Emmanoel

Emmanoel kann wieder atmen

14.04.2014

In der Nacht vor dem Operationstermin ihres kleinen Sohnes an Bord der Africa Mercy kann Elodie nicht schlafen. Erschöpft ruht ihre Hand auf dem Kleinen. Sie möchte bei ihm sein, falls er aufwacht- oder falls er nicht mehr aufwacht.

Die Nachtschwestern von Mercy Ships beugen sich regelmäßig über Emmanoels Bett: „Er ist in guten Händen. Sie sollten versuchen, etwas zu schlafen.” Elodie nickt, aber sie rührt sich nicht. An Schlaf ist für sie nicht zu denken.

In den letzten 18 Monaten haben ihr Mann Maurice und sie alles versucht, um ihrem Sohn zu helfen. Sie machten sich Sorgen, weil sein Atem so flach und angestrengt klang, als litte er unter starkem Asthma. Die Ärzte sagten zunächst, er habe „einfach Malaria“. Aber die Atembeschwerden wurden so schlimm, dass er mehrmals am Tag ohnmächtig wurde.

In einem anderen Krankenhaus fanden die Ärzte schließlich die Ursache: Ein Tumor hatte sich an Emmanoels Gaumen gebildet. Er musste so schnell wie möglich operiert werden, sonst würde der Kleine allmählich daran ersticken. Aber im Krankenhaus konnte man diese Operation nicht durchführen.

Maurice und Elodie wussten nicht mehr weiter und ihrem Sohn blieb nicht mehr viel Zeit. Die Ohnmachtsanfälle kamen so regelmäßig, dass Elodie ihn schon gar nicht mehr ins Krankenhaus brachte. Es konnte ihm sowieso keiner helfen.

Während der Zeit der schlaflosen Nächte arbeitete Maurice im Frachthafen von Pointe Noire. An einem nebligen Freitag sah er ein ungewöhnliches Schiff. Es hieß, es sei ein Krankenhaus an Bord. Maurice und Elodie zählten die Tage, bis die Ärztedes Schiffs mit ihren Sprechstunden begannen.

Als es endlich soweit war, warteten Emmanoel und seine Eltern gemeinsam mit über 7.300 Anderen in einer langen Warteschlange auf die Untersuchung. Plötzlich fiel Emmanoel wieder in Ohnmacht. Er musste sofort von unserem Notfallteam behandelt werden, womit er an die Spitze der Schlange rückte.

Emmanoel wurde einer unserer ersten Patienten im Kongo. Nach der Operation wurde aus ihm ein völlig anderes Kind. Lächelnd schmiegte er sich in die Arme seiner überglücklichen Eltern. „Ich kann es kaum erwarten, dass er ‘Mama’ sagt”, sagt Elodie, denn wegen des Tumors hatte ihr Sohn noch nicht sprechen gelernt.

Am Ende der Genesungszeit hat Emmanoel zur Freude seiner Mutter schon drei Worte gelernt: „Mama“, „Onkel“ und „morgen“. Ab jetzt können Maurice und Elodie auch wieder gut schlafen, denn für ihr Kind wird es ein „Morgen“ geben.

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