Sidiatu

Eine lange erwartete Wende

Fatmata saß in Gedanken versunken im Aufnahmezelt – auf ihrem Schoß ihre anderthalbjährige Tochter, die sie fest umschlang. Sie hatte über ein Jahr jemanden gesucht, der ihrer kleinen Sidiatu ein normales Leben schenken könnte, denn ihr Baby war blind geboren worden und brauchte die ganze Aufmerksamkeit der Mutter. Wenn die Mutter zum Markt ging, um selbstgemachte Suppe für den Lebensunterhalt zu verkaufen, musste die neun jährige Tochter auf die Kleine aufpassen. Die Lebenssituation der Familie ist desolat, denn der Vater ist, wie viele in Freetown, arbeitslos.

Man hatte im Krankenhaus vor Ort versucht die Linsentrübung zu operieren, aber ohne Erfolg. Auch in einem zweiten Krankenhaus konnte man ihr nicht helfen, bis ihr schließlich ein Arzt von Mercy Ships erzählte. Nachdem der Augenarzt Sidiatus Augen an Bord untersucht hatte, erhielt die Mutter die heiß begehrte Karte mit einem Termin für eine Augen OP auf der Africa Mercy.

Die Kleine hatte die Operation gut überstanden und war bald schon wieder ganz munter. Sie versuchte immer wieder den Augenverband runter zu ziehen, so dass die Krankenschwester ihr die Händchen verbinden musste, denn nur so konnte sie sicher sein, dass der Augenschutz am Platz blieb.

Aber schon am nächsten Morgen war es soweit- der Augenverband sollte entfernt werden. Alle im Behandlungszimmer hielten den Atem an, als Sidiatu zum ersten mal in ihrem Leben die Welt um sich herum entdeckte.

Sie wollte gerade nach einem Luftballon greifen, als sie mitten in der Bewegung innehielt und die Augen schloss. Der Arzt meinte, dass sei ganz normal, es gäbe zu viele neue Eindrücke und deshalb müsse sie sich erst mal wieder in die gewohnte Dunkelheit zurück ziehen. Doch schon bald öffnete Sidiatu ihre Augen wieder. Außerhalb ihrer Reichweite stand ein Spielzeugauto, nach dem sie nun ihr Händchen ausstreckte. Ein Aufatmen ging durch das Behandlungszimmer, nun war es klar- sie konnte sehen! Eine dicke Träne rollte über Fatmatas Wange.

„Ich habe lange Hilfe gesucht, viele Krankenhäuser besucht“, sagt Fatmata, „heute bin sehr, sehr glücklich. Mercy Ships ist ein guter Ort, hier wird man liebevoll umsorgt und ermutigt.“

Jetzt Spenden
bringt Hoffnung und Heilung...
Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×