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„Es hat Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung“

Elektromeister Stefan Jäger berichtet über seine Einsätze bei Mercy Ships und seine Spezialanfertigung für die Africa Mercy

Stefan Jäger aus Hamburg bringt für den Einsatz auf der Africa Mercy im Bereich Elektrotechnik beste Voraussetzungen mit: er ist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, konnte in einer Wasseraufbereitungsfirma praktische Erfahrungen sammeln und einen Monat auf einem AIDA-Kreuzfahrtschiff arbeiten. Später erwarb er den Meisterbrief im Bereich Elektrotechnik. Als sich seine Frau Ann-Kathrin für eine Mitarbeit bei Mercy Ships bewarb, zögerte er nicht lange und „stieg mit ins Boot“. Stefan Jäger erinnert sich:

Stefan Jäger zusammen mit seiner Frau Ann-Kathrin.

„Als das Schiff 2015 in Madagaskar lag, hatten wir unseren ersten Einsatz, er dauerte drei Monate. Ich habe dort als Elektriker das Technik-Team unterstützt und meine Frau hat im Bereich des Krankenhauses an Bord gearbeitet. Das hat uns eine Menge Spaß gemacht und es war eine tolle Erfahrung.

Was am Dienst fasziniert

Was mich an der Arbeit von Mercy Ships fasziniert, ist, dass Mercy Ships eine großartige Arbeit im Bereich der medizinischen Versorgung leistet. Gerade die Länder in Afrika, in denen die medizinische Versorgung sehr schlecht ist, benötigen dringend Hilfe. Mercy Ships ist durch das komplett nach westlichem Standard ausgestattete Krankenhaus dafür gut aufgestellt. Den Menschen wird praktisch geholfen und durch diese Arbeit wird ihnen auch Gottes Liebe nähergebracht. Diese Kombination aus praktischer Hilfe und christlicher Nächstenliebe finde ich sehr beeindruckend. Das ist einer der Gründe, warum wir immer mal wieder schauen, wo wir an Bord helfen können.

Auch die Arbeitsweise ist anders. Im Alltag trifft man sich zur Arbeit und nach getaner Arbeit macht man wieder Feierabend. Etwas anders bei Mercy Ships: Dort trifft man sich morgens zu einer Andacht, danach werden alle wichtigen Aufgaben des Tages besprochen. Auch die Freizeit wird oft mit den anderen Kollegen an Bord gemeinsam gestaltet. Und auch die ganze Arbeitsatmosphäre ist nicht mit einem Job an Land zu vergleichen. Mir macht meine normale Arbeit sehr viel Spaß, aber die Arbeit bei Mercy Ships ist etwas Besonderes.

Bei der Bedienung der elektrischen Steuerung auf der Africa Mercy.

Updates für veraltete Technik

Als wir in Madagaskar waren, ist der Technische Leiter aus Texas an Bord gewesen und hat sich angeschaut, was man verbessern kann. So kam es, dass ich den Ladekran, welcher für das Verladen von Proviant und Ersatzteilen genutzt wird, durch den Einbau eines neuen Schaltschrankes modernisieren durfte. Den Umbau vor Ort konnte ich dann 2016 während eines weiteren Einsatzes in Benin durchführen.

Auch die elektrische Steuerung der Wasseraufbereitungstechnik des Schiffes musste verbessert werden. Ohne sie gibt es kein Trinkwasser an Bord und ein sicherer Krankenhausbetrieb ist nicht gewährleistet. Die Steuerung der Filter und Pumpen hat zwar funktioniert, war aber sehr veraltet und unübersichtlich. Hinzu kommt, dass die Beschaffung von Ersatzteilen im Einsatzgebiet sehr schwierig ist. Um diese wichtigen technischen Anlagen für die nächsten Jahre sicher betreiben zu können, haben wir uns entschlossen, die Anlage so umzubauen, dass sie zukünftig den teils schwierigen Anforderungen im Einsatzgebiet gewachsen ist. Eine zusätzliche Anforderung war außerdem, dass die neue Anlage übersichtlicher aufgebaut werden sollte, um dem Technik-Team vor Ort einen besseren Überblick über alle Anlagenzustände zu geben.

So eine Art von Schaltschrank gibt es nicht von der Stange, man kann ihn nicht einfach so im Internet bestellen. Die ganze Anlage ist eine Spezialanfertigung, exakt zugeschnitten auf die Anforderungen der Africa Mercy, und das alles auf dem neuesten Stand der Technik.

Stefan Jäger mit seiner Spezialanfertigung eines Schaltkastens für die Africa Mercy. Aufnahme: privat

Spezialanfertigung für die Wasserversorgung des Schiffes

Projekte dieser Art kosten eine Menge Geld und werden hauptsächlich über Spenden finanziert. Aber im Winter 2016 konnte schließlich die Idee in die Tat umgesetzt werden. Zu Beginn der Projektphase habe ich Materiallisten und Schaltpläne entworfen und diese mit den Elektrikern an Bord durchgesprochen. Die benötigten Bauteile wurden anschließend über das Mercy Ships Lager in Holland bestellt und dann nach Hamburg geliefert. Dort habe ich den Schaltschrank zusammengebaut und getestet. Anschließend wurde er wieder verpackt und im Container nach Gran Canaria verschifft, dort lag die Africa Mercy im Trockendock. Für die Endmontage im Juli 2017 flog ich dorthin und habe mit den Kollegen vor Ort den Einbau und die Inbetriebnahme durchgeführt. Seitdem besitzt die Africa Mercy wieder eine neue Anlage mehr und ist somit gut für die Einsätze in den nächsten Jahren gewappnet.

Warum es sich lohnt, auf der Africa Mercy mitzuarbeiten

Die Arbeit, die Mercy Ships leistet, ist auf jeden Fall eine sehr, sehr spannende Arbeit. Wenn man im Technikbereich arbeitet, leistet man zwar einen Dienst, der eher im Hintergrund abläuft, aber ohne den Betrieb und die Wartung der technischen Anlagen ist der gesamte Betrieb des Krankenhauses und die damit verbundene Hilfe der Menschen vor Ort nicht möglich. Diese Erfahrung zu machen ist, wie ich finde, eine, die sich immer wieder lohnt.“

Einige Zeit nach diesem Interview brach das Ehepaar Jäger zu einem weiteren Einsatz nach Kamerun auf, von dem sie erst vor kurzem, im Februar 2018, zurückgekehrt sind. Die Freude daran, weitere Einsätze durchzuführen, ist bei ihnen ungebrochen.


Interview: Susanne Reddig
Veröffentlicht am 28.02.2018


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