Screening in Ghana
Große Tumore ragen aus den Gesichtern kleiner Kinder, daneben Menschen mit Hasenscharten, Gaumenspalten, Grauem Star oder schweren Verbrennungen.
Die Schlange kranker Menschen, die auf kostenlose Hilfe wartet, säumt
die Straße mehrere Häuserblocks weit. Über 2000 warteten laut der
christlichen Hilfsorganisation Mercy Ships seit frühem Morgen auf die
medizinische Untersuchung.
„Wir treffen auf viele Menschen, die völlig verzweifelt sind, die
zurückgezogen leben und sich nicht unter Menschen trauen, weil sie
abgelehnt werden“, sagt Chris Guillebeau, Einsatzleiter von „Mercy
Ships“. Die so genannten Krankenhausschiffe stechen samt
internationaler Crew und medizinischer Hilfe von höchster Qualität in
See, um langfristige und nachhaltige Entwicklungshilfe in die ärmsten
Gegenden dieser Welt zu bringen.
Das Hospitalschiff von Mercy Ships, MS ANASTASIS, hat am 2. Juni dieses
Jahres zum dritten Mal seit 1990 im Hafen Ghanas (Tema) festgemacht.
Noch bis Februar 2007 wird das Schiff unweit der Hauptstadt Accra
liegen, um so viele Menschen wie möglich medizinisch zu versorgen. Die
Operationstermine werden schnell vergeben - innerhalb von zwei
Untersuchungstagen.

Doch es geht nicht nur um Heilung, sondern auch um Hoffnung. „Wer
entstellt ist, ist ein sozialer Außenseiter“, weiß Jean Campbell,
Leiterin der medizinischen Abteilung an Bord. „Ein Mann, der hier zur
Untersuchung anstand, hat einen Teil seines Gesichtes verloren. Als er
erfahren hat, dass wir hier Operationen zur Wiederherstellung
durchführen, standen ihm Tränen in den Augen. Man kann sich nicht
vorstellen, was das für ihn aber auch für uns bedeutet.“

Und so ein Untersuchungstag bedeutet eine
große Herausforderung für die ganze Mannschaft. Zugleich aber auch
unbezahlbare Erfahrungen. Über die Hälfte der Schiffsbesatzung hilft
neben ihren eigentlichen Aufgaben freiwillig bei der Versorgung. Von
der Betreuung der wartenden Menschen über Beratung bis hin zu Gebeten
mit Patienten, denen medizinisch nicht mehr geholfen werden kann.
„Für mich ist das eine wunderbare Möglichkeit,
Gottes Liebe auf ganz praktische Weise weiterzugeben“, so Jean
Campbell.
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