Nana

Trotzdem geliebt

23.05.2015

„Ich war tief berührt von der Empathie der anderen VVF-Patientinnen, von Freunden und dem Pflegepersonal, als sich zeigte, dass die Fistel geschlossen und ich nicht mehr inkontinent war“, erinnert sich Nana.

Im Alter von 15 Jahren wurde Nana dem fünf Jahre älteren Bauern Kabinet zur Frau gegeben. Schon bald darauf wurde sie schwanger. Nach neun Monaten begann sie mit den Vorbereitungen für die Geburt, da Nana wusste, dass neun volle Monde bis zur Geburt vergehen sollten. Als aber nach weiteren vier Wochen immer noch nichts passierte, war Nana sehr besorgt. Sie ging zu einem traditionellen Wunderheiler in ihrem Dorf, der ihr eine Mixtur zum Einnehmen gab. Nach der Einnahme hatte sie zwar mit Unwohlsein zu kämpfen, aber die Wehen setzten noch immer nicht ein. Doch bald darauf bekam sie so starke Schmerzen, dass sie sich nicht mehr zu helfen wusste. Nana brauchte dringend medizinische Hilfe!

Das ganze Dorf half, damit sie ins nächste Krankenhaus gebracht werden konnte. Viele Stunden wurde die junge Frau mit einer selbstgemachten Hängematte getragen. Es folgten weitere qualvolle Stunden in einem Taxi, bis sie das Hospital erreichte. Während des dreitägigen Aufenthalts wurde das mittlerweile tote Kind aus ihrem Körper entfernt. Sehr lange konnte sie danach ihre Beine nicht mehr bewegen und bald darauf musste sie feststellen, dass sie inkontinent war.

Während der Genesungszeit bei ihren Eltern bekam sie Besuch von ihrem Ehemann und dessen Familie. Seine Worte sind ihr unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt: „Kabinet erklärte, dass er mich erst als Frau zurücknehmen werde, wenn ich geheilt sei.“

Als Nana sich wieder bewegen konnte, ging sie in ihrer Verzweiflung heimlich zu ihm, um ihn zu bitten, sie wieder zur Frau zu nehmen. Als Kabinet ihr sagte, dass er sie nicht mehr liebe, war ihr das letzte Fünkchen Hoffnung genommen.

Vom Ehemann verlassen und damit öffentlicher Schande ausgesetzt, kehrte Nana auf den Bauernhof ihrer Eltern zurück. Zusammen mit ihrer Mutter sorgte sie dafür, dass immer genügend Seife zum Waschen und Einlagen bereitlagen. Aber so sehr sie es auch versuchten, sie kamen dem ständigen Auslaufen nicht hinterher. Die Mixturen der verschiedenen Wunderheiler, die sie besuchten, zeigten keinerlei heilende Wirkung, sondern verursachten stattdessen schlimme Kopfschmerzen und Ausschläge.

Doch das Blatt sollte sich wenden. Eines Tages traf Nana Djibril, der in einem Bauunternehmen tätig war. Er zeigte Interesse an ihr und wollte ihr Herz für sich gewinnen. Doch Nana war vorsichtig. Sie erzählte ihm von ihrer Inkontinenz. Entgegen ihrer Befürchtungen bekräftigte Djibril, dass sie ihn in ihrer Situation umso mehr bräuchte. „Wie auch meine Eltern, hatte Djibril keine Zweifel daran, dass mir eines Tages geholfen werden könnte. Er kam genau zur richtigen Zeit. Wie konnte ich einen so liebevollen Mann nicht heiraten?“, erzählt Nana.

Mit den Einnahmen aus seinem Unternehmen war es Djibril möglich, Nana drei Anreisen zu einem Krankenhaus in Sierra Leone zu ermöglichen, das für die Behandlung von VVF bekannt war. Doch dort wurde sie aus den verschiedensten Gründen dreimal abgewiesen.

Trotz der Rückschläge gab das Ehepaar nicht auf. Eines Tages schaute Djibril mit einem Mann fern, der sehr gut Französisch sprach. Dieser übersetzte ihm die Ansage des Nachrichtensprechers, der die Ankunft eines Hospitalschiffes ankündigte, das kostenlose medizinische Hilfe bringt. Die Ärzte wollten unter anderem Menschen mit Tumoren und besonders auch Frauen mit Geburtsverletzungen behandeln. „Djibril rief mich sofort an und erzählte mir davon. Mir war schnell bewusst, dass das eine Antwort auf meine Gebete zu Gott war“, erinnert sich die junge Frau.

Mit einer Gruppe von Frauen, die das gleiche Problem wie sie hatten, erschien Nana zur Voruntersuchung. Sie erhielt eine Patientenkarte, die ihr eine Operation auf dem Schiff zusicherte. Nachdem die erste Operation die Inkontinenz nicht völlig behoben hatte, war eine weitere nötig. Als die Fistel auch nach dem zweiten Eingriff nicht völlig korrigiert war, gab Nana ihre Hoffnung auf Heilung trotzdem nicht auf. Sie wusste, dass sie bei Mercy Ships am richtigen Ort war.

Ihr unbeirrbarer Glaube war nicht vergebens – die dritte Operation verschloss die Fistel ganz. Nach zwei Wochen war Nana endlich trocken!

Nana freut sich darauf, nach einer Genesungsphase auf dem Hof ihrer Eltern wieder zu ihrem Ehemann zurückzukehren. „Ich weiß gar nicht, wie ich mich für all die Liebe, Unterstützung und medizinische Hilfe bedanken soll, die mir durch euch zuteil geworden ist“, sagt sie den Mitarbeitern bei ihrem Abschied vom Schiff. „Nur Gott kann euch dafür belohnen! Und ich weiß, dass er das tun wird!“

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