Akissi

Eine junge Frau kann wieder hoffen

Akissi ist eine lebhafte junge Frau. Ihre strahlend weissen Zähne verstärken das ansteckende Lachen. Doch nicht immer war Akissi zum Lachen zumute...

Aufgewachsen in einer Bauernfamilie auf dem Land im nördlichen Togo, lernte sie schon früh, was es heisst, von früh bis spät unter der glühenden Sonne zu arbeiten.

Sie war sechzehn, als sie mit einem Mann aus der Elfenbeinküste verheiratet wurde. Als das erste Kind kam, lag sie tagelang in den Wehen, bevor sie endlich ins Spital gebracht wurde. Glücklicherweise wurde dort sofort ein Kaiserschnitt gemacht, aber es half nichts - ihr Baby war bereits tot bevor es das Licht der Welt erblickte. Akissi hatte jedoch nicht nur ihr Kind verloren, sie konnte auch ihre Blase nicht mehr kontrollieren. Sie litt an einer Scheidenfistel, einem Riss zwischen Blase und Scheide, der bei Geburtskomplikationen entstehen kann und in Ländern ohne ausreichende medizinische Betreuung häufig vorkommt.

Nun wollte ihr Mann sie nicht mehr bei sich behalten und schickte sie zurück nach Hause. Auf der langen Reise von der Elfenbeinküste zu ihrem Dorf im Norden von Togo versuchte Akissi verzweifelt, ihren Zustand zu verbergen. Aber der unangenehme Geruch, der von ihr ausging, blieb den Mitreisenden im Bus nicht verborgen. Zu ihrem Schmerz kam noch die Schande.

Zurück bei der Familie im Dorf Pkaple hatte Akissi Mühe, den Alltag zu bewältigen. Sie wurde immer trübsinniger und wagte vor Scham kaum den Kopf zu heben.

Dann hörte Akissi im Radio, dass Ärzte in der Nähe ihres Dorfes ein Spital besuchen und dort Frauen untersuchen wollten, die wie sie Inkontinenzprobleme hatten. Sie ging zur Untersuchung und erhielt einen Termin für die Fahrt zu einem Spitalschiff in Lomé. Ihr junges Herz fasste neue Hoffnung.

Mercy Ships sorgte für den Transport der Frauen aus den nördlichen Gebieten Togos zum Hafen in Lomé. Als Akissi dort ankam, war sie überwältigt vom Lärm und der Hektik in der grossen Stadt, aber sie hielt die Augen fest auf das Ziel gerichtet, dass sie in ein paar Tagen wieder ein normales Leben führen würde.

Der erfahrene Gynäkologe Dr. Steve Arrowsmith operierte Akissi. Als ein paar Tage später der Katheter entfernt wurde, war die Blase dicht! Zum ersten Mal seit 18 Monaten war sie nicht mehr inkontinent!

Ehe Akissi das Schiff verliess, nahm sie an einer Feier teil, die Mercy Ships für alle Frauen organisiert, die erfolgreich an einer Scheidenfistel operiert wurden. Trommeln, Klatschen und Singen klangen durch den Raum, als die Frauen in den traditionellen afrikanischen Kleidern hereinkamen, die sie von Mercy Ships als Symbol für den Start in ein neues Leben erhalten. Akissi strahlte vor Freude.

Akissi stand inmitten ihrer Leidensgenossinnen in der Menge, die zur Feier geladen war. „Ich danke allen Ärzten und Pflegenden”, sagte sie. „Jetzt kann ich mich wieder unter die Menschen wagen und muss mich nicht mehr zu Hause verstecken. Danke, Mercy Ships, für alles, was ihr getan habt.“

Dank Mercy Ships und seinem Scheidenfistel-Team kann Akissi in ihr Dorf heimkehren und hat ihr frohes Wesen zurückgewonnen. Sie freut sich auf ein normales Leben – ein Leben ohne Scham, voll neuer Freude.

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