Oceane

Ein freudiges Wiedersehen

Es war ein freudiges Wiedersehen, als der leitende Schiffsarzt, Dr. Gary Parker, Oceane nach sieben Jahren beim erneuten Einsatz in Benin wiedertraf. 2009 wurde sie bereits schon einmal von ihm auf unserem Hospitalschiff behandelt. Sie heute als lebensfrohes, junges Mädchen zu erleben, lässt kaum den Zustand erahnen, in dem sie zu den Voruntersuchungen zu Mercy Ships gebracht wurde.

Oceane kam damals mit einer Enzephalozele zur Voruntersuchung - eine Fehlbildung der Gehirnanlagen, bei der Hirnflüssigkeit durch eine nur 1,4 cm Lücke in ihrer Schädeldecke austrat und sich in der Hautaussackung ihres Halses ansammelte. Dies war die Ursache ihres übergroßen, "zweiten Kopfes".

Ihre medizinische Untersuchung bei einem der Mercy Ships Screenings verdankte das Mädchen der Initiative ihrer Mutter Philomen. Zu Oceanes Glück entschieden sich die Ärzte zu einer Operation. Die ballonartige Ausformung musste entfernt und anschließend ein kleiner Schlauch, ein sogenannter Shunt, in ihr Gehirn eingebracht werden. Dieser sollte das überflüssige Gehirnwasser in ihren Bauch ableiten. Bis zum frühesten Operationstermin musste sie allerdings noch bis Oktober warten.

Nach dem kostenlosen Eingriff, konnte sich Oceane auf der Krankenstation an Bord der Africa Mercy erholen.

Sieben lange Monate des Wartens - eine Zeit der zunehmenden Entmutigung für Philomen. Durch das unaufhörliche Anschwellen der „Beule“ ihrer Tochter, überfiel sie allmählich eine Angst vor den einfachsten Dingen, wie zum Beispiel Oceane ein Bad zu geben. "Wenn ich sie badete, sparte ich stets ihren Kopf aus. Ich hatte große Angst davor, der Tumor könne anschwellen, zerplatzen und mein Baby sterben."

Und als ob dieses Schicksal nicht schon genug gewesen wäre, fingen die Leute auch noch an, die besorgte Mutter zu verspotten. Äußerungen wie: "Sieh, was für ein fürchterliches Baby sie hat", setzten ihr sehr zu. Philomen berichtet, sie habe nie etwas erwidert. "Ich schämte mich zu sehr und verbarg mich im Haus." Selbst die Hoffnung auf Hilfe für Oceane ließen die verletzenden Aussagen der Dorfbewohner nicht verblassen.

Am Sonntag des 14. Oktobers, brachte sie ihre Tochter zur Africa Mercy. Der neurochirurgische Eingriff, für den sie ausgewählt wurde, hätte eigentlich mehrere Chirurgen, teure Instrumente und einen anschließenden Verbleib auf der Kinderintensivstation erforderlich gemacht. Selbst mit unbegrenzten Möglichkeiten der westlichen Medizin, wäre dieser bevorstehende Eingriff äußerst riskant gewesen

In Philomens Augen spiegelten sich bereits große Hoffnungen und Erwartungen. Ihre Tochter schlief in einem Bett an Bord der Africa Mercy und um ihr Handgelenk war dieses ID-Band des Krankenhausschiffs. Dies war der Moment, auf den Philomen sieben Monate lang gewartet hatte.

Am nächsten Tag sorgte ein frisch angefertigtes CT Bild von Oceanes Kopf für neuen Diskussionsstoff unter den Ärzten. Bedacht wägten sie zwischen Risiken und Erfolgsaussichten ab, um schließlich endgültig einer Operation zuzustimmen, die einige Tage später stattfinden sollte.

Nach dem erfolgreichen Eingriff hörten die Ärzte ihre Lungen ab und anschließend wurde sie an einen Herz-Monitor angeschlossen. Ihre Mutter wagte sich leise an ihre Bettseite heran und hielt vorsichtig ihre kleine Hand. Sie war sprachlos, als sie erkannte, dass der Tumor dank der OP nicht mehr zu sehen war. So verharrte sie mit einem Lächeln auf den Lippen und Tränen der Freunde in den Augen minutenlang am Oceanes Bett.

Die folgenden Wochen verbrachten Mutter und Tochter zur Genesung auf der Krankenstation. Endlich konnte Philomen, wie andere afrikanische Mütter auch, ihre Tochter stolz in einem Tuch auf den Rücken binden.

Ihre letzte Nachuntersuchung auf der Africa Mercy trat die kleine Oceane drei Wochen nach ihrer OP an. Philomen hält ihre Tochter fest in den Armen, als sie sich bei den Mercy Ships-Mitarbeitern auf Französisch bedankte: "Merci, merci, merci beaucoup!" – "Danke, danke, vielen Dank, Gott hat ein Wunder vollbracht!“

bringt Hoffnung und Heilung...
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