Radiatou

Ein zweites Leben

Gibt es ein zweites Leben? Ja, für Radiatou schon. Sie wurde in einem Dorf in Togo, einem der ärmsten Länder dieser Welt geboren. Das bedeutet ein Leben in Lehmhütten, mit Schweinen und Ziegen vor der Türschwelle, kein sauberes Wasser und verheerende hygienische Zustände.

Als Radiatou vier Jahre alt war, verließ ihre Mutter die Familie. Mit zehn folgte der nächste Schicksalsschlag: aus anfänglichen Schmerzen im Zahnfleisch wird ein schnell wachsender Tumor, der das ganze Gesicht entstellt.

Kinder mit derartigen Stigmata haben es in ihrer Heimat schwer. Denn die weit verbreitete Voodoo-Kultur glaubt, dass sie von bösen Geistern besessen sind.

Radiatou musste nicht nur die Schmerzen des Tumors ertragen, sondern auch die seelischen Qualen, wenn die Leute sie anstarrten und sie „Hexe“ oder „Ungeheuer“ schimpften.

Als schließlich erst die Großmutter und dann ihr geliebter Vater starben und sie von einer Großtante aufgenommen wurde, die sie noch nie zuvor gesehen hatte, sah sie keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Im letzten Moment konnte ihre Großtante diesen verzweifelten Schritt verhindern.

Radiatous zweites Leben beginnt am darauf folgenden Tag.

Ein Bote berichtet, dass Mercy Ships vor Togo angelegt hat. Schon Radiatous Vater hatte die Hoffnung, dass man ihr dort helfen könne. Und nun geht sie selbst voller Hoffnung nach Lomé. Die Mercy Ships Ärzte stellen fest, dass der Tumor zwar gutartig ist, aber lebensbedrohlich. In Deutschland wäre er entfernt worden bevor er nur erbsengroß werden kann.

Die Mitarbeiter von Mercy Ships machen Radiatou Mut, sich operieren zu lassen. Als sie ihr sagen „Wir werden das alles mit dir durchstehen“, fasst sie das erste Mal wieder Vertrauen.

Der Tag der Operation ist gekommen. Auch für den behandelnden Bremer Chirurgen Dr. Lür Köper ist dies kein Routineeingriff. Über sechs Stunden geht es bei der Operation um Leben und Tod. Als Radiatou aufwacht wird sie mit Trommeln und Gesang in ihrem zweiten Leben begrüßt. Dr. Köper streicht ihr über die Wange, wo vorher der Tumor gewesen war und sagt: „Du wirst leben und du wirst ein neues Gesicht bekommen.“ Radiatou kann wieder aus beiden Augen weinen – vor Freude: „Dann kann ich endlich zur Schule gehen und Schneiderin werden. Danke, Mercy Ships!“

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