Mary

Das Warten hat sich gelohnt!

Viele Jahre lang litt Mary unter den Hänseleien ihrer Klassenkameraden. Sie riefen ihr zu: „Dein Gesicht sieht aus wie ein Sack“ und „Sackgesicht“. Ein Tumor bedeckte fast ihr gesamtes linkes Auge und breitete sich über ihrer Gesichtshälfte aus. Das Gesicht wirkte dadurch erschlafft und das Mädchen sah deshalb immer traurig aus. Die 14- Jährige kam jeden Tag mit verweinten Augen nach Hause, die unter ihrem Tumor hervorquollen. Mary fragte sich, ob das Ding in ihrem Gesicht jemals weggehen würde.

Der Tumor, ein Neurofibrom, wuchs über Jahre hinweg und wurde immer größer. Solch eine Geschwulst entsteht um Nervenbahnen herum und wächst in seltenen Fällen sogar bis zum Gehirn. Je länger der Tumor unbehandelt bleibt, desto gefährlicher wird er.

Marys Tumor wuchs jahrelang weiter, weil sich ihre Eltern eine Behandlung nicht hatten leisten können.

Ihre Familie brachte Mary zu verschiedenen Ärzten, die immer wieder die gleiche Antwort gaben: „Nein, wir können dem Mädchen nicht helfen!” So vergingen Tage, Monate und Jahre, während der Tumor sich in Marys Gesicht langsam aber stetig immer mehr ausbreitete.

Als ihre Familie von Mercy Ships hörte, brachte sie Mary nach Nigeria. Kurze Zeit später stand sie dann in der langen Warteschlange, um einen Termin für ihre Voruntersuchung zu erhalten. Endlich, am Ende eines langen Tages bekam Mary dann die ersehnte Karte mit einem Termin für eine weitere Untersuchung. Ein Chirurg sollte im Anschluss daran entscheiden, ob die Geschwulst wirklich operabel sei.

Zwei weitere Wochen musste Mary warten. Ihre Mutter hielt es für das Beste, Mary so lange zu Hause zu behalten, bis eine endgültige Entscheidung gefallen sei. Als die Tage vergingen, verbrachte Mary viele Nachmittage damit alleine zu spielen und ihrer Mutter stillschweigend bei Näharbeiten zu helfen. Oft wartete sie auch einfach nur ungeduldig darauf, bis ihr Zwillingsbruder von der Schule nach Hause kam.

Endlich kam schließlich der langersehnte Tag. Mary stieg in das Mercy Ships-Auto, welches sie in den Hafen fuhr. Zum ersten Mal erblickte sie das große, weiße Schiff. Zunächst musste sie erneut warten, da auch dieses Mal bereits wieder viele andere Patienten vor ihr in der Warteschlange am Kai standen. Schließlich wurden Mary und ihre Mutter in das Medizinzelt gerufen. Nach Jahren des Wartens, erhielt sie großartige Neuigkeiten: „Wir freuen uns, dir und deiner Mutter mitteilen zu können, dass wir dir helfen und dich operieren werden – sogar noch in dieser Woche!“ Marys Mutter strahlte über ihr ganzes Gesicht und war erleichtert und glücklich. Als Mary diese Nachricht erfuhr, huschte in diesem Moment ein Lächeln über ihr Gesicht. Endlich schöpfte sie nach so langer Zeit des Wartens wieder neue Hoffnung für ihre Tochter.

Drei Tage später wurde Mary in den OP-Saal geschoben. Ihre Mutter saß mit gesenktem Kopf still im Warteraum. Es machte den Anschein, als ob sie betete. Stunden später wurde Mary dann auf ihrem Krankenhausbett wieder auf die Station geschoben. Ein dicker Verband bedeckte ihre linke Gesichtshälfte, über der sich zuvor der Tumor ausbreitete.

Aber das Warten hatte für den Teenager noch kein Ende. Erst nach zwei Tagen wurde der Verband durch einen dünneren ausgetauscht. 48 weitere Stunden musste sie abwarten, bis sie sicher sein konnte, dass der Tumor aus ihrem Gesicht verschwunden war. Ihr „Sackgesicht“ wich endlich dem gesunden, normalen und hübschen Gesicht einer 14-Jährigen.

Jetzt begann die lange Genesungsphase. Mary vertrieb sich währenddessen die Zeit mit ausmalen, spielte Spiele oder schaute sich Kinderfilme an. Als die Krankenschwestern schließlich kamen, um den alten Verband zu wechseln, war sie sehr nervös. Zum ersten Mal nach ihrer OP bekam Mary einen Spiegel in die Hand. Sie begann zu lächeln und erkannte plötzlich, wie wunderschön sie war!

In dieser Nacht betrachtete Mary sich stundenlang im Spiegel. Sie musste sich immer vergewissern, dass dies nun tatsächlich ihr neues Gesicht war. „Ja, es ist wahr, der Sack in meinem Gesicht ist wirklich weg!“

Zwei Wochen später wartete Mary wieder am Kai. Sie war mittlerweile entlassen worden und kam zur Nachuntersuchung zum Schiff zurück. Es sollte ihr letzter Termin sein. Dort, wo früher ihr Tumor war, erinnerte nur noch ein kleines „x“ aus dünnen Klebestreifen an die Geschwulst.

Als Mary am hinteren Ende des Behandlungszeltes saß, breitete sich ein selbstbewusstes Lächeln in ihrem Gesicht aus. Eine der Krankenschwestern, die Mary während ihres Aufenthaltes gepflegt hatte, erklärte: „Sie scheint jetzt ein ganz neuer Mensch zu sein. Es war erstaunlich, ihre Veränderung mit anzusehen – bei ihrer Aufnahme war sie schüchtern, aber die Nacht vor ihrer Entlassung tanzte sie ausgelassen."

Seit der Entfernung der Geschwulst strahlte Mary und war erfüllt von Hoffnung – das lange Warten auf Heilung fand endlich ein Ende!

bringt Hoffnung und Heilung...
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