Elina

Böswillig verbrannt: Elinas Weg zurück in ein normales Leben

Als Charlotte die tragische Geschichte von ihrer Tochter erzählt, kann der Dolmetscher auf einmal nicht mehr weitersprechen. Er wird so von den Gefühlen übermannt, dass er in Tränen ausbricht.

Madagaskar, im Sommer 2016: Charlotte und ihre 6-jährige Tochter Elina stehen versteckt im Gebüsch und beobachten die Warteschlange. Ein Ärzteteam von Mercy Ships ist schon früh ins kleine Spital gekommen und lockt viele Menschen an. Angst, und vielleicht auch Scham, halten Charlotte und Elina davon ab, sich unter die Menge zu mischen.

Aber sie werden bemerkt und verlassen ihr Versteck. Eine unserer Pflegekräfte nimmt sie in Empfang und ermuntert sie zu erzählen, wie es zu den schweren Verbrennungen an Elinas Oberkörper gekommen ist. Die Neugier weicht beim Zuhören bald einem tiefen Mitgefühl, und dann kann auch der zweite Dolmetscher nicht mehr weiterreden!

Fünf Monate zuvor war Elina für ein paar Tage bei ihrer Tante. Aus ungeklärten Gründen kam es zum Streit zwischen der Tante und einer anderen Frau. In einem Anfall von Wahnsinn, vielleicht auch Rache, stiess diese Frau die kleine Elina in ein Feuer und drückte sie dazu noch fest in die Flammen! Sie wurde sofort verhaftet. Aber der Schaden war angerichtet: Elina erlitt schwere Verbrennungen dritten Grades.

Elina kam ins „Spital“ und wurde dort mehr schlecht als recht versorgt. Um die Behandlung bezahlen zu können, verkaufte Charlotte ein Feld und einen Teil ihres Besitzes. Doch nach vier Wochen war das Geld aufgebraucht und die beiden wurden aufgefordert, das Spital zu verlassen.

Was Elina von Anfang an gebraucht hätte, wäre eine auf Verbrennungen spezialisierte Pflege gewesen. Nun ist ihre Haut an mehreren Stellen zusammengewachsen, so dass sie den rechten Arm nicht mehr bewegen kann und der Kopf nach hinten gezogen wird. Ausserdem ist ihr Körper übersät mit unzähligen Wunden, von denen einige noch offen und entzündet sind. Sie leidet unter starken Schmerzen, ihr Anblick ist nur schwer auszuhalten. Der Blick des kleinen Mädchens lässt nur erahnen, was sie durchmacht.

Der Aufenthalt an Bord wird lang werden. Sehr lang. Der erste Schritt zur Heilung besteht darin, die offenen Wunden zu behandeln. Dazu müssen immer wieder die Verbände gewechselt werden. Am Anfang reagiert Elina nur sehr zögernd auf jede Art von Berührung. Doch nach viel gutem Zureden lässt sie es endlich geschehen. Vier Monate später strahlt sie über das ganze Gesicht und freut sich wieder am Leben. Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, um die Hauttransplantationen vorzunehmen, die ihren Körper wieder aus seinem Gefängnis befreien, dann folgt die Physiotherapie.

Doch schliesslich kann Elina Kopf und Arm wieder normal bewegen. Auch die innere Heilung ist auf gutem Weg. Wir wünschen Elina sehr, dass die Narben sie mehr an die frohen Momente an Bord des grossen weissen Schiffes erinnern als an den schrecklichen Tag, der ihr junges Leben so durcheinandergebracht hat!

bringt Hoffnung und Heilung...
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