Voruntersuchungen für den kommenden Einsatz in Madagaskar

20 Juli 215 - Tag 1: Wir sind wieder auf Madagaskar! Wir lieben dieses Land! Seine Schönheit in den feinen gewellten Linien der Landschaft am Horizont, im Anblick der Reisfelder in der frischen Winterluft (es ist bereits Winter auf der südlichen Hemisphäre), und in den Sonnenauf- und Untergängen, die uns einmal mehr faszinieren. Aber das Schönste sind seine Menschen. Die Liebe zu seinen Bewohnern ist einer der Gründe warum wir hier sind, auch am Wochenende arbeiten und mitten in der Nacht aufstehen, um 4:30 für die Fahrt zur Voruntersuchung in Antananarivo abfahrtbereit zu sein. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, denen zu helfen, die uns ans Herz gewachsen sind.

Antananarivo: Heute war das für gewöhnlich leer stehende Krankenhaus „Manara Penitra“ ein geschäftiger Ort. Um die 4,000 Menschen (Familienangehörige und Pflegepersonen mit eingerechnet) kamen dorthin in der Hoffnung bei uns Hilfe zu finden. Die Poster, Radioansagen, Informationen über Partnerorganisationen und Regierung, die von uns im Vorfeld organisiert wurden, scheinen erfolgreich. Wir sahen sehr viele mit Krankheitsbildern, die wir an Bord behandeln können. Das Mercy Ships „Advance Team“ und das Sicherheitsteam in Zusammenarbeit mit der hiesigen Polizei haben uns dabei sehr unterstützt die Warteschlange unter Kontrolle zu behalten. Alles verlief ohne Zwischenfälle. In den kommenden Tagen werden wir viele Kranke untersuchen und entscheiden, wen wir behandeln können und wen nicht – kein einfacher Job. Wie sage ich jemandem, der seine letzte Hoffnung auf uns setzt, dass wir ihm leider nicht oder nicht mehr helfen können?

Bitte betet für Sicherheit, Gesundheit und unsere einheimischen Mitarbeiter (sie arbeiteten bereits während des ersten Einsatzes mit uns zusammen). Sie haben die verantwortungsvolle Aufgabe als Übersetzer „unsere Stimme“ zu sein.

21. Juli 2015- Tag 2: An unserem zweiten Tag, kamen über 2,000 Menschen zum Krankenhaus, das wir momentan für die Voruntersuchungen umfunktioniert haben. Im Vergleich zu der Ansammlung wartender Patienten, scheinen wir ein sehr kleines Team zu sein. An solchen Tagen scheint unsere Hilfe nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.

Für uns beginnt „Hoffnung und Hilfe bringen“ bereits hier, indem wir während der Untersuchungen jedem Einzelnen mit dem verdienten Respekt, Aufmerksamkeit und Würde begegnen, die er verdient. (…) Wir sind dankbar für die großen und kleinen Erfahrungen von heute, die uns einmal mehr daran erinnern, warum wir hier sind.

22. Juli 2015 - Tag 3: Ende des dritten Tages. Wir sind sehr müde. Da wir jeden Morgen um 4 Uhr früh aufstehen, macht sich der Schlafmangel bei uns allen langsam bemerkbar. Doch wir werden hier gebraucht. Weiterhin kommen jeden Tag Patienten zu uns und wir verteilen die zur Verfügung stehenden OP-Termine.

Es ist wirklich kalt in Antananarivo. Viele Patienten standen die ganze Nacht in der Warteschlange, um von uns am nächsten Tag untersucht zu werden. Uns friert es schon im Haus; wie kalt muss es ihnen erst die Nacht über gewesen sein! Die Leitung des Krankenhauses, in dem die Voruntersuchungen stattfinden, hat den Patienten angeboten, die Nacht im Krankenhausgebäude zu verbringen. Das ist wenigstens ein kleiner Schutz gegen die Kälte!

Heute ist die Warteschlange wesentlich kürzer (weniger als 1000 Leute). Noch zwei Tage, dann ist die erste Voruntersuchungswoche schon vorbei. Wir sind erschöpft und dankbar zugleich Menschen durch eine einfache kleine gelbe Karte mit einem OP-Termin neue Hoffnung und Perspektive zu bringen.

03. August 2015 – Tag 16: Unsere noch freien OP- Plätze füllen sich schnell! Angesicht des stetigen Stroms an Hilfesuchenden haben wir beschlossen, Wartelisten zu erstellen, um andere nachrücken zu lassen, wenn Patienten nicht zu ihrer Behandlung erscheinen.

Innerhalb des Teams konnten wir die vergangenen Wochen einen guten Rhythmus erarbeiten. Es macht viel Spaß mit den anderen Mercy Ships Teams und den einheimischen Mitarbeitern zusammenzuarbeiten.

Zudem ist die Dankbarkeit der Einwohner wie eine Erfrischung für unsere müden Körper. Heute dankte mir ein Patient, dem wir leider nicht helfen konnten, für unsere Rückkehr in sein Land. Für mich ein sehr bewegender Moment!

Wir besuchten auch einige Patienten aus dem letzten Einsatzjahr. Eine der Mitarbeiterinnen ist gerade bei einer unserer kleinen Patientinnen, die damals unser Herz im Sturm erobert hat- -Mioty.

Wir schauen auf weitere eineinhalb Wochen der Voruntersuchung in Antananarivo. Bitte betet weiterhin für genügend Erholung und Gesundheit für unser Team. Wir sind sehr dankbar, dass es nachts nicht mehr so kalt ist; Besonders für die Patienten, die bereits seit den frühen Morgenstunden anstehen. Danke für all eure Unterstützung!

Herzliche Grüße von eurem Screening Team,

Jasmin, Mel, Nate, Ruben und Mirjam

bringt Hoffnung und Heilung...
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