Haben wir wirklich etwas bewirkt?

Wir haben immer gehofft, mit unserer Zeit und Hingabe, mit unseren Mühen und Tränen im Leben von Menschen und Gemeinschaften etwas bewirken zu können. Aber ohne „die Frage“ nach den langfristigen Auswirkungen wirklich zu stellen, konnten wir nie mit Gewissheit sagen, ob unsere Hoffnungen sich erfüllt hatten. Also beschlossen wir, nachzufragen, ob wir mit unseren medizinischen Fort- und Weiterbildungskursen

etwas bewirkt haben. Nach den letzten drei Kurstagen von „SAFE Kinderanästhesie“ nahmen wir uns einen Tag Zeit. Wir hatten Teilnehmer des vergangenen Kurses im Dezember eingeladen, um von ihnen zu erfahren, ob die Inhalte des Kurses ihr privates und berufliches Leben verändert hatten. Um ehrlich zu sein, hatte ich keine großen Erwartungen. Doch insgeheim hoffte ich schon, dass all die Mühen der vergangenen zwei Jahre nicht umsonst gewesen waren. So lang hatte es gedauert, bis die Kurse zuerst auf dem Papier fertig waren und dann Realität wurden.

Die Antwort, die wir bekamen, überwältigte uns: ein deutliches Ja! Das Wissen aus diesen Kursen hat bereits nach wenigen Monaten Leben verändert. Eine Anästhesistin erzählte uns, sie habe im Kurs gelernt, wie wichtig ein Alternativplan sei, wenn die Narkose nicht gleich funktioniere. In der Vergangenheit habe jeder jeden am OP-Tisch angeschrien, während gleichzeitig versucht wurde, die medizinischen Gerätschaften für einen anderen Narkoseweg zu finden. Meistens sei es dem Patienten dabei auf dem OP-Tisch zusehends schlechter gegangen. Jetzt lege sie alles im Voraus bereit, bleibe ruhig und könne mit kühlem Kopf die Situation meistern, was sich positiv auf die Patienten auswirke. Und das sprach sich in ihrem Krankenhaus herum, so dass sie nun das erlernte Wissen an andere weitergeben darf.

Zusammen mit Dr. Michelle White, Mercy Ships-Anästhesistin, hatte ich im Mai Gelegenheit, in die Republik Kongo zurückzukehren und „die Frage“ ungefähr hundert ehemaligen Teilnehmern unserer Angebote zu stellen. Darunter waren Regierungsbeamte und Krankenhausdirektoren. Wir haben sie nicht nur gefragt, ob das Training etwas bewirkt hat, sondern erkundigten uns auch danach, was herausfordernd war, was ihnen geholfen hat und was wir das nächste Mal besser machen können. Die Fort- und Weiterbildungen durchlaufen derzeit ihre Anfangsjahre.

Dabei gewinnen wir Erfahrung. Wir werden einige Änderungen an den Plänen vornehmen, um den Trainingserfolg für unseren zweiten Einsatz in Madagaskar messbarer zu machen und angemessene Erwartungen zu setzen. Und wir werden auch weiterhin „die Frage“ nach der Auswirkung stellen.

„Als Leiter muss ich lernen, zuerst zuzuhören, mit dem Team zu kommunizieren und erst dann eine Entscheidung zu treffen.“
Teilnehmer des Kurses für medizinische Führungskräfte

„Dank eures Trainings habe ich den Mut gefunden, Probleme anzusprechen, wenn vor der OP etwas nicht in Ordnung ist.“
Teilnehmer des Kurses WHO OP-Sicherheitscheckliste

Ein Bericht von Krissy Close,
Leiterin des Medical Capacity Buildung Team

Verbleibende Zeit im jetzigen Einsatz
bringt Hoffnung und Heilung...
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