Fodè

Eine Liebe ohne Grenzen

03.12.2013

Durch Grauem Star die Sehfähigkeit zu verlieren, ist ein schwerer Schicksalsschlag. Doch für den 45-jährigen Fodé stand noch viel mehr auf dem Spiel.

Fodé hatte unter einer schweren Kinderkrankheit gelitten und war in der Folge taubstumm geworden. In den darauffolgenden Jahren hatte er die L’Ecole des Ourdes besucht, eine Schule für taubstumme Menschen in Conakry. Dort war er der ebenfalls taubstummen Hawe begegnet. Bald entwickelte Fodé ein über eine Bekanntschaft hinausgehendes Interesse an ihr und es dauerte nicht lange, bis er beschloss, Hawe seine Gefühle in einem Brief zu offenbaren. Hawe erwiderte seine Zuneigung und bald darauf heiraten die beiden.

Einige Monate ist es her, dass sich bei Fodé erste Anzeichen der Krankheit zeigten. Der Graue Star befiel beide Augen und trübte zunehmend sein Augenlicht. Fodé hatte große Angst, die einzige ihm verbliebene Verbindung zur Außenwelt auch noch zu verlieren. Durch den Verlust der Sehkraft hätte Fodé nicht nur sein Einkommens verloren, sondern auch die Fähigkeit zu lesen, zu schreiben, zu kommunizieren und sich allein zu versorgen.

Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Graue Star in den Entwicklungsländern die Hauptursache für Sehbehinderungen. Einer der Hauptgründe für die fatalen Folgen, die diese Krankheit dort mit sich bringt, ist der größtenteils eingeschränkte oder nicht vorhandene Zugang zu operativer Versorgung. Statistisch kommen in Ländern südlich der Sahara auf einen Augenarzt ungefähr 1 Million Patienten (Quelle: Vision 2020).

Für Fodé gab es kaum Hoffnung auf Hilfe, obwohl seine Erkrankung in der westlichen Welt einfach zu behandeln wäre. Als die Africa Mercy im Hafen von Conakry anlegte, hatte Fodé bereits seit vielen Monaten in kompletter Isolation gelebt. Um mit Fodé weiterhin kommunizieren zu können, hatten Hawas und Fodés Geschwister, die die Pflege unter sich aufteilten, eine außergewöhnliche Methode erfunden: Durch bestimmte Handbewegungen auf seiner Brust schafften sie es, mit ihm in Kontakt zu bleiben. Der Tastsinn war der einzige Weg, auf dem Fodé sich noch mitteilen konnte.

Doch mit der Ankunft von Mercy Ships begann Fodés Familie, neue Hoffnung zu schöpfen. Etwas, auf das sie nicht zu hoffen gewagt hatten, war nun in greifbare Nähe gerückt: Eine Operation, durch die Fodés Augenlicht wiederhergestellt werden konnte!

Fodés Bruder begleitete ihn zum Screening. Beide verständigten sich mit Hilfe ihrer ungewöhnlichen Zeichensprache, die nur sie verstanden. „Mercy Ships kann helfen!“ „übersetzte“ man Fodé mittels Berührungen. „Unsere ganze Familie ist gesegnet“, sagte eine seiner Schwestern. „Jeder in der Familie kann sich nun freuen, weil Fodé wieder sehen wird!“

Fodé war in Begleitung seiner Schwestern zur Abnahme der Verbände gekommen. Hawe wartete zu Hause auf ihren Ehemann, da sie aufgrund ihrer eigenen Behinderung nicht hatte mitreisen können. Fodé blinzelte und schaute sich vorsichtig um. Allmählich schien die Welt um ihn herum wieder Gestalt anzunehmen. Dann hielt er eine Hand vor das Gesicht und Tränen der Freude und der Erleichterung liefen ihm über die Wangen! Endlich war er aus dem dunklen Gefängnis der Isolation befreit, das ihn viele Monate lang festgehalten hatte.

Fodés Familie freut sich von ganzem Herzen mit ihm! „Fodé ist glücklich“, sagt seine Schwester, „weil er nun nach Hause gehen und endlich seine Frau wiedersehen kann!“

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