Abdul

Neue Hoffnung für Abdul

31.12.2014

Von den Dorfbewohnern wurde Abdul wegen seiner nach innen gebogenen Füße das „Teufelskind“ genannt. In Entwicklungsländern werden jedes Jahr 220.000 Kinder mit so genannten Klumpfüßen geboren.

Wie die meisten Dorfbewohner glaubte auch Abduls Mutter, dass die Missbildung eine Folge von Hexerei und ihr Sohn somit verflucht sei. Bald konnte sie die Last der Scham und des vermeintlichen Fluches nicht mehr ertragen und verließ ihre Familie. Abduls Vater Simeon hingegen war überzeugt, dass die Deformierung eine medizinische Ursache haben müsse. Er entschied sich, bei seinem Sohn zu bleiben und diesen großzuziehen.

Um Geld für Essen zu verdienen, lief Simeon jeden Tag viele Kilometer und verkaufte in den Dörfern der Umgebung Feuerholz. Abdul spielte währenddessen mit den Nachbarkindern in seinem Dorf. Doch wegen seiner Klumpfüße wurde er regelmäßig zum Gespött seiner Spielkameraden. Oft lief er weinend nach Hause, um sich dort vor weiterem Gelächter und schmerzender Ablehnung zu verstecken.

Als Abdul anfing, die Schule zu besuchen, stellte sich sehr bald heraus, dass er eine gute Auffassungsgabe besaß und gern lernte. Jeden Samstag nahm sich Simeon vor dem Abendessen Zeit, um mit Abdul über die Zukunft zu sprechen. Zwischen Vater und Sohn hatte sich im Laufe der Jahre eine enge Beziehung entwickelt.

Simeon hatte sich in den Kopf gesetzt, eine erfolgreiche medizinische Behandlung für die missgebildeten Füße seines Sohnes zu finden. Sie besuchten viele Ärzte, von denen leider keiner helfen konnte. Doch Simeons feste Zuversicht auf Gott und die Hoffnung, dass Abdul eines Tages ganz gesund sein würde, ließen ihn nicht aufgeben.

Dann kündigte eine Ansage im Radio die Ankunft von Mercy Ships Ärzten an, die Leute kostenlos untersuchen und, wenn möglich, auch behandeln würde. Konnte das die lang erhoffte Hilfe sein?

Vater und Sohn machten sich auf den Weg. Bei der Voruntersuchung angekommen, warteten die beiden drei lange ermüdende Tage in der Schlange, um von einem Arzt angeschaut zu werden. Es sollte sich herausstellen, dass die Anstrengung nicht vergeblich gewesen war, denn Abdul kam tatsächlich für eine Behandlung in Frage.

In der ersten Phase der Behandlung seiner Klumpfüße wurden Abdul schwere Gipsverbände angelegt, um seine verbogene Fußstellung zu korrigieren. Die hüfthohen Gipsverbände sollten seine Füße in eine normale 90-Grad-Stellung bringen. Trotz der eingeschränkten Bewegungsfreiheit, gewann Abduls aufgewecktes und abenteuerlustiges Wesen bald die Oberhand. Nach vielen Verbandswechseln konnte Abdul schließlich operiert werden, um mit diesem letzten Eingriff die Begradigung seiner Füße abzuschließen.

Ein paar Tage nach seiner erfolgreichen Operation wurde Abdul mit kurzen, geraden Gipsschienen, die das Laufen erheblich erleichterten, ins HOPE Center verlegt. Zusammen mit ein paar anderen Jungs, die eine ähnliche Behandlung durchliefen, hoppelte er bald darauf fröhlich auf Krücken durch die Betreuungsstation. „Ich bin glücklich, in Zukunft ohne Schmerzen von zu Hause in die Schule laufen zu können.“, sagte Abdul.

Beim Abschied betritt Abdul selbstbewusst die Gangway. Die medizinische Behandlung durch Mercy Ships und die liebevolle Zuwendung der Mitarbeiter hier haben ihn den Schmerz über vergangene Ablehnung und Spott überwinden lassen und ihm neues Selbstvertrauen verliehen. Vater und Sohn winken ein letztes Mal der Crew zu und treten, voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft, den Heimweg in ihr Dorf an.

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