Abel

Unterwegs in ein neues Leben

Die Beine des 11-jährigen Abel wuchsen nach hinten. Das hielt ihn nicht davon ab, im Tor zu stehen. Doch jetzt, auf geraden Beinen, hat er andere Ziele!

Abels frühe Kindheit verlief ziemlich normal. Doch nach einer Spritze bekam er Probleme mit den Muskeln. Seinen Eltern fiel auf, dass er Mühe hatte mit dem Krabbeln. Seine Muskeln wuchsen nicht mehr – aber die Knochen wuchsen weiter. Wegen der Muskelschwäche bogen sich die Beine von der Hüfte her nach hinten. Seine Eltern brachten ihn zu drei verschiedenen Ärzten, aber keiner wusste, was tun.

Doch Abel hatte einen starken Willen. Er lernte, sich nach vorn zu beugen und so auszubalancieren, dass er laufen, klettern und fast alles tun konnte, was andere Jungen auch tun. Er wurde sogar Torhüter im Fussballteam. Leider konnte er nicht Radfahren, da er nicht gerade im Sattel sitzen und die Pedale treten konnte. Abels Missbildung machte ihn zur Zielscheibe von Spott und Hohn. Aber sein frohes Wesen und die Liebe seiner Eltern halfen ihm, nicht den Mut zu verlieren.

Eines Tages hörte Abels Familie im Radio, ein Schiff würde nach Togo kommen und kostenlose Operationen anbieten. Voller Hoffnung brachte sein Vater ihn in die Hauptstadt Lomé zu einer orthopädischen Voruntersuchung.

Ein paar Tage später wachte Abel nach seiner ersten Operation an Bord der Africa Mercy auf. Das linke Bein lag, mit einem Gipsverband, gerade vor ihm! Während er es staunend betrachtete, fragte er seinen Vater, ob das rechte Bein nach der nächsten Operation auch gerade wäre. Das konnte sein Vater nur bejahen.

Und tatsächlich begradigte eine zweite Operation das rechte Bein. Noch ein dritter Eingriff war nötig – eine plastische Operation an den Knien. Durch sein munteres Wesen und strahlendes Lächeln gewann Abel viele Freunde in der Crew und unter den anderen Kindern im Reha-Bereich des Schiffes.

Abel liebt Fussball, aber er will jetzt kein Fussballstar mehr werden, sondern ein Arzt wie die auf der Africa Mercy, "wegen allem, was sie für mich getan haben", wie er sagt.

Nach über drei Monaten war es endlich soweit und Abel konnte in sein Heimatdorf Homa tief im Busch zurückkehren. Zusammen mit seinem Vater und einem Team von Mercy Ships kletterte er in den Mercy Ships-Land Rover für die sechsstündige Fahrt.

Was für eine Reise! Über zwei Stunden brauchte der Land Rover allein, um den schlammigen, mit tiefen Pfützen übersäten Pfad nach Homa zurückzulegen. Im vierten Gang bahnte er sich unbeirrt seinen Weg über feuchte Dämme und voll Wasser stehende Fahrspuren. Ob er den Kampf mit der Strasse gewinnen würde? Das fragte sich mancher, an dem er vorbei kam. Ein im Schlamm querstehender Lastwagen setzte der Fahrt fast ein Ende. Doch der Rover quetschte sich vorbei, ohne rechts in den Sumpf zu rutschen oder auf der linken Seite die Spiegel des Trucks mitzunehmen.

Das Team und der Land Rover hielten durch und erreichten schliesslich ihr Ziel. Die Nachricht von der Ankunft des Mercy Ships-Autos verbreitete sich in Windeseile, und bald wurde es von neugierigen Dorfbewohnern umringt, die sehen wollten, was die Ärzte für den Jungen mit den krummen Beinen getan hatten.

Die Spannung löste sich, als der Star der Show, ein glücklicher Abel, aus dem Wagen stieg ... mit zwei geraden Beinen! Überraschte Ausrufe, ungläubige Blicke und Jubel füllte die Luft. Abel stand im Mittelpunkt des Interesses. Die anderen Jungen aus dem Dorf hielten sich etwas abseits. War das wirklich derselbe Abel, den sie beschimpft, geschlagen und ausgelacht hatten?

Abel trat mit seinen geraden Beinen an einen kleinen Fussball, aber keiner der Jungen regte sich. Abel, der ihnen ihre Bosheiten nie heimgezahlt hatte, lächelte ihnen freundlich zu. Er war eindeutig der Sieger – und zwar auf allen Ebenen.

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