Amina, ihre drei erblindenden Kinder...

...und ihre besondere Geschichte mit Mercy Ships

Die junge Mutter Amina aus Benin ist eine eifrige Beterin. Sie glaubt fest daran, dass Gebete erhört werden. Schließlich ist sie selbst der beste Beweis dafür.

Aminas erste Begegnung mit Mercy Ships in ihrer Jugend

Als sie noch ein kleines Mädchen war, begann sich ihr Augenlicht zu trüben. „Damals hätte sich meine Mutter eine Augen-OP nicht leisten können", berichtet Amina von ihrer ehemals ausweglosen Situation. Ihre Mutter betete. 2001 hörten sie dann plötzlich von Mercy Ships, die nach Benin gekommen waren, und alles wendete sich für Amina zum Guten. Dank einer einfachen operativen Entfernung ihres Grauen Stars konnte sie wieder vollständig sehen. Das damalige Hospitalschiff von Mercy Ships hieß „Anastasis“, griechisch für „Auferstehung“. Passend zum Schicksal der jungen Amina, denn wie wäre ihr Leben wohl ohne diesen chirurgischen Eingriff verlaufen? „Wahrscheinlich würde ich jetzt als Bettlerin auf der Straße sitzen", mutmaßt sie.

Aminas Kinder erblinden

Doch glücklicherweise ist dieser Fall nie eingetreten. Eine inzwischen erwachsene Amina zeigt sich umzingelt von ihrer eigenen Familie: einem Ehemann und vier bezaubernden Kindern. Doch die Erinnerungen an ihre eigene leidbehaftete Vergangenheit kehrte unversehens zurück, als ihr Sohn Jacques zwei Jahre alt wurde. „Wir bemerkten, dass er immer schlechter sah", erinnerte sich Amina. Augenärzte stellten wie damals bei ihr nun auch bei ihm Grauen Star fest. Sie erklärten, dass Jacques deswegen einen operativen Eingriff bräuchte, aber er müsste bis zu seinem zwölften Lebensjahr warten. Die Kindergartenzeit bestritt Jacques tapfer. Doch im Laufe der Zeit wurden Lesen und Schreiben immer schwieriger. „In der ersten Klasse blieb er sitzen und musste das Jahr wiederholen", erzählt Amina. Als sein Augenlicht immer weniger wurde - der Hohn seiner Mitschüler hingegen nicht - entschieden sich die Eltern, ihn von der Schule zu nehmen.

Auch in den lebhaft strahlenden Augen von Tochter Elodie entdeckten sie etwas Absonderliches, als sie Laufen und Sprechen lernte: „Sie fingen an, in unterschiedliche Richtungen auseinander zu blicken. Deswegen neckten andere Kinder sie, ihre Augen seien "verkehrt herum"", erinnert sich Amina. „Ich war untröstlich und sorgte mich um sie, darum betete ich dafür, dass Gott auch bei Elodie ein Wunder bewirken würde, so wie einst bei mir."

Operation unbezahlbar

Die Familie zog um und Jacques wurde von einem anderen Augenarzt untersucht. Er willigte ein, ihn zu operieren, verlangte aber 335 US Dollar dafür. Medikamente, Brille und Nachuntersuchungen nicht mit eingerechnet. „Mein Mann sammelte mühselig das Geld dafür zusammen. Als zur selben Zeit aber sein eigener Vater verstarb, mussten wir das Ersparte stattdessen für seine Beerdigung ausgeben", fasst Amina die unglückselige Entwicklung zusammen. Sie waren verzweifelt.

Dann hörte ihr Ehemann 2016 während der Arbeit im Radio plötzlich davon, dass Mercy Ships erneut nach Benin gekommen war. Sofort brachen sie zur Augenuntersuchung auf. „Ich habe vier Kinder und so entschied ich, sie alle sicherheitshalber untersuchen zu lassen", sagte Amina, obwohl sie glaubte, nur Elodie und Jacques müssten behandelt werden.

Dritte Erblindungsdiagnose und ein freudiges Wiedersehen

In langen Schlangen harrten die Hilfesuchenden für die Augenuntersuchung aus, sie strömten scheinbar von allen Seiten herbei. Am ersten Tag konnten Aminas Kinder noch nicht untersucht werden, es waren zu viele Menschen dort. „Also übernachteten wir an Ort und Stelle, um sicher zu gehen, endlich durchzukommen - was wir am Folgetag auch taten", berichtet der Familienvater. Bei der Untersuchung erfuhren die Eltern, dass die sechsjährige Marie ebenfalls an den Augen operiert werden müsste. Wenigstens Baby Bernards Augen stellten sich als einwandfrei gesund heraus.

Schließlich erhielten die drei Kinder Zugang zur Africa Mercy, wo der ehrenamtliche Augenchirurg Dr. Bob Burlingame die junge Familie in Empfang nahm: „Ich hatte den Eindruck, den Schimmer eines Implantats in Aminas Auge entdeckt zu haben. So erfuhren wir, dass sie Jahre zuvor selbst wegen Grauem Star operiert worden war."

Amina war zuversichtlich: „In meinem Fall war damals alles bestens verlaufen, darum verunsicherte es mich nicht, dass meine Kinder ebenfalls operiert werden müssten. Mein Gott, der Gott meiner Kinder, war es, der die Hände des Chirurgen führen würde. Darum fürchtete ich mich nicht." Dr. Burlingame freute sich danach sichtlich über das positive Ergebnis des Eingriffs: „Es machte mich so froh zu erleben, wie diese Kinder ihre Fähigkeit zu sehen zurückerlangten und wieder aktiv ins Leben fanden. Ihr Vater war ganz wunderbar fürsorglich mit ihnen und empfand eine nahezu unbeschreibliche Dankbarkeit Mercy Ships gegenüber. Und ich selbst, ich war ebenso dankbar für das Glück der ganzen Familie."

„Sieh nur! Ein Vogel!“

Auch nach der Heimkehr der Familie besserte sich das Sehvermögen der Kinder fortlaufend. So verfolgten Amina und ihr Ehemann mit größter Freude, wie sie verschiedenste Dinge zum ersten Mal erlebten und wahrnahmen. „Es brauchte nur ein Vogel am Himmel aufzutauchen, und Elodie würde begeistert ausrufen: „Mama, sieh nur, sieh nur der Vogel dort!" Und dann würden sie alle einstimmen: „Sieh dir den Vogel an, wie er fliegt!", berichtet Amina glücklich.

Im folgenden Halbjahr kehrte Jacques an die Schule zurück, die Schwestern werden folgen. Aus eigener Erfahrung weiß Mama Amina nur zu gut, wie wichtig dies ist: „Ein Kind muss in der Schule lernen zu lesen und zu schreiben und noch so vieles mehr. Nur auf diese Weise kann es später entscheiden, ob und welches Handwerk er oder sie erlernen möchte. Genau das ist der Grund dafür, warum das, was Mercy Ships für unsere Familie getan hat, eine so große Bedeutung hat."


Veröffentlicht am 28.10.2017

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