MKG Patient Ly Cheick

Ly Cheick
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wie ein Tumor seinen Schrecken verliert

Eine scheinbar harmlose Beule stellt sich als Tumor heraus. Dank frühzeitiger Erkennung mit moderner Technik kann der 24-jährige Ly Cheick operiert werden und hat die Zukunft wieder vor sich.

Eines Morgens stößt der 24-jährige Ly Cheick aus Guinea mit seiner Zunge an eine kleine Beule in seinem Kiefer. Plötzlich hell wach versucht er vor dem Spiegel dieses kleine etwas anzuschauen. Als er nichts entdeckt, schiebt er alle besorgniserregende Gedanken beiseite und macht sich auf zu Universität. Als die Beule aber nach Wochen nicht verschwindet, ja sogar wächst, wird er doch unruhig. „Irgendetwas stimmt da nicht“, denkt er sich besorgt. Schließlich sucht er einen Arzt auf, auch wenn das sein knappes Monatsbudget deutlich schmälert.

Die Sorgen werden nicht kleiner, als der Arzt ihn gleich weiter in die Zahnklinik schickt. Ly Cheick ist gar nicht begeistert. Er hat Angst, dass es sich bei seiner Beule doch um ein ernsteres Problem handeln könnte und außerdem weiß er, dass eine Behandlung im Krankenhaus eine kostspielige Angelegenheit ist.

Glücklicherweise ist die Behandlung kostenlos

Zunächst war der junge Mann positiv überrascht: Die Untersuchung in der Zahnklinik an der Gamal Universität in der Hauptstadt Conakry war kostenlos. Außerdem wurde dort erst kürzlich ein neues digitales Panorama-Röntgengerät installiert, ermöglicht durch die großzügige Unterstützung in Form von Sonderkonditionen von Dürr Dental SE, einer deutschen Firma, für die die Arbeit von Mercy Ships bereits seit Jahren eine echte Herzensangelegenheit ist. Mercy Ships ist eng mit der Universität verbunden und ermöglicht zukünftigen Zahnärzten eine praxisnahe Ausbildung.

Aber dann kam die Diagnose: Mithilfe dieses modernen Röntgengerätes wurde erkannt, dass die Schwellung in Ly Cheicks Mund ein Tumor war. Ly Cheick war entsetzt, damit hätte er nie gerechnet. So schnell wie die Diagnose kam, so schnell schienen seine Zukunftspläne und Träumen zu platzen.  Aber mit der richtigen Diagnose zur rechten Zeit konnte Professor Raphiou Diallo, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg und langjähriger Partner von Mercy Ships in Guinea, den Tumor, der am Ende gutartig war, operativ entfernen und so Ly Cheicks Leben eine entscheidende Wende geben. Wäre er nicht in diesem Stadium entdeckt worden, wäre er langsam immer weitergewachsen und hätte irgendwann sogar lebensbedrohend werden können.

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"Er hatte Glück, dass es jetzt dank des neuen Panorama-Röntgengeräts möglich ist, bei bestimmten Tumoren eine exakte radiologische Diagnose zu stellen", so Dr. Diallo.

Weil sein Fall früh erkannt und behandelt wurde, hat der 24-Jährige sehr wahrscheinlich eine gute Genesung vor sich. Ly Cheick ist überglücklich, dass er nicht, wie viele andere seiner Landsleute mit ähnlichen Tumoren, die Schule abbrechen oder seine Arbeit aufgeben musste.

„Ich kann gar nicht beschreiben, was das für mich bedeutet. Es ist, als wäre mir ein neues Leben geschenkt worden.“ Ly Cheick

Professor Diallo erklärt, dass viele Patienten in Guinea keine Chance haben, qualitativ hochwertige medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen: Entweder weil die Ressourcen im Land begrenzt sind, die finanziellen Mittel fehlen oder die geografische Entfernung zur Versorgung zu groß ist. Infolgedessen wenden sich viele Menschen an traditionelle Heiler, die nicht in der Lage sind, die richtigen Diagnosen zu stellen und die entsprechende Behandlung einzuleiten.

Frühzeitige Diagnosen verhindern Langzeitschäden

In einer tragischen Anzahl von Fällen enden solche Krankengeschichten mit inoperablen Tumoren und führen nicht selten zum Tod des Patienten. Genau das versuchen Mercy Ships und Dürr Dental SE gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort, wie der Gamal-Klinik, zu verhindern.

"Ich kann nur sagen, 'Respekt für die Arbeit von Mercy Ships' ", sagt Professor Diallo. "Gemeinsam können wir mit Hilfe aller Unterstützer dafür sorgen, dass es in Guinea genügend gute Zahnärzte gibt, die nicht nur in der Lage sind, Patienten vor Komplikationen im fortgeschrittenen Stadium zu bewahren, sondern auch gut- und bösartige Tumore in einem sehr frühen Stadium zu diagnostizieren."

Ly Cheick ist nur ein Beispiel dafür, wie wichtig eine nachhaltige Herangehensweise in der Arbeit von Mercy Ships ist, um Menschen in Guinea und der Subsahara zu helfen. Gerade diese Projekte an Land, unsere Bildungs- oder Infrastrukturprogramme, sorgen dafür, dass die Spenden unserer Freunde und Unterstützer ihre Wirkung auch dann noch entfalten, wenn unsere Schiffe den Hafen des Gastlandes bereits lange verlassen haben. 

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Markus Wittmer
Markus Wittmer
Markus Wittmer berichtet als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig über die Hilfseinsätze und Entwicklungszusammenarbeit von Mercy Ships.

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