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Der Traum von Liebe

Djenabou wagt wieder zu hoffen.

Vor der OP begutachtet der behandelnde Arzt Djenabous Kropf, dafür hat sie ihn von dem verbergenden Tuch freigelegt.

Unter dem farbenfrohen Muster von Djenabous Schal verbarg sich ein massiver Kropf, eine vergrößerte Schilddrüse, die über 18 Jahre gewachsen war. Djenabous Kropf begann als kleiner Knoten an ihrem Hals und entwickelte sich langsam zu einer großen Masse, die ihre Atemwege verengte. Es erschwerte ihr das Atmen und verursachte regelmäßig schmerzhafte Hustenanfälle. Mehr als die Hälfte ihres Lebens hatte sie dieses zunehmende Gewicht getragen.... ein Gewicht, das weit mehr zur Folge hatte, als ihr langsam die Luftröhre abzuschnüren und sie in Lebensgefahr zu bringen. Djenabou kam sich vor, als hätte der Kropf sie außerdem zu seiner Gefangenen gemacht. Hinter dieser großen Wulst fühlte sie sich als Frau wie lebendig begraben, sie glaubte, nie einen Mann finden zu können, der sie liebte und mit dem sie eine eigene Familie haben könnte. Sie versteckte diese große Geschwulst beständig unter Tüchern und fürchtete sich vor dem, was die Leute sagen könnten.

Wie entstehen Kröpfe?

Ein Kropf entsteht durch Jodmangel, früher waren Kröpfe bei Frauen auch in unseren Gesellschaften weit verbreitet, wovon das "Kropfband" als Halsband im Alpenraum Zeugnis ablegt. Damit kaschierten Betroffene ihre Kröpfe oder die Narben nach einer Kropfoperation. Heute ist es nur noch ein traditionelles Schmuckstück, weil Kröpfe bei uns durch die Jodzufuhr durch die Nahrung, insbesondere durch Jodsalz, entweder nicht mehr entstehen oder frühzeitiger behandelt werden können. Aber in Entwicklungsländern mit ernährungsbedingten Jodmangel und fehlenden Behandlungsmöglichkeiten sind Kröpfe weiterhin ein großes Problem.

Djenabou mit ihren Blutspendern, ganz rechts Kathleen Wagner.

Djenabou beschrieb ihren Zustand als "großes Hindernis" beim Aufbau eines eigenen Lebens. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt mit der Vermietung eines Fahrradtransportdienstes, träumte aber davon, eines Tages Schneiderin zu sein und ein eigenes Gewerbe zu haben. Aber dieser Traum schien wegen ihrer eingeschränkten Nackenbeweglichkeit unerreichbar zu sein.

Sie schöpfte wieder Hoffnung, als Mercy Ships in Kamerun anlegte. Als Djenabou darüber nachdachte, wie ihr Leben nach einer Operation aussehen würde, konzentrierte sie sich nicht auf die Linderung ihrer körperlichen Schmerzen. "Ich werde frei sein", sagte sie einfach und lächelte zögerlich. Zum ersten Mal als Erwachsene müsste sie sich nicht mehr hinter Stofftüchern verstecken.

Herzblut für ein neues Leben

Der Kropf wurde auf der Africa Mercy in einer kostenlosen Operation entfernt, die vier Blutspender erforderte. Glücklicherweise verfügt Mercy Ships über ein "wandelnde Blutbank", weil ausgewählte Besatzungsmitglieder immer bereit sind, Blut für Patienten in Not zu spenden.

"Es war so ein Segen, sich vor der Operation um Djenabou zu kümmern. Sie war so fröhlich! Ich informierte sie darüber, wie die Operation ablaufen würde und teilte ihr mit, dass sie eine Bluttransfusion benötigen könnte. Ich war so froh als ich herausfand, dass meine Blutspende an sie gegangen ist", sagte die ehrenamtliche Stationsschwester Kathleen Wagner, die sich vor und während der Operation um Djenabou kümmerte.

Nach der OP muss sich Djenabou nicht mehr verhüllen.

Nach der Entfernung ihres Kropfes freut sich Djenabou, dass sie endlich von dieser gewaltigen, schmerzhaften Last freigeworden ist und eine Näherin sein kann. Aber sie hat einen noch größeren Traum: Sie hofft, doch noch einen Mann zu finden, der sie liebt, und mit dem sie eine Familie gründen kann. Dieses "happy end“ wünschen wir Djenabou von Herzen, der Weg ist nun frei dafür.

Weiterführende Links:

Hintergrundinfo über unser chirurgisches Programm
Wenn auch Sie dazu beitragen möchten, dass Patienten wie Djenabou geholfen wird, können Sie die Arbeit von Mercy Ships mit einer Spende unterstützen.

27. Juli 2018

bringt Hoffnung und Heilung...