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Über Stock und Stein

Mariama & Salamatou scheuen keinen Aufstieg mehr

Salamatou und Mariama in ihrem Heimatdorf in den Bergen Kameruns vor der OP.

Hoch oben auf dem Berg Manengouba in Kamerun, umgeben von Felsen und üppigem Grün, liegt das schöne Dorf Bororos. Wer dorthin will, setzt sich am besten auf ein Pferd, denn der Weg, der sich durch zerklüftete Felsen schlängelt, in denen sich sonst nur Wildtiere aufhalten, ist steil und führt immerzu bergauf. Zwei kleine Mädchen, die Schwestern Salamatou und Mariama, hatten Bororos in den Bergen Kameruns wegen ihrer verdrehten Beine deswegen noch nie verlassen.

Fehlbildung durch Mangelernährung

Als sie heranwuchsen, hatten die sechs und acht Jahre alten Schwestern nicht die richtigen Nährstoffe erhalten, die sie in den entscheidenden Jahren der Knochenentwicklung benötigten. Ohne starke Knochen führte der Druck beim Gehen dazu, dass ihre Beine falsch wuchsen. Diese Fehlbildung nennt sich Valgus. Wegen ihrer missgebildeten Beine hatten beide Schwierigkeiten, zur Schule zu gehen, sie nahmen nur gelegentlich am Unterricht teil. Wegen ihrer Unterernährung, und weil es nicht möglich war, eine Operation zu erhalten, mussten Salamatou und Mariama lernen, mit ihren verdrehten Beinen zu leben.

Ihre Eltern fühlten sich schuldig, als sie zum ersten Mal merkten, dass etwas nicht stimmt. "Es ging mir schlecht, da wir kein Geld hatten, um sie ins Krankenhaus zu bringen", erinnert sich ihre Mutter Mymoona. "Ich machte mir Sorgen um sie und ihre Zukunft. Wenn ich nichts unternehme, wusste ich, dass sie eine schwere Zeit im Leben haben würden."

Mutter Mymoona und Vater Debo machen sich mit ihren Töchtern auf den Weg zur Africa Mercy.

Abstieg ins Ungewisse

Mymoona war so besorgt um ihre Töchter, dass es ihr selbst ebenfalls gesundheitlich nicht mehr gut ging. Als ihr Mann Debo von Mercy Ships erfuhr, machten sich gemeinsam auf den Weg zur Küste, er führte seine drei "Frauen" auf einem Pferd den Berg hinunter. Als sie auf dem Schiff ankamen, von dem sie nur Geschichten gehört hatten, waren sie dankbar, einander zu haben, und sich nicht alleine zu fühlen.

"Wir wussten nicht, dass das Krankenhaus tatsächlich auf dem Schiff ist. Wir sind noch nie auf einem Schiff gewesen", sagte Debo. "Als ich dort ankam, hatte ich Angst um meine Mädchen, aber dann sah ich viele Kinder wie sie und die Angst verschwand." Mit ihren Eltern an ihrer Seite begannen Salamatou und Mariama, sich in ihrer neuen Umgebung einzugewöhnen und sich auf die Operation vorzubereiten, die den Lauf ihres Lebens verändern sollte. Die fast identischen Behandlungsbedingungen für die Schwestern ermöglichten es der ganzen Familie, nach der Operation zusammen zu bleiben.

Heilsame Schwesternrivalität

Welche von den Schwestern wird schneller gesund?

Am ersten Tag nach der OP stand Salamatou auf, ging herum und forderte ihre Schwester heraus, die davon überzeugt war, dass die gestreckten Gipse nicht ihre eigenen Beine enthielten. Mariama klammerte sich an die Vertrautheit ihrer Zehen und beobachtete, wie ihre ältere Schwester aufrecht stand. Als sie sich gegenseitig beobachteten, um zu sehen, was der andere erreichte, erwachte die Geschwisterrivalität. Sie förderte die Genesung, da sie miteinander konkurrierten, wer jeden "Heilungsmeilenstein" früher erreichen würde. Wer würde zuerst aufstehen? Wer könnte am weitesten gehen? "Sie ermutigten sich gegenseitig während ihrer Zeit auf dem Schiff", erinnert sich Debo. Eines Tages sagte Salamatou zu ihrer jüngeren Schwester: "Weil du nie lächelst, werde ich vor dir gehen...." Und das tat sie! Das motivierte Mariama für ihre Heilung.

Ernährungsberatung

Bei ihren Rehabilitationsübungen lernten die Eltern die Bedeutung der Ernährung kennen. Die Diätassistentin des Schiffes gab ihnen wertvolle Informationen über wichtige Nährstoffe wie Kalzium, bevor sie die Familie mit vielen Vitaminen auf den Weg schickte, um die Genesung der Mädchen zu unterstützen.

Beim Weg zurück war das Pferd nicht mehr zwingend vonnöten.

"Sie erzählten uns von der Bedeutung von Eiern, Fisch und Gemüse", sagte Mymoona. "Wir werden es den anderen Familien im Dorf sagen, damit es uns allen helfen kann."

Die ehrenamtliche Physiotherapeutin Meg Crameri arbeitete mit den Mädchen während ihrer Reha-Sitzungen. Sie hofft, dass diese Ernährungstipps anderen Familien, deren Kinder ansonsten unter ähnlichen Bedingungen leiden könnten, zur Verfügung gestellt werden.

"Wenn Sie aus einem ärmeren Gebiet kommen, in dem die Ernährung nicht an erster Stelle steht, dann ist es nicht verwunderlich, dass dies der Fall ist", sagt Crameri. "Wir können das ändern, indem wir sicherstellen, dass sie es richtig machen, wenn sie nach Hause gehen."

Aufstieg zu einem neuen Leben

Salamatou und Mariama kamen mit begradigten Beinen nach Bororos zurück. Und Debo und Mymoona kehrten zurück, um das zu teilen, was sie während ihrer Zeit auf der Africa Mercy über Ernährung gelernt hatten.

"Der Weg den Berg hinunter war fast zu viel für die Mädchen, und ich dachte, sie würden nie hinuntergehen. Ihr Leben ist jetzt viel besser, viel besser", sagte Debo. "Jetzt werden sie in der Lage sein, zur Schule zu gehen und ihre Ausbildung zu nutzen. Früher war mein Herz um meine Familie besorgt, aber jetzt bin ich zufrieden."

Die Nachbarskinder staunen: Jetzt können sie mit Mariama und Salamatou sogar um die Wette laufen!

Weiterführende Links:

Hintergrundinfo über unser chirurgisches Programm

Wenn auch Sie dazu beitragen möchten, dass Patienten wie Mariama und Salamatou geholfen wird, können Sie die Arbeit von Mercy Ships mit einer Spende unterstützen.


17. August 2018

bringt Hoffnung und Heilung...