Über 2.500 Menschen kamen zu Hauptuntersuchungstagen

Die Anzahl der hilfesuchenden Personen des ersten Untersuchungstages am 19.02. war so groß, dass die Vergabe der lang ersehnten Operationstermine am nächsten Tag fortgesetzt werden musste. Um einen kurzen Film über das "screening" bei YouTube zu sehen, klicken Sie bitte auf das letzte Photo.

Über 2.500 Menschen kamen zu Hauptuntersuchungstagen

Warteschlange in Richtung des Hall des Artes Stadions

Mehr als 200 Menschen warteten bereits, als morgens um 3:30 das Sicherheitspersonal von Mercy Ships im Stadion von Cotonou ankam. Im Laufe des Tages wuchs die Zahl auf ca. 2.000 bzw. 4.000 (inklusive der Angehörigen) Personen an. Am nächsten Tag waren es dann nochmals 564 Patienten. Die ehrenamtlichen Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger konnten an beiden Tagen insgesamt bereits 423 OP-Termine vergeben. Weitere 90 Termine wurden an den vorab durchgeführten Untersuchungen im Norden Benins sowie bei Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Soziales vergeben. Zu diesen Untersuchungen waren insgesamt 223 Hilfesuchende gekommen. Unter den Wartenden waren auch viele Menschen mit Augenerkrankungen. Von Ihnen konnten 600 zwecks weitergehender Untersuchungen an eine unserer in vier Orten eingerichteten ambulanten Augenkliniken überwiesen werden. Bei positivem Untersuchungsergebnis erhalten sie dort, wie alle anderen mit Augenerkrankungen, ihren Termin für ihre Operation an Bord des Schiffes. Untersuchungen für alle anderen Operationen finden jeden Freitag am Schiff statt. Hilfesuchende werden von unseren Mitarbeitern und Partnern darüber informiert

Warteschlange direkt vor dem Stadion
 Warteschlange direkt vor dem Stadion

Für 282 weitere Patienten heißt es erstmal noch weiter warten und hoffen. Ob ihnen mit einer Operation geholfen werden kann, kann leider erst durch eine weitere Untersuchung entschieden werden. Diese finden in den nächsten Wochen statt. Insgesamt planen wir 7.000 kostenlose chirurgische Eingriffe innerhalb der nächsten 10 Monate zu erbringen. 

So viele Patienten an einem Tag zu sehen ist selbst für Dr. Gary Parker, seit mehr als 20 Jahren Oberarzt und Mund-Kiefer-Gesichts Chirurg an Bord der Mercy Ships und Mitwirkender an beinahe 50 solcher Untersuchungstagen, eine Herausforderung.

„Wir sehen hunderte Menschen“, sagt Dr. Parker. „Jeder davon ist ein menschliches Wesen. Alle haben ihre Geschichte und Hoffnungen und Träume. Wir müssen ihnen mit Respekt gegenübertreten und ihre Menschenwürde achten. Für uns aus den entwickelten Ländern, ist es schwer vorstellbar, was es bedeutet, wenn die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hat. Entweder gibt es gar keinen Arzt oder eine Behandlung ist für die Menschen unbezahlbar. Das ganze ist erst wirklich begreifbar, wenn man an solch einem Untersuchungstag dabei ist. Man sieht tausende in der heißen Sonne stehen. Entweder sind sie selber krank, oder sie sind wegen ihrem Kind da. Dann wird einem klar, dass es sich um eine echte Not handelt. Warum sonst würden die Menschen sich das antun? Warum würden sie kommen und diesen langen beschwerlichen Ablauf auf sich nehmen, wenn sie andere Alternativen hätten? Das traurige ist, dass es keine Alternativen gibt. Wir müssen jedem einzelnen Patienten so antworten (sei es ja oder nein), dass dieser sich wertgeschätzt fühlt. Darin liegt die Herausforderung. Es ist ein leichtes, große Menschenmengen zu handhaben. Dies auf eine Art und Weise zu tun, die den anderen spüren lässt, dass man sich um ihn sorgt, sich wünscht wirklich jedem helfen zu können und versuchen wird so vielen wie irgend möglich zu helfen, ist eine Herausforderung. Die Belohnung der Untersuchungstage liegt darin, dass obwohl wir einigen leider nicht helfen konnten, wir hunderten, die keine Alternative haben, helfen. Was mich angeht, so muss man ein Leben nach dem anderen betrachten.“

Das Stadion von innen mit mehreren Stationen

Das Stadion von innen mit mehreren Stationen

Aber Mercy Ships tat mehr, als sich der medizinischen Nöte der Menschen anzunehmen. Ehrenamtliche Mitarbeiter aus allen Bereichen des Schiffes zeigten gelebte Nächstenliebe. Sie versorgten die Wartenden mit Wasser und Brot, spielten mit den Kindern, begleiteten Patienten liebevoll von Station zu Station und boten denen seelsorgerliche Gespräche und Gebet an, denen die Mediziner leider nicht helfen können. 

Seit seiner Geburt hängt dem 17 Jahre alten Gyslain ein großer Tumor vom Kiefer herunter. Die oben genannten Zahlen sind für ihn nicht so wichtig, wie die Veränderung, die dieser Tag für sein Leben bedeutet.   

„ Ich bin sehr glücklich, dass Mercy Ships meinen Tumor entfernen wird“, sagte Gyslain mit einem Lächeln. „In meinem Dorf werde ich ausgelacht und beschimpft. Ich werde sehr dankbar sein, wenn sie mir helfen können und ich ganz normal mit anderen zusammen leben kann. Und es wäre auch sehr gut, wenn Mercy Ships anderen helfen kann“.
Gyslain beim screening

 Bitte klicken Sie auf das Photo von Gyslain, um einen Film über das "screening" auf YouTube zu sehen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      



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