Lernen, lehren, Leben verändern

„Food for Life“-Programm unterstützt nachhaltige Landwirtschaft in Westafrika

29.10.2012

„Gib einem Menschen einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre ihn zu fischen und du ernährst ihn für ein Leben.“ Eines der grundlegenden Ziele des „Food for Life"-Programms von Mercy Ships lässt sich mit diesem altbekannten chinesischen Sprichwort umschreiben.

Unser Landwirtschaftstraining „Food for Life“ (deutsch: Essen für das Leben) vermittelt Bauern in westafrikanischen Ländern Verfahren, mit denen sie kostensparend und umweltschonend ihre Ernteerträge deutlich steigern können, um ihre Existenz und die der Menschen in ihren Gemeinden zu sichern. Ein entscheidender Beitrag dazu, die Ernährungs-situation in besonders armen Regionen westafrikanischer Entwicklungsländer zu verbessern. Das besondere Prinzip dabei: Schüler werden zu Lehrern – einzelne geben ihr Wissen an viele weiter.

Ernährung als globales Problem

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) leiden heute weltweit noch immer etwa 870 Millionen Menschen Hunger – das ist jeder achte auf der Welt. Zwar sinkt die Zahl der Betroffenen in Asien und Südamerika. In den Ländern Afrikas südlich der Sahara steigt sie jedoch weiterhin an. Das oberste Millienniumsentwicklungsziel der Vereinten Nationen, die Zahl der Hungernden in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, ist aber immer noch zu erreichen, wenn entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Steigende Nahrungsmittelpreise, wie beispielsweise in den USA, durch Ernteausfälle aufgrund der diesjährigen Dürre, haben globale Auswirkungen. Dem neuesten FAO-Bericht (SOFI) zufolge gibt eine Familie in einem Entwicklungsland bis zu 70 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Steigen die Lebensmittelpreise, erhöhen sich die Ausgaben. Der Familie bleibt noch weniger Geld für einfache aber wertvolle Grundbedürfnisse des Lebens, wie Gesundheitsver-sorgung, Kleidung oder auch Bildung. Dauerhafte Hilfslieferungen von Nahrungsmitteln decken nur einen Teil des Bedarfs und führen die Menschen auf langfristige Sicht in Abhängigkeit von Hilfe von außen.

Lernen um zu lehren – ein Weg zu Selbsthilfe und Hoffnung

Ein Weg, diese Abhängigkeit zu umgehen und den Menschen stattdessen zu helfen, ihre Ernährungssituation selbständig und nachhaltig verbessern zu können, stellt das „Food for Life“-Programm von Mercy Ships dar. Mit dem landwirtschaftlichen Trainingsprogramm setzen wir in unseren westafrikanischen Einsatzländern auf die „Ausbildung von Ausbildern“. Dazu arbeiten wir mit lokalen Nichtregierungsorganisa-tionen (NRO) zusammen, um den Teilnehmern geeignete Verfahren für ökologischen und kostensparenden Ackerbau zu vermitteln, die sie anschließend an andere weitergeben.

In vielen westafrikanischen Ländern wenden Bauern traditionell überwiegend Anbauverfahren an, die auf den Einsatz teurer chemischer Dünge- und giftiger Pflanzenschutzmittel und Brandrodung setzen. Mit diesen Methoden bleiben die Ernteerträge jedoch minimal im Vergleich zum finanziellen Einsatz und dem nötigen Arbeitsaufwand. Die meisten Bauern beklagen, dass die Saat auf ihren Feldern nur schlecht oder gar nicht aufgeht. Gleichzeitig schaden die destruktiven Eingriffe der Natur.

Genau hier setzen wir mit dem „Food for Life“-Programm an. Nach Abschluss unseres Trainings geben die Absolventen ihr erworbenes Wissen an die Bauern der umliegenden Dörfer weiter und zeigen ihnen, wie sie mit einfachen Mitteln ihre Erträge steigern und eine größere Vielfalt nährstoffreicher Gemüsesorten nachhaltig, biologisch und umweltverträglich anbauen können.

Von diesen Erfolgen profitieren nicht nur die Bauern, sondern auch die Gemeinden, die sie mit ihrer Ernte versorgen. Die verbesserte Ernährung hilft Familien dabei, ihr Immunsystem zu stärken, sich vor Krankheiten zu schützen und damit langfristig und dauerhaft ihre allgemeine Lebensqualität zu erhöhen.

„Food for Life“ in Guinea

Auch in Guinea arbeiten wir im Rahmen des „Food for Life“-Programms mit vier einheimischen NROs zusammen. In der Nähe der Stadt Kindia, etwa 135 Kilometer nordöstlich der guineischen Hauptstadt Conakry, findet das Programm auf dem Gelände der Partnerorganisation FABIK statt. Während vier Monaten eignen sich die Teilnehmer – allesamt Mitarbeiter der beteiligten NROs – in verschiedenen Intensivkursen und praktischen Trainingseinheiten spezialisiertes landwirtschaftliches Knowhow an.

In einer weiteren Trainingseinheit des „Food for Life“-Programms werden die Teilnehmer über richtige Ernährung im Allgemeinen aufgeklärt. Eine Woche lang führt unser Ernährungsspezialist Schulungen zu gesunder Ernährungsweise durch und erklärt, wie ein ausgewogener Ernährungsplan für Familien in einem westafrikanischen Land gestaltet werden kann.

In der zweiten Hälfte des Projekts kehren die Teilnehmer zu ihren Organisationen zurück, um ihrerseits mit dem Training für Mitglieder ihrer Gemeinden zu beginnen. Die Bauern erhalten hierbei nicht nur die Möglichkeit zu lernen und die neuen Verfahren umzusetzen. Ihr Wissen können sie an die nächste Generation weitergeben, so dass sie in einer Zukunft leben können, in der sie genug zu essen haben werden.

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