Nachhaltigkeit durch Bildung

Ziel des Mercy Ships Teams ist der Ausbau der medizinischen Kapazitäten und die eigenständige chirurgische Versorgung innerhalb des Gesundheitswesens eines Entwicklungslandes. Eine Möglichkeit dafür sind Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die sowohl die Allgemeinbevölkerung, als auch die Regierungen der Länder unterstützen und stärken sollen.

Die Kursinhalte werden über Vorlesungen, Simulationen und Workshops zur Vertiefung der praktischen Fähigkeiten an größere Gruppen von medizinischen Fachkräften aus ganz Benin vermittelt. Zudem steht Mercy Ships in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen, die dazu beigetragen haben, diese Kurse speziell an das afrikanische Lebensumfeld anzupassen.

Jeder Kurs soll zusätzlich die Möglichkeit bieten, das Gelernte weiter zu vermitteln. Besonders die Teilnehmer aus Benin sollen ermutigt werden, die Inhalte weiterzuführen und andere darin zu unterrichten, um das erlernte Wissen künftig von Generation zu Generation an medizinische Fachkräfte der nächsten Jahrgänge weiterzugeben.

Der erste angebotene Kurs in Benin, „SAFE Obstetric Anesthesia“ (dt. Anästhesie im Bereich Frauenheilkunde) in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Anästhesisten von Großbritannien und Irland, beginnt bereits im Oktober. Das Team der Anleiter kommt aus den unterschiedlichsten Ländern: England, Madagaskar, Uganda und Australien, um Anästhesisten und Hebammen in Anästhesie und kritischen Bereichen der Schwangerschaft zu schulen. Dieser Kurs soll im Februar nächsten Jahres ein zweites Mal stattfinden.

Der darauffolgende Kurs “Primary Trauma Care” (dt. Primäre Traumaversorgung) findet in Zusammenarbeit mit der „Primary Trauma Care“ Stiftung statt. Dieser richtet sich an medizinische Fachkräfte aus dem Land, die vorrangig mit der Versorgung und Pflege von Traumapatienten in Notaufnahmen beschäftigt sind. Die Inhalte liegen schwerpunktmäßig bei der anfänglichen Untersuchung und der Stabilisierung des Patienten. Der Kurs ist bereits in vielen Entwicklungsländern gelehrt worden und wird auch bei diesem Einsatz ein weiteres Mal angeboten werden.

Das dritte Fort- und Weiterbildungsangebot “Essential Pain Management” (dt. Grundlagen in der Schmerzbehandlung) vermittelt chirurgischen und postoperativen Fachkräften vertiefende Informationen und ein Verständnis über die Notwendigkeit der Schmerzbe-handlung und sorgt für gute Ergebnisse nach Eingriffen. „SAFE Pediatric Anesthesia” (dt. SAFE Anästhesie bei Kindern) in Zusammenarbeit mit dem “AAGBI” zielt darauf ab, Anästhesie bei Kindern sicherer durchzuführen. Zusätzlich bietet der Kurs „Essential Surgical Skills” (dt. Grundlegende Techniken in der Chirurgie) neuen Chirurgen und Chirurgen in der Ausbildung praktische Fertigkeiten im Umgang mit OP-Instrumenten, Sicherheit in der Chirurgie, Nähte setzen und dem Umgang mit unterschiedlichen Arten von Körpergewebe.

Wir wünschen uns eine bleibende Veränderung für alle medizinischen Fachkräfte in Benin und sind überzeugt davon, dass gut ausgebildete und geschulte Menschen langfristig ihre Krankenhäuser positiv prägen und dadurch Veränderung in ihre Länder bringen werden!

Krissy Close
MCB Project Manager AFM

Hintergrundinformationen:

Laut der Lancet Kommission für weltweite Chirurgie haben weltweit fünf Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherer und bezahlbarer chirurgischer Pflege und Anästhesie. Allein im Jahr 2010 starben 16,9 Millionen Menschen an behandelbaren Erkrankungen. In Ländern mit mittlerem bis niedrigem Einkommen, besonders auf dem Afrikanischen Kontinent, ist diese Mangelversorgung überdurchschnittlich stärker ausgeprägt als in reichen Industrieländern. In Afrika ist der als minimales Entwicklungsziel festgelegte Standard von durchschnittlich 23 Ärzten und 100 Krankenschwestern/Hebammen pro 100.000 Einwohner bisher nicht erreicht (Quelle: WHO).

Das OP-Schiff
Neue TV-Serie auf NatGeo People zeigt Ärzte bei ihrer lebensrettenden Mission auf der Africa Mercy. Mittwochs um 20:15 Uhr. mehr »
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