Oktober fand die Reise zum ersten Mal für einen Kreis von deutschen und österreichischen Großspendern statt. 17 Gäste aus der gesamten Bundesrepublik und dem angrenzenden Österreich trafen sich am 18. Oktober in Cotonou, Benin. Die meisten von ihnen lernten sich bereits in Paris kennen, wo sie zusammen mit dem Geschäftsführer von Mercy Ships Deutschland, Helmut Heinzel, das Flugzeug nach Cotonou bestiegen.
Gut gelaunt und hoch motiviert ging die Reisegruppe am Abend des Anreisetags an Bord. Neugierig auf, das, was sie die kommenden fünf Tage an Eindrücken erwarten würde. Schon die ersten Impressionen des Landes mit seinen heißen Temperaturen, der feuchten Hitze und der kargen Landschaft sorgten für ein Staunen. Land und Leute trugen ein weiteres bei: farbenfrohe Kleidung, lebhafte Gesten und eine überwältigende Gastfreundschaft.
Untergebracht war die Reisegruppe in den Gästekabinen. Einen ersten Eindruck über das Leben an Bord der Africa Mercy brachte das Frühstück im Speisesaal. „Ein Frühstück gemeinsam mit über 400 Mitarbeitern aus 30 Nationen“, fügt Reisebegleiterin und MS Deutschland-Mitarbeiterin Doris Rypke mit einem Schmunzeln an. „Um 6.30 Uhr sind allerdings noch alle müde, da ist es ruhiger wie mittags“, weiß Rypke, die selbst schon an Bord gearbeitet hat.

Kapitän Tim erklärt der Gruppe die Brücke, seine Aufgaben und Motivation
Als eine Art Ehrengäste öffneten sich für die Besucher auch Türen, die anderen Besuchern eher verschlossen bleiben. Ein ausführlicher Rundgang an Bord führte die interessierte Gruppe etwa auf das Allerheiligste von Kapitän Tim Tretheway: die Brücke. Beim Rundgang durch das Krankenhaus konnten die Gäste einzelnen Operationen beiwohnen. Dr. Carolin Kröner ist selbst Ärztin und verfolgte zusammen mit Doris Rypke die einstündige Operation an einer Lippenspalte bei einem 15-jährigen Patienten. „Vorher kannte ich nur die Vorher- und Nachher-Fotos. Aber diese beeindruckenden Fortschritte durch die Operation live mitzuverfolgen war so spannend, dass wir bis zum Ende blieben, auch unter der Gefahr das Mittagessen zu verpassen“, schildert Rypke mit leuchtenden Augen. „Das Aussehen des Patienten hat sich dadurch komplett verändert. Jetzt hat der Junge eine Zukunft“.
Letzte Instruktionen bevor es in den OP geht
Wieviel Segen die gespendeten Produkte seiner Firma in Benin mit sich bringen, davon überzeugte sich Torsten Steffen. Das Unternehmen, für das der Okularist tätig ist, stellt Glasaugen her. Unter anderem in der Augenklinik in Porto Novo gehören diese Sachspenden zu einem wichtigen Bestandteil. „Interessant war für mich auch, zu sehen, wie die Ärzte vor Ort arbeiten und wo sich ihre Arbeit noch optimieren und erleichtern läßt.“ So sorgte der engagierte Augenprothetiker umgehend nach seiner Rückkehr nach Deutschland dafür, dass das Behandlungsteam in Benin Sauger für die Augenprothesen von seiner Firma als Spende zur Verfügung gestellt bekommt. Auch Hans-Peter Ziegler sah bei seinem Besuch auf der Africa Mercy sofort, wo noch dringender Bedarf besteht. Er verschaffte sich einen Überblick darüber, welche medizinischen Instrumente benötigt werden. In dem internationalen Unternehmen, in dem er tätig ist, will er sich nun für dementsprechende Sachspenden einsetzen.
Die
Mischung aus erlebten Schiffs- und Krankenhaus-Alltag und ergreifenden
Hintergrundgeschichten brachte alle Teilnehmer rundum zu der Überzeugung, dass
sich ihr Einsatz für Mercy Ships gelohnt hat, „und dass wir auch weiterhin am
Ball bleiben und uns engagieren, noch mehr möglich zu machen.

Und gelernt haben die Teilnehmer auch noch etwas von den Patienten.

