Wirklich ein ganz gewöhnlicher Freitag?

Sandras Einsatz

25.06.2011

Sandra Vukovic, Zahnarzthelferin aus Berlin, blickt auf ihre ersten zwei Jahre an Bord der Africa Mercy zurück. "Freitag. Ein gewöhnlicher Tag in Sierra Leone. Ein gewöhnlicher Tag auf dem Schiff. Für mich ein gewöhnlicher Freitag. Mit nur einer Ausnahme. Heute vor 2 Jahren habe ich das erste Mal meinen Fuß auf dieses Schiff, der Africa Mercy, gesetzt. Es ist ein komisches Gefühl. 2 Jahre schon?! Die Zeit scheint wie im Flug vergangen zu sein. Aber so ist es ja bekanntlich mit allem, was man gerne macht."

"Die letzten 2 Jahre in Worte zu fassen fällt mir echt schwer. Es war definitiv eine Auf- und Abfahrt. Zeiten, in denen ich nicht mehr konnte und Zeiten, die ich anhalten wollte, weil sie so gut waren. Und ich kriege Gänsehaut, wenn ich nur daran denke, dass ich das alles ohne meine Freunde und Unterstützer nicht hätte machen können! Was für ein Vorrecht, hier in Westafrika den Menschen in Not zu helfen und das, ohne einen monatlichen Gehaltscheck auf dem Schreibtisch liegen zu haben. Meine Unterstützer sind die wahren Helden! Geld zu haben ist eine Sache. Aber Geld weiterzugeben ist noch eine ganz andere! Und es ist auch nicht nur das Geld. Gebete, die mich in schwierigen Zeiten getragen haben, Briefe, die mich aufgebaut haben und Pakete voll mit Sachen, die mir Freude brachten. Ich bin jedem einzelnen so dankbar. Und ich garantiere, jeder der Tausenden, denen wir zahnärztlich geholfen haben, auch. Wenn es nach mir geht, könnte ich so eine Arbeit noch jahrelang weiter machen. Mit Mercy Ships oder in Südafrika in lokalen staatlichen Krankenhäusern arbeiten, auch wenn meine Aussichten auf eine 3-er Kabine nicht gut stehen, mir das tägliche Schwitzen auf die Nerven geht, es keine Pause von Mückenstichen gibt, wechselnde Jahreszeiten etwas ist, woran man sich nur noch vage erinnern kann, der persönliche Freiraum sich nur noch unter der eigenen Bettdecke befindet, gute Schokolade bedeutet, dass sie geschmolzen, aber noch nicht abgelaufen ist oder andersherum …

- man aber dafür Freunde aus der ganzen Welt hat, die einem schneller ans Herz wachsen als einem lieb ist, mein schmutziges Geschirr abgewaschen wird, ich mir keine Gedanken um die Reparatur einer Waschmaschine machen muss und natürlich, dass ich Menschen in großer Not und vielen Schmerzen helfen kann, die wir uns gar nicht vorstellen können!

Schon mal versucht, soziale Kontakte mit einem riesigen Tumor am Nacken herzustellen? Oder mit durch Verbrennungen zusammengewachsenen Fingern zu schreiben? Oder mit einer Öffnung in der Lippe, die bis zur Nase geht zu essen? Ich nicht. Und deshalb bin ich hier. Aber was noch viel wichtiger ist, den Menschen hier zu zeigen, dass sie es Wert sind geliebt zu werden."

Das OP-Schiff
Neue TV-Serie auf NatGeo People zeigt Ärzte bei ihrer lebensrettenden Mission auf der Africa Mercy. Mittwochs um 20:15 Uhr. mehr »
bringt Hoffnung und Heilung...
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