Infoabend in Stuttgart

17.10.2013

Um Mercy Ships ein Stück weit aus der Nähe zu erleben und Erlebnisberichte aus erster Hand zu hören, machten sich am Donnerstag, den 17.10.2013 rund 90 Interessierte auf den Weg zum CVJM in Stuttgart. Die Mehrheit der Besucher kam aus der näheren Umgebung, aber es waren einige Gäste mitunter aus dem weiter entfernten Hamburg und Bochum angereist. Neben vielen Freunden, ehemaligen Mitarbeitern und treuen Unterstützern von Mercy Ships, waren einige neue Gesichter in der Menge zu entdecken.

Eine kleine Gospelgruppe aus einer der afrikanischen Gemeinden in Stuttgart eröffnete den Abend mit stimmungsvollem Gesang und rhythmischen Melodien. Wer noch mehr von ihnen hören wollte, bekam die Gelegenheit, die Gruppe noch einmal nach der Pause zu Beginn des zweiten Teils des Programms zu sehen.

Udo Kronester, Geschäftsführer von Mercy Ships Deutschland, begrüßte die gespannten Besucher. Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person und bisherigen Geschichte mit Mercy Ships, nahm man das Publikum mit dem ersten Beitrag „Hilfe für die Ärmsten der Armen“, dem aktuell veröffentlichten deutschsprachigen Videoclip, hinein in die Welt von Mercy Ships.

Im Anschluss folgte ein Informationsteil, in dem einige allgemeine Aspekte rund um die Arbeit von Mercy Ships angesprochen wurden, unter anderem die Hintergründe zu den Entschluss, sich momentan hauptsächlich auf Westafrika zu konzentrieren, ebenso wie die Frage nach der Motivation hinter dem Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Angesprochen wurde auch die bewusste Einbindung von Mitarbeitern aus afrikanischen Ländern in medizinischen und anderen fachspezifischen Bereichen auf dem Schiff. Laut Kronester sei es das Ziel, dass sie „zum Gesicht von Mercy Ships für ihre Landsleute werden“.

Mit einem anschaulichen Vergleich ging er im Folgenden näher auf die Gründe, die zur Stilllegung der alten Mercy Ships Schiffe führten und auf die Vorzüge des momentan einzigen Schiffes im Einsatz, der „Africa Mercy“, ein. Die anwesenden Gäste konnten sich im Laufe des Abends selbst ein Bild von der Größe und den Bau des Hospitalschiffes durch einen aufgestellten Miniaturnachbau im Eingangsbereich machen. Immer wieder wurden die Informationen mit kurzen, zum Teil humorvollen, Anekdoten aus der Geschichte von Mercy Ships und dem Leben an Bord untermalt.

Annika Schneider, die ein Jahr auf dem Krankenhausschiff als Krankenschwester verbracht hatte, leitete durch ihren persönlichen Erfahrungsbericht in den nächsten Abschnitt des Programmes über. Sie vermittelte Eindrücke von ihrem ersten Screening Day, an dem die Schlange von Patienten nicht mehr aufzuhören schien, von bewegenden Patientenschicksalen und bleibenden Erinnerungen an die enge Gemeinschaft an Bord.

Nach einer kurzen Pause mit der Möglichkeit zu Gesprächen mit ehemaligen Mitarbeitern, folgte der Hauptvortrag von Dr. med. Guido Köhler. Der plastische und ästhetische Chirurg aus Ludwigsburg, schilderte seine persönliche Geschichte mit Mercy Ships. In einem Exkurs über plastische Operationen ging er näher auf seine medizinische Erfahrung aus seinem über 20-jährigen Engagement an Bord der verschiedenen Schiffe ein. Die Besucher warnte er mit „Cave!“, was in der Medizinsprache so viel heißt wie „Achtung!“, vor. Einige der Bilder die er daraufhin zeigte, waren nichts für schwache Nerven. So mancher musste den Kopf bei dem einen oder anderen Anblick abwenden. In vielen Westafrikanischen Ländern sind fortgeschrittene Krankheitsbilder bei Erkrankungen wie Fehlbildungen, Verbrennungen, Narbenbildung, gutartige Tumore, Lepra oder Kriegsverletzungen nicht ungewöhnlich. In Deutschland bekommt man sie in dieser Ausprägung nicht zu sehen. Dr. Köhler fasste seine Erfahrungen aus Deutschland und Westafrika folgendermaßen zusammen, „zwei Welten- extrem unterschiedlich und doch finden wir die gleichen Bedürfnisse nach Gemeinschaft und dem Wunsch dazu zugehören“.

Während des letzten Teils des Abends konnten die Gäste Fragen an Udo Kronester und Guido Köhler stellen. Dabei kamen der christlichen Aspekt des Dienstes, Wege und Voraussetzungen für eine weitere Mitarbeit und die zukünftigen Pläne von Mercy Ships zur Sprache.

Am Ende des Abends zeigten sich viele der Besucher von „der persönlichen Begeisterung und dem „Wir“- Gefühl aller Beteiligten“ beeindruckt. Andere die zum ersten Mal von Mercy Ships gehört hatten fanden „…das Engagement … einfach phänomenal“.

Das OP-Schiff
Neue TV-Serie auf NatGeo People zeigt Ärzte bei ihrer lebensrettenden Mission auf der Africa Mercy. Mittwochs um 20:15 Uhr. mehr »
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