Jaka

Ein kleines Mädchen mit großem Lachen

02.10.2013

Wenn es auf der Welt etwas gibt, das allen Kindern gemeinsam ist, dann ist es der Bewegungsdrang. Wer erinnert sich nicht gern daran, wie man im Kreis herumwirbelte, allein oder mit Kameraden, bis einem ganz schwindelig wurde, sich die ganze Welt zu drehen schien und man aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Wissen Sie es noch?

Vor vier Jahren tanzte auch Jaka mit ein paar Kindern herum, während ihre Mutter auf dem Markt war. Die Arme ausgebreitet, das Kinn in die Höhe gereckt, ein Lachen im Gesicht, so wirbelte sie herum. Aber dann verlor sie das Gleichgewicht und stürzte mit erhobenem Arm in die Feuerstelle ihrer Tante. Ein Topf mit kochendem Wasser ergoss sich über Schultern, Arme und Rücken. Das Lachen erstarb und verwandelte sich in lautes Schreien!

Jakas Mutter, Fanta, konnte die 1,5 Millionen Guinea-Francs – knapp 160 € – nicht aufbringen, die die Behandlung im Krankenhaus gekostet hätte. Und so lag Jaka die nächsten acht Monate auf ihrem kleinen Bauch, zusammengekrümmt vor Schmerzen, während ihre Mutter ihr Luft zufächelte.

Mit der Zeit heilten die Verbrennungen auch ohne ärztliche Hilfe oder Rehabilitationsmaßnahmen, aber an der linken Seite verwuchs die Haut der Schulter mit dem Arm, so dass Jaka, als alle Wunden verheilt waren, den Arm von der Achsel bis zum Ellbogen nicht mehr bewegen konnte.

Heute erholt sich die 9-jährige Jaka von der kostenlosen Operation, durch die ihr Arm wieder gelöst wurde. Ihr Oberkörper ist zwar immer noch mit zahlreichen Brandnarben bedeckt – an Kopf, Hals, Schultern, Rücken und Armen –, aber das fällt kaum auf, wenn man sie mit ihrer Zahnlücke fröhlich lächeln sieht.

Wischen und waschen – das sind die Dinge, die Jaka mit dem wieder gesunden Arm tun will. Das mag für viele nicht verlockend klingen, aber ganz normal im Haushalt helfen, das konnte Jaka bislang nicht. „Ich bin so froh“, sagt sie. „Wenn ich nach Hause komme, werde ich die ganze Zeit arbeiten, weil ich das jetzt kann.“ Ihre Mutter freut sich über den Enthusiasmus! Ohne die Behinderung kann Jaka nun endlich auch die Schule besuchen.

Obwohl noch im Krankenbett, strahlt Jaka überglücklich. Sie kann ihre Freude auf die Zukunft kaum für sich behalten – spielen, in die Schule gehen, mit ihren neun Geschwistern den vorbeifahrenden Autos hinterhersehen. Aber was sie an der Operation und der anschließenden Rehabilitation am meisten freut, ist etwas viel Einfacheres: „Klatschen!”, sagt sie. Mit dem freien Arm kann sie jetzt endlich wieder in beide Hände klatschen. Wenn das nicht ein Happyend ist, das einen Applaus verdient hat!

Jetzt Spenden
bringt Hoffnung und Heilung...
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×