Edoh

Vom Glück am Leben zu sein

Die Geschichte von Edoh ist ein bewegendes Beispiel für die Arbeit von Mercy Ships für Hilfsbedürftige in einigen der ärmsten Länder der Welt. Im Jahr 1995, als Edoh neun Jahre alt war, stand sie aufgrund einer Tumorerkrankung am Scheideweg zwischen Leben und Tod.

Mercy Ships nahm sich des kleinen Mädchens an und konnte ihr das Leben retten. Heute, als junge Frau, führt Edoh mit ihrer Familie ein normales Leben in ihrer Heimat Togo. Bei dem letzten Einsatz in dem westafrikanischen Land, der erst vor kurzem abgeschlossen wurde, traf Mercy Ships Edoh zu einer Nachbehandlung wieder. Wie so viele andere, ist auch ihre Geschichte dort unvergessen:

Edoh ist das jüngste von sechs Kindern. Als sie ungefähr vier Jahre alt war, rötete sich ihr linkes Auge und begann anzuschwellen. Ihre Mutter suchte in jedem Krankenhaus von Togo bis Ghana verzweifelt nach Hilfe. Aber es war vergeblich.

Als Edoh neun Jahre alt war, hatte ein gewaltiger Tumor in ihrem Gesicht ihr linkes Auge verschoben sowie ihre Wange und ihren Mund völlig deformiert. Sie hatte Schwierigkeiten zu essen und bekam kaum noch Luft – sie war kurz davor zu ersticken.

Schließlich hörte ihre Mutter von dem Mercy Ships Hospitalschiff, das gerade vor Togo angelegt hatte und kostenlos medizinische Versorgung für Bedürftige anbot. Also brachte sie Edoh zur Voruntersuchung, dem sogenannten Screening, dorthin.

Eine riesige Menschenmenge von 6.000 Kranken und Hilfsbedürftigen drängte in ein Sportstadion in der togolesischen Hauptstadt Lomé, in dem das Screening stattfand. Diese verzweifelten Menschen führen ein Leben in Elend und Abweisung, weil ihre Krankheiten und Missbildungen in ihrer Kultur als Fluch gedeutet werden. Wie jeder andere in ihrer Gesellschaft einfach zu arbeiten und zu leben, ist für sie daher unmöglich. Sie wünschen sich nichts mehr als eine Operation, die ihr Leben verändert. Viele Betroffene bestätigen uns immer wieder, dass die Hilfe von Mercy Ships für sie als die einzige Chance auf ein normales Leben erscheint.

Plötzlich, inmitten all des Leids und der Verzweiflung, entdeckten die Wartenden in der Menge ein kleines Mädchen, das keuchte und um Luft rang. Ergriffen von ihrem Anblick, hoben die Menschen in der schier endlosen Schlange Edoh auf ihre Hände und trugen sie nach vorne, ganz an den Anfang der Warteschlange.

Edoh erinnert sich an diesen Moment, der ihr Leben für immer verändert hat: „Ich weiß noch, wie ich über die Köpfe der Menschen gehoben und bis zum Eingangstor des Stadions weitergereicht wurde. Eine Krankenschwester hat mich gesehen und sagte, ‚Dieses Mädchen müssen wir unbedingt operieren.‘“

An diesem Tag erhielt Edoh eine Patientenkarte mit einem Termin für ihre Operation. Ein Termin, der ihr das Leben retten würde. Kurz darauf empfing man sie zur Behandlung auf dem damaligen Hospitalschiff von Mercy Ships, der Anastasis.

Nach einem komplizierten aber geglückten Eingriff und ihrer Genesung auf dem Schiff, kehrte Edoh in ihr Dorf und zu einer überraschten Dorfgemeinschaft zurück. Dass Edoh geheilt war, war ein Wunder für sie und sie feierten dieses Wunder mit einem großen Fest.

Zwei weitere chirurgische Eingriffe folgten in den Jahren darauf, unter anderem auch in Deutschland. Edohs Gesicht wurde dadurch wieder hergestellt. Jetzt, 17 Jahre nach der ersten Operation, besuchte Edoh gemeinsam mit ihrer Mutter erneut das Hospitalschiff, diesmal die Africa Mercy, vor Togo für eine chirurgische Nachbehandlung. Ihre Mutter kam für eine Leistenoperation mit an Bord.

Voller Glück beschreibt sie den Wandel in ihrem Leben. Sie erinnert sich, wie sie andere Menschen gemieden hatte, wie sie nicht in die Schule gehen konnte und wie sie sich aus Scham zuhause versteckt hatte. Aber seit den Operationen konnte sie überall hingehen, sogar in die Schule.

Edoh möchte Krankenschwester werden, um anderen Menschen helfen zu können, genauso, wie die ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Mercy Ships ihr geholfen haben.

Mit einem Lächeln im Gesicht sagt Edoh heute: „Wäre Mercy Ships nicht gewesen, wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr am Leben. Es ist ein großes Glück für mich! Mercy Ships hat mein Leben verändert. Früher habe ich in den Spiegel gesehen und hatte Mitleid mit mir selbst. Aber jetzt wird mir bewusst, was mit mir geschehen ist, und dass Gott geholfen hat. Ich habe alles in Gottes Hände gelegt.“

Jetzt Spenden
bringt Hoffnung und Heilung...
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×