Erkennen, was wirklich wichtig ist

Sarah Scheible und ihr Team halten fast alles am Laufen

Sarah Scheible liebte ihren Job in Deutschland. Fünf Jahre lang blühte sie als Strategische Einkäuferin bei einer Start-Up Solarfirma auf. Als das Jungunternehmen jedoch unerwartet aufgeben musste, suchte sie nach neuen Wegen: „Ich hatte schon vor Jahren von Mercy Ships gehört und die Idee, in Afrika ehrenamtlich auf einem Hospitalschiff zu arbeiten, ließ mich nicht mehr los. Ich musste mich entscheiden: entweder die Bindung an eine neue Firma oder aber mir die Zeit nehmen, um herauszufinden, was ich bei Mercy Ships entdecken kann." Sie entschied sich für Letzteres. Außerdem lockte die Aussicht, ihre Kenntnisse im Strategischen Versorgungsmanagement auszubauen. Dafür schien eine Position im „Supplies Department“ auf der Africa Mercy die perfekte Wahl zu sein.

Neue Wege in eine neue Welt

Im Mai 2016 ging Sarah Scheible in Madagaskar an Bord, als das Schiff gerade nach Südafrika aufbrach, um ins Trockendock zu fahren. Vom ersten Moment an fühlte sie sich als fester Bestandteil einer bedeutsamen Mission. Eigentlich war ein dreieinhalbmonatiger Aufenthalt geplant, doch sie entschloss sich für eine Verlängerung, um auch den folgenden Einsatz in Benin miterleben zu können. So blieb sie ein ganzes Jahr, zeigte viel Engagement und stellte eine große Bereicherung für das Versorgungsteam dar. "Wir alle arbeiten Hand in Hand auf etwas Großes hin. Dabei haben wir ein gemeinsames Ziel fest im Blick. Weil jeder einzelne seine Fähigkeiten und seine ganze Hingabe einbringt, können wir den Menschen in den Einsatzländern helfen. Das sind diejenigen, die sonst keine Möglichkeit hätten, eine kostenlose und sichere Operation zu erhalten. Jedes Mitglied im Team ist wichtig, um das zu erreichen."

Das Supply Department übernimmt eine Schlüsselrolle im Gesamtablauf aller Dienste, die auf dem Schiff geleistet werden - eigentlich hält es dieses ganze System erst zusammen. Sarah und ihr Team unterstützen die Mission des Schiffes, indem sie fast alles besorgen, bis auf die technischen Güter und die Krankenhausmaterialien, für die andere Abteilungen zuständig sind. Das beinhaltet Nahrungsmittel, Einrichtungsgegenstände, Reinigungsmittel und Büroausstattung. Man muss einfach nur danach fragen - Sarah kann es fast sicher besorgen! Der Bedarf wird ermittelt, die Kosten berechnet, Bestellungen geordert, verschifft, in Empfang genommen, gelagert und an der richtigen Stelle ausgehändigt. Natürlich gibt es für sie keinen Winkel in der Welt, den sie nicht auskundschaften würde, um den besten Artikel von höchstem Wert zu finden. Auch ein Abstecher auf die Straßen Benins, wo die Africa Mercy bis Juni 2017 lag, gehört dazu. So unterstützen wir auch die lokalen Händler vor Ort.

Neues Weltbild

Dass sich die Eindrücke von der Arbeit, Kultur und den Lebenserfahrungen ganz immens von all dem unterscheiden, was Sarah von zuhause gewöhnt ist, muss wohl gar nicht erst erwähnt werden. Begeistert ist sie von der Zusammenarbeit mit den hunderten anderen Freiwilligen aus aller Welt. "Unterschiedliche Kulturen haben verschiedene Ansichten. Wir nehmen all unsere Perspektiven beisammen und kreieren auf diese Weise eine ausgezeichnete Mischung." Dies blieb nicht ohne Folgen für ihr Weltbild: "Ich teile nun globale Werte.", erklärt sie. "Wenn ich das Schiff verlasse, werde ich statt in alte Muster zurückzufallen, diese neu erlangten Werte weiter bewahren und sie in mein Leben integrieren."

Was im Leben zählt

In ihrem täglichen Job steht Sarah zwar nicht in direktem Kontakt mit den Patienten, doch sie weiß, dass ihre Arbeit diese sehr wohl beeinflusst: "Indem wir Versorgungsgüter, wie zum Beispiel Essen, besorgen, sorgen wir dafür, unsere Patienten zu ernähren!" In ihrer Freizeit schlendert Sarah durch die Krankenstationen, um sich selbst immer wieder daran zu erinnern, wofür Mercy Ships steht: Hoffnung und Heilung für die Menschen in unserer Obhut. Einmal besuchte sie ein kleines Mädchen mit schweren Verbrennungen. Ihrer Verbände wegen konnte sie sich nicht bewegen, sie weinte vor Schmerzen. Sahra versuchte, sie abzulenken, indem sie ihr zärtlich über die Arme streichelte. Tatsächlich hörte sie auf zu weinen und die Mutter des Mädchens sagte: "Als du das gemacht hast, fühlte sie keinen Schmerz mehr." Dieses Erlebnis berührte Sarah sehr.

Sarah hat nun erkannt, was für sie im Leben wirklich wichtig ist: "Das Richtige zu tun hat für mich nun eine tiefere Bedeutung. Es ist wichtiger als einfach nur "etwas richtig zu machen". Ich lerne, meinen Schwerpunkt auf die Menschen zu setzen, nicht auf die Aufgaben, um sicher zu sein, dass in allem, was ich tue, Liebe und Anerkennung sichtbar wird."

bringt Hoffnung und Heilung...
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×