Naomi und Baby George
Müde und verzweifelt kam Naomi zur Anastasis. Als sie das Schiff drei Monate später verließ, schien sie völlig verändert, obwohl gar nicht sie operiert worden war!
Kurz nach Silvester hatte Naomi ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Sie
hatte es nach ihrem Vater benannt, George. Leider war “Baby George” mit
einer Lippen- und Gaumenspalte geboren – ein weit verbreiteter, aber
hässlicher Geburtsfehler. “Ich hatte Angst und schämte mich”,
sagt Naomi. Abergläubische Nachbarn nannten ihr eine ganze Reihe von
Gründen für Georges Missbildung: weil Naomi nachts gebadet hatte oder
weil sie vielleicht eine Hexe war.

Aber Naomi suchte eine bessere Antwort, und als ihr Sohn fünf Tage
alt war, brachte sie ihn zur Anastasis. Die Ärzte gaben ihr einen
Termin für eine kostenlose Operation an Bord und sagten ihr, sie sollte
erst einmal wieder nach Hause gehen und darauf achten, dass ihr Baby
zunahm, damit es für den ersten Eingriff genug wog.
Bald war es soweit, und Baby Georges Lippe wurde operiert. Die beiden
blieben noch vier Tage auf der Krankenstation an Bord. Dann ging es
wieder nach Hause. In einem Jahr, wenn wieder ein Mercy Ship in Liberia
anlegt, will Naomi wiederkommen. Dann soll auch Georges Gaumenspalte
korrigiert werden.

“Ich bin sehr glücklich.” Strahlend und voller Hoffnung hielt Naomi ihren schlafenden Sohn in den Armen. An seinem kleinen Handgelenk trug er ein Armband, auf dem stand: “JESUS LIEBT MICH.”

