boot.de Interview mit Mercy Ships zum "Welttag der humanitären Hilfe"

Interview zum "Welttag der humanitären Hilfe"

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung)

Auf dem Hospitalschiff von Mercy Ships helfen Chirurgen und Mitarbeiter aus nahezu 40 Nationen ehrenamtlich Menschen aus den ärmsten Ländern der Erde. Die christlich motivierte Hilfsorganisation leistet medizinische Hilfe und auch langfristige Entwicklungsarbeit in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern.

Seit wann bringt ihr medizinische Hilfe und langfristige Entwicklungszusammenarbeit in die ärmsten Länder der Erde?

Mercy Ships wurde vor 38 Jahren von Don Stephens gegründet. Sein Traum von einem Krankenhausschiff für die Ärmsten der Welt entstand während seiner Zeit in der Schweiz. Zunächst wurde ein Team beauftragt, ein geeignetes Schiff zu finden. 1978 wurde sein Traum mit dem Kauf der MS Anastasis Wirklichkeit, dem ersten Schiff der Mercy Ships Flotte. 2007 folgte ein weiterer Meilenstein mit dem Stapellauf der MS Africa Mercy, dem derzeit größten Hospitalschiff, in der langjährigen Geschichte von Mercy Ships.

Wie genau schaut eure Hilfsarbeit aus?

In unserer Arbeit vor Ort verfolgen wir einen dualen Programmansatz: Zum einen möchten wir Menschen Hilfe bringen, die durch entstellende und behindernde Krankheiten, vielfach verstärkt durch extreme Armut, zu Ausgestoßenen ihrer Gesellschaft geworden sind. Unsere mehr als 400 internationalen ehrenamtlichen Mitarbeiter tragen dazu bei, dass während eines Einsatzes viele tausend Menschen an Bord kostenlos behandelt werden.

Zum anderen bietet Mercy Ships in Zusammenarbeit mit den Gastgeberländern Fort- und Weiterbildungen für medizinisches Fachpersonal an (Chirurgen, Krankenschwestern, Anästhesisten und Gesundheitspfleger), um vor Ort Lücken im Gesundheitssystem zu schließen. Als eine internationale Hilfsorganisation verfolgen wir das Ziel, weltweit den Zugang zu medizinischer Versorgung zu verbessern während wir Menschen Hoffnung und Heilung bringen.

Auf welche Hindernisse stoßt ihr während der täglichen Hilfsarbeit?

Einige unser Patienten haben noch nie das Meer oder ein Schiff gesehen. Das löst bei ihnen Unsicherheit und Angst aus. Dazu kommt oft ein starker Aberglaube, der nicht nur den Besuch des Schiffes zu einer großen Herausforderung macht, sondern potentielle Patienten aus ihren Dorfgemeinschaften isoliert. So erreicht sie manchmal die Neuigkeit, dass Mercy Ships sie kostenlos behandelt, nicht. Vielen Patienten können wir helfen. Aber es kommt auch vor, dass Patienten chirurgische und medizinische Hilfe bei Mercy Ships suchen, denen aufgrund von inoperablen oder unheilbaren Krankheiten leider nicht mehr geholfen werden kann. Hier bieten wir palliative und seelsorgerliche Begleitung an.

Wie groß ist euer Flaggschiff, die Africa Mercy?

Die Africa Mercy ist 152m lang mit einer Breite von 23,7m. Die Tonnage beträgt 16.572 BRT. Das Krankenhaus belegt den größten Teil des ehemaligen Fährdecks - rund 1.200 Quadratmeter mit insgesamt 82 Betten. Die Kapazität ist ausgelegt auf bis zu 7.000 Operationen jährlich. Die Bettenkapazität liegt bei 474. Derzeit befindet sich ein neues Hospitalschiff im Bau, dass die Maße und Kapazitäten der Africa Mercy übersteigen wird.

Wie vielen Bedürftigen habt ihr rückblickend bereits geholfen?

Seit der Gründung hat Mercy Ships in Entwicklungsländern vielen Tausenden Menschen helfen können. Einige Beispiele dazu: Mehr als 78.000 lebensverändernde Operationen, wie z.B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Korrekturen, Kataraktoperationen, orthopädische Eingriffe, plastische Gesichtschirurgie und gynäkologische Fisteloperationen. Behandlung von über 183.000 Zahnpatienten, an denen mehr als 353.000 zahnärztliche Eingriffe vorgenommen wurden. Durchführung von mehr als 1.100 Entwicklungsprojekten in den Bereichen Wasser und Hygiene, Bildung, Entwicklung der medizinischen Infrastruktur und Landwirtschaft. Diese Dienstleistungen haben einen Gesamtwert von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar.

Wie können wir in Deutschland helfen?

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten von Deutschland aus zu helfen. Da sich unsere Arbeit hauptsächlich aus Spenden finanziert, ist die finanzielle Förderung eines unserer Hauptanliegen. Zudem ist es möglich über einfache Wege Mercy Ships in Deutschland bekannter zu machen: Legen Sie Flyer aus, setzen Sie einen Link zu unserer Webseite oder führen Sie beispielsweise ein „Spenden statt Schenken“ zu Ihrem Geburtstag durch. Jede „kleine“ Aktion macht einen Unterschied! Zu guter Letzt, gibt es natürlich auch die Möglichkeit vor Ort auf dem Hospitalschiff mitzuarbeiten.

bringt Hoffnung und Heilung...
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