Palliative Pflege

Licht in die Dunkelheit bringen

Bei jedem Einsatz untersucht unser Voruntersuchungsteam viele Tausend Menschen. Den meisten dieser Menschen sieht man ihre Freude an, wenn sie das Untersuchungszelt wieder verlassen. Aber es gibt auch die stummen, freudlosen Gesichter. Sie gehören denjenigen, denen Mercy Ships medizinisch nicht helfen kann. Ihre tragischen Schicksale sind oft schwer in Worte zu fassen.

Eine dieser Patientinnen ist eine junge Frau mit einem Tumor im Mund. Wäre sie in einem Land aufgewachsen, in dem medizinische Versorgung zugänglich und bezahlbar ist, wäre die Geschwulst in einem frühen Wachstumsstadium entfernt worden. Doch sie wurde in einem Land geboren, in dem die dafür notwendige Medizin nicht vorhanden war. Nach vielen Jahren ist der Tumor zu einem sehr großen Parasiten geworden, der in Richtung des Gehirns wächst. Für die Mercy Ships Ärzte ist er inoperabel. Die Patientin ist gerade einmal sechzehn Jahre alt.

Dann ist da dieser alte Mann, der unter starken Schmerzen in seinem Körper und an seinem Herzen leidet. Seine Nase wird langsam vom Krebs zerfressen.

Das Voruntersuchungsteam, Zahnärzte oder Einrichtungen vor Ort überweisen Patienten mit unheilbaren Krankheiten an das Palliativteam von Mercy Ships. Dessen Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, die letzten Tage dieser Patienten so schmerzfrei wie möglich und mit der besten, denkbaren Unterstützung zu gestalten. Das Team führt seelsorgerliche Gespräche und leistet praktische Hilfe für die Betroffenen und deren Familien, um alle auf den bevorstehenden Verlust vorzubereiten. Angehörige bekommen Anleitung zur Versorgung von Wunden und zur grundlegenden Gesundheit und Hygiene. Das Palliativteam mobilisiert die Kirchengemeinden und Dorfgemeinschaften vor Ort, damit sie die betroffenen Familien unterstützen. Darüber hinaus betet das Team regelmäßig für und mit den Patienten.

Der Mann, dessen Nase vom Krebs zerstört wird, hat keine körperlichen Schmerzen mehr. Das Team versorgt ihn regelmäßig mit kostenlosen Schmerzmitteln. Er hat auch keine Angst mehr, vor die Tür zu gehen, denn er spürt, dass die Gebete ihn unterstützen und ihm helfen. Trotz seiner Krankheit fühlt er sich innerlich stark, da er weiß, dass Gott mit ihm ist.

Dies sind nur vier von insgesamt dreiunddreißig Patienten und Familien, die das Palliativteam seit Beginn des Einsatzes begleitet hat. Wenn man das Team fragt, welcher Teil ihrer Arbeit die stärkste positive Auswirkung hat, antworten alle einstimmig: „Am wichtigsten ist es, die Menschen einfach nur zu besuchen. Ihnen zu zeigen, dass man ihnen zuhört. Auf die kleinen Dinge kommt es an, wie Medizin vorbeibringen, ihnen die Hand halten, ihnen die Möglichkeit geben, Dinge zu erzählen, die sie zuvor noch niemandem gesagt haben.“

Diese Hilfe ist für die Betroffenen kostenlos. Alle Teammitglieder arbeiten ehrenamtlich. Barmherzigkeit motiviert sie, diese emotional herausfordernde Arbeit auch ohne Bezahlung zu tun.

„Das Konzept der Palliativen Pflege ist in vielen Ländern noch gänzlich unbekannt“, berichtet das Team. „Es gibt keine Pflegekräfte, die Patienten in ihren letzten Tagen begleiten. Doch diese Begleitung zeigt ihnen, dass sie wertvoll sind. Auch wenn keine Operation mehr möglich ist, zählt ihr Leben immer noch. Auf diese Weise können wir ihnen die Liebe und Barmherzigkeit von Jesus Christus zeigen.“

Folgenden Brief schrieb eine junge, an Krebs erkrankte Patientin dem Team:

Liebes Mercy Ships Team,

ich weiß, woran ich erkrankt bin. Ihr kennt diese Krankheit noch viel besser als ich. Ich bin mir auch bewusst, dass sie schwer zu operieren ist. Aber macht euch keine Gedanken. Ich weiß, dass das nicht eure Schuld ist … Ich weiß, dass ihr Menschen wirklich helfen wollt. Ihr werdet den Segen Gottes für eure Hilfe erfahren. Bitte denkt nicht, dass ihr mir nicht geholfen habt. Die Art und Weise, in der ihr für mich betet, bedeutet mir viel. Auch wenn ich das euch gegenüber noch nicht ausgedrückt habe, möchte ich euch von ganzem Herzen danken. Ich schätze euch sehr!

(Hier hat sie ein Herz auf das Blatt gezeichnet.)

Dies ist etwas, das ich euch geben möchte. Ich hoffe, dass es euch immer Kraft und Hoffnung gibt, in allem, was ihr tut, und wo auch immer ihr seid.

Das ist der Grund dafür, dass Mercy Ships ein Palliativ-Pflegeteam hat!

bringt Hoffnung und Heilung...
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×