Fifalina

Ein außergewöhnlich tapferes Mädchen

Das kleine, außergewöhnlich tapfere, neunjährige Mädchen erkämpfte sich einen Platz im Aufnahmezentrum von Mercy Ships. Fifalinas Beine schienen sich unter ihrem Körper gewissermaßen zu falten, sodass es ihr nicht möglich war, sich längere Zeit in einer aufrechten Position zu halten.

„Nach Fifalinas Geburt sahen ihre Beine noch ganz normal aus“, berichtet ihre Mutter Ludvine. Als sie dann zu laufen begann, stürzte Fifalina oft und Ludvine bemerkte, dass sich die Beine ihrer Tochter Stück für Stück immer mehr verbogen.

Fifalinas Vater versuchte verzweifelt Arbeit zu finden, um für seine Family sorgen zu können. Trotz finanzieller Probleme schaffte es die kleine Family, genügend Geld für einen Arztbesuch für ihre Tochter aufzutreiben. Der einheimische Arzt konnte Fifalina jedoch nicht helfen und verordnete ihr lediglich etwas mehr Kalzium. Daraufhin suchten die verzweifelten Eltern Hilfe bei einem traditionellen Heiler, welcher die Beine ihrer Tochter massierte. Doch nichts von alledem half und Fifalinas Zustand wurde zusehends schlechter.

Das lebhafte kleine Mädchen wollte aber trotz ihrer körperlichen Einschränkungen unbedingt die Schule besuchen. Anfänglich konnte Fifalina den 30-minütigen Schulweg noch bewältigen, bis sich ihr Zustand immer mehr verschlechterte. Ludvine erinnert sich: „Eines Tages stürzte Fifalina in der Schule, danach waren ihre Beine so stark verbogen, dass ich sie den ganzen Weg zur Schule und wieder zurück nach Hause auf meinem Rücken tragen musste. Der Schulbesuch war für Fifalina nicht immer eine angenehme Erfahrung. „In der Schule werde ich immer zurückgelassen. Ich kann nicht mit den anderen Kindern spielen. Aber wenn ich geheilt bin, werde ich mit ihnen spielen“, flüstert Fifalina.

Ludvine erfuhr durch einen Fernsehbericht von Mercy Ships. „Sie sagten, Mercy Ships ist Heilung“, fügt sie erklärend hinzu. „Ich dachte zuerst, dass die Ärzte nur Tumore operieren und wusste nicht, dass dort auch Beine wieder begradigt werden. Dann erfuhr ich durch ein veröffentlichtes Video von Vanyas Geschichte und ihrer Heilung. Das Gleiche wünschte ich mir natürlich auch für meine Tochter.“ Fifalinas Familie hörte von einem Erstuntersuchungstermin in ihrer unmittelbaren Umgebung und machte sich sofort dorthin auf den Weg. „Ich habe fest daran geglaubt, dass die Ärzte meinen Beinen helfen können und ich wollte es unbedingt nochmal versuchen“, erzählt Fifalina. Nur kurze Zeit später erhielt sie dann den erhofften Operationstermin.

Mercy Ships Spezialist Dr. Frank Hayden (USA) führte den orthopädischen Eingriff durch, indem er Fifalinas Ober- und Unterschenkelknochen durch eine Drehung von mehr als 200 Grad korrigierte. Zahlreiche Stifte fixierten ihre Hüften und Knie, um diese in die richtige Ausrichtung zu bringen. Nach erfolgreicher Operation wurden Fifalinas Ober- und Unterschenkel mit einem Gipsverband gestützt, welcher fast so viel wog wie sie selbst.

Mit neun Jahren war Fifalina gerade mal so groß wie eine vierjährige, entsprechend der Durchschnittsgrößen laut Weltgesundheitsorganisation.

Während der Heilungsphase musste Fifalina eine sehr schmerzhafte Zeit überstehen, die sogar einen Erwachsenen an die Grenzen des Ertragbaren gebracht hätte. Doch Fifalina biss tapfer die Zähne zusammen und lächelte ununterbrochen. Durch ihre niedliche Art, die sie ständig durch ihr ansteckendes Grinsen und Kichern zum Ausdruck brachte, hätte man leicht die unglaubliche Tapferkeit dieser kleinen Kämpferin übersehen können.

Nachdem die Gipsverbände nach langer Zeit von ihren Beinen entfernt werden konnten, erklärte die Neunjährige voller Zuversicht: „Jetzt werde ich wieder laufen lernen!“ Als Ludvine zum ersten Mal die begradigten Beine ihrer Tochter sah, war sie sprachlos und brach in Tränen aus.

Nach der Operation folgten viele Monate, in denen Fifalina sich nur durch Schienen gestützt aufrecht halten konnte. Ihre Muskeln waren schwach und untrainiert und ehrenamtliche Physio-therapeuten übten mit ihr täglich, bis sie schließlich nach langer Zeit wieder mühsam das Laufen lernte.

Im Laufe der langen Zeit, die ihre Tochter für ihre Genesung benötigte, dachte Ludvine viel über die vergangenen Geschehnisse nach: „Hätte Fifalina diese Hilfe nicht erhalten, hätte sie sehr leiden müssen und ich mit ihr. Auf den Fotos vor ihrer Operation sah es so aus, als ob ihre Knie gleich nach unten rutschen würden – so verbogen waren ihre Beine. Wäre ihr Zustand so geblieben wie er war, hätte sie sich irgendwann nur noch auf Knien fortbewegen können und unsere Probleme wären immer größer geworden. Ich wäre auch irgendwann nicht mehr in der Lage gewesen, sie zu tragen. Jetzt kann sie wieder neben mir laufen und meine Hand halten“, berichtet Ludvine glücklich.

Dann kam endlich der Tag, an dem Fifalina einen Meilenstein erreichen konnte – ohne Hilfe auf einem Bein balancieren, einen Fuß vor den anderen setzen und auf Zehenspitzen stehen. All diese spielerischen und gewöhnlichen Aktivitäten eines Kindes waren ganz neue Erfahrungen für dieses außergewöhnliche Mädchen. Ludvine ist überzeugt davon, dass Fifalina eine großartige Lehrerin abgeben würde, wenn sie groß ist. Aber die Mercy Ships Mitarbeiter sind der Meinung, dass die Neunjährige durch ihre Tapferkeit bereits jetzt schon ein Vorbild ist.

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