Sambany

Mein Herz ist wieder glücklich

17.02.2015

19 von seinen 60 Jahren hat Sambany mit einem von seinem Hals langsam wachsenden Tumor leben müssen. Der Tumor war mittlerweile gewaltig groß und eine enorme Last für den Mann aus Madagaskar. Er spiegelt 19 Jahre Elend und Scham wieder.

Sambany konnte nicht glauben, dass er jemals von dieser Last befreit werden würde. „Seit einem Jahr warte ich auf den Tod und frage Gott, ‘Wann wirst du mich zu dir nehmen?’. Ich konnte körperlich nichts mehr tun. Jeden Tag hoffte ich darauf zu sterben.“

Ende letzten Jahres begegnete er einem Freund, der ihm erzählte: „In Tamatave liegt ein Schiff von Mercy Ships. Du kannst dahin gehen und Dich untersuchen lassen.“ Das Hospitalschiff der Hilfsorganisation liegt seit November letzten Jahres in der Hafenstadt, um dort medizinische Hilfe zu leisten.

Zusammen mit seinem Enkel Flavy machte sich Sambany auf den langen und beschwerlichen Weg in die Hafenstadt, um diese letzte Chance auf Hilfe zu nutzen. Sie waren drei Tage zu Fuß unterwegs, bis sie schließlich auf eine geteerte Straße stießen. Nach einer kurzen Rast konnten sie den Rest des Weges in einer vierstündigen Autofahrt zurücklegen. Trotz aller Anstrengungen, war Sambany sich nicht sicher, was ihn erwarten würde.

Als er am 21. Januar 2015 zur Africa Mercy kam, nahm das Untersuchungspersonal ihn schnell mit an Bord des Hospitalschiffes, um mit dem schiffseigenen CT Scanner einen Bildschnitt von Kopf und Tumor zu machen. Die Mitarbeiter von Mercy Ships waren über die enorme Größe des Tumors sehr erstaunt.

An den darauffolgenden Tagen besprach das Ärzteteam Sambanys Testergebnisse und überprüfte seinen Gesundheitszustand. Es war lange nicht klar, ob Sambany aufgrund seines schlechten Allgemeinzustandes überhaupt operiert werden könnte.

Nach vielen Überlegungen fassten das Ärzteteam und Sambany einen mutigen Entschluss. Trotz der bekannten Risiken wollten sie Sambany operieren. Ob Sambany am Tag vor dem Eingriff aufgeregt war?

Keineswegs, er sagte: „ Ich bin einfach nur glücklich. Ich weiß, dass ich ohne eine Operation sterben werde. Ich bin mir bewusst, dass ich auch während des Eingriffs sterben könnte, aber ich fühle mich innerlich bereits wie tot, da ich in den letzten Jahren viel Ablehnung und Ausgrenzung erfahren habe.“

Während der Operation verlor Sambany viel Blut. Die Hilfsorganisation konnte zum Glück auf eine einzigartige Blutbank zurückgreifen - ihre Mitarbeiter. Nun fließt das Blut von 17 Menschen durch die Venen des Malegassen. Doch die Zahl derer, die direkt und indirekt an Sambanys Rettung beteiligt waren, ist sehr viel größer. Dazu zählen nicht nur das medizinische Personal im Operationssaal, sondern alle ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Nach einer zwölfstündigen Operation war der 7,46 kg schwere Tumor entfernt. Der leitende Chefarzt der Africa Mercy und erfahrene Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg, Dr. Gary Parker, führte den schwierigen Eingriff durch.

Als er nach der Operation erwachte, erklärt Sambany erleichtert „Ich bin so froh, dass mir geholfen wurde. Ich weiß, dass ich meine Rettung Gott und Mercy Ships verdanke.“

Als er sich das erste Mal im Spiegel ohne seinen Tumor sah, sagte er „Mir gefällt das. Ich fühle mich frei und bin überglücklich, denn ich habe ein neues Gesicht bekommen!“

Die nächsten Monate wird Sambany auf dem Schiff bleiben, um vollständig genesen zu können.

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