Jemima und ihr langer Weg zu Mercy Ships

21.08.2012

Hennie Valkenier, Lehrerin auf der Africa Mercy, besucht Jemima auf Deck 7. Foto: Mercy Ships/Debra Bell

Im HOPE Center (Hospital Out-Patient Extension) von Mercy Ships in Lomé wurde sie auf ein Mädchen aufmerksam, das am Arm operiert worden war. Edith erzählt uns die tragische Geschichte des Mädchens, die ihr noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird. „Es geschah vor zwei Jahren an einem ganz normalen Tag im Heimatdorf Brong Ahafo in Ghana. Jemima verbrachte den Abend zusammen mit ihrer Familie in ihrem Haus. Ein Streit zwischen ihrer Schwester Deborah und deren Verlobten Kwasi Yeboha führte in dieser Nacht zu einer Tragödie.

Deborah hatte ihrem Verlobten eröffnet, dass sie sich von ihm trennen würde. Wutentbrannt und erfüllt von Hass und Zorn legte Kwasi Yeboha ein Feuer im Haus der Familie, um sich an seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu rächen.

Jemima und ihre Familie waren gefangen in den Flammen. Zwei junge Männer aus der Nachbarschaft nahmen allen Mut zusammen, und versuchten auf eigene Faust die Familie aus dem brennenden Haus zu retten.

Mit schwersten Verbrennungen im Gesicht und am ganzen Körper wurde Jemima ins Krankenhaus gebracht wo man auch die Mutter und ihre Brüder einlieferte. Für Deborah, ihre zweijährige Tochter und den 14-jährigen Bruder kam aber jede Hilfe zu spät. Sie kamen durch das Feuer um.

Jemimas Verbrennungen waren so schwer, dass die Ärzte monatelang um ihr Leben kämpften. Dass sie tatsächlich überlebte, ist ein reines Wunder. Für Jemima war nichts mehr wie es einmal war. Die Narben entstellten nicht nur ihr Gesicht, sondern ihr ganzer Körper war von den Verbrennungen schwer gezeichnet.

Ihre Muskeln haben sich zurückgebildet und ihr rechter Arm versteifte sich während des Heilungsprozesses. Die Finger ihrer rechten Hand waren ebenfalls nicht mehr beweglich. Unfähig sich selbst anzuziehen, zu waschen oder Dinge alleine zu verrichten, war sie auf die Unterstützung ihrer Mutter angewiesen.

Entstellt und gemieden von den Dorfbewohnern, zog sich das traumatisierte Mädchen immer mehr zurück. Das Erlebte hat sich tief in ihre Seele gegraben. Eine weitere ärztliche Behandlung für Jemima war aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel einfach nicht mehr möglich.

Hilfe kommt übers Meer

Ein Freund erzählte Jemima, dass Mercy Ships mit dem Hospitalschiff Africa Mercy in die Hafenstadt Lomé, im Nachbarstaat Togo, kommen würde. Sie entschloss sich daraufhin, mit ihrer Mutter nach Togo zu reisen und sich bei der Voruntersuchung zu melden. Vielleicht konnte ihr steifer Arm ja operiert werden! Jemima wurde von dem ehrenamtlichen Ärzteteam der Africa Mercy untersucht und erhielt ihr Ticket für einen Operationstermin. Mamma Florence war ständig an ihrer Seite und gab ihr Halt und Trost.

Am 27. Februar war es dann so weit. Der Tag der Operation war gekommen. Die Helfer im HOPE Center sprachen dem verängstigten Mädchen Mut zu und die Schwestern auf dem Hospitalschiff kümmerten sich liebevoll um sie. Die Operation verlief problemlos und war ein voller Erfolg.

Jemima blieb zwei Wochen auf der Krankenstation der Africa Mercy und durfte anschließend ins HOPE Center zurück. Täglich holte die Mercy Ships-eigene Ambulanz das Mädchen vom HOPE Center ab und brachte sie zur Africa Mercy wo regelmäßig der Verband gewechselt wurde und die Ärzte den Heilungsprozess genauestens beobachteten.

Blick in eine hoffnungsvolle Zukunft

Heute kann Jemima ihren Arm wieder voll einsetzen und ist glücklich darüber, dass sie nicht mehr auf die Hilfe ihrer Mutter angewiesen ist. Auf meine Frage, wie sie sich jetzt fühlt antwortete sie: „Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich meinen Arm und meine Finger wieder bewegen kann und dass Mercy Ships das ermöglicht hat. Manchmal bin ich aber trotzdem traurig, weil die Erinnerungen an das Feuer immer wieder aufflackern. Ich fühle mich oft einsam und allein, weil sich alle daheim von mir abwenden und mich wegen meines Aussehens und den vielen Brandnarben meiden. Aber in sieben Jahren will ich Medizin studieren und als Ärztin anderen Menschen helfen, so, wie die Mercy Ships Ärzte mir geholfen haben“, sagt sie voller Zuversicht. Dabei strahlen ihre Augen einen hoffnungsvollen Glanz aus, der mich tief beeindruckt hat.“

Jemima ist ein tapferes Mädchen, das ihr Schicksal demütig trägt und ihr Leben mit Gottes Hilfe in eine bessere Zukunft steuert. Die Chirurgen auf der Africa Mercy haben durch die kostenlose Operation dazu beigetragen, ihren Start in ein neues Leben zu ermöglichen. Der lange und mühsame Weg wird sich am Ende für Jemima doch lohnen.

bringt Hoffnung und Heilung...
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