Sory

Die Liebe gibt niemals auf

08.01.2014

Den Kopf unter einem Tuch versteckt, wartete der 17-jährige Sory auf das, was niemand für möglich gehalten hatte. Dabei hatte seine Mutter Saran ihm immer wieder erklärt, dass es auch für ihn Heilung gebe – oder jemand den riesigen Tumor entfernen würde, der sein Gesicht entstellte.

Ganz fest hält Saran Sorys Hand. Mit dieser fast unauffälligen, in einer vom Aberglauben geprägten Kultur doch bedeutsamen Geste lässt sie ihn spüren, dass sie niemals aufhören wird, ihn zu lieben. Je größer der Tumor wurde, desto enger wurde auch die Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Es ist ein Albtraum. Aber Sory soll ihn nicht allein durchleben.

Während Saran davon erzählt, wie die Zukunftspläne für ihren Sohn zunichte gemacht wurden, ist ihr der Kummer noch deutlich anzusehen: „Alle im Dorf glaubten, Sory wäre verflucht. Die Leute hatten solche Angst vor ihm, dass sie schrien und mit Stöcken nach ihm warfen.“ Saran und ihr Mann entschlossen sich, ihren Sohn zu Hause zu verstecken. Doch immer, wenn sie die Bestürzung und Qual in den Augen ihres Jungen sahen, brach es ihnen fast das Herz.

Saran betete immer wieder für ihren Sohn und spürte doch gleichzeitig, wie die Verzweiflung auch in ihr wuchs. Sory hatte Probleme beim Essen und mit dem Atmen. Wenn der Tumor noch größer würde, würde er sterben. Aber Saran ließ sich ihre Ängste und Sorgen nicht anmerken. Sory erzählt: „Meine Mutter schenkte mir Hoffnung. Wenn ich weinte, hat sie mich getröstet. Immer wieder hat sie mir gesagt, dass ich wieder gesund werde.”

Sory ist fest davon überzeugt, dass die beständige Liebe seiner Mutter ihm über die Zeit hinweggeholfen hat, bis Hilfe kam. Saran erinnert sich noch sehr gut an jenen Tag. „Der Tumor beherrschte Sorys ganzes Leben. Er konnte immer nur ganz wenig schlucken und war furchtbar schwach. Was um ihn herum vorging, berührte ihn nicht mehr. Und dann, als ich dachte, gleich würde er seinen letzten Atemzug tun, rief mein Schwager an und sagte: ‚Kommt sofort mit Sory in die Stadt! Hier ist ein Schiff, auf dem Leute operiert werden!’”

Bei seiner Voruntersuchung in Conakry, Guinea erhält Sory einen Termin für eine Operation auf dem Schiff. Einige Wochen später ist es dann soweit. Während Sory im Operationssaal ist, wird Saran von den schmerzlichen Erinnerungen förmlich überwältigt. Sie berichtet: „Die ganze Qual, die Sory durchlitten hat, rollt sich vor mir ab – besonders die Ablehnung, die Kränkungen und das Flüstern, dass er besser tot wäre. Und jetzt wird mein Junge gesund gemacht! Gott hat unsere Gebete erhört und schenkt Sory neues Leben.”

Wenn man Sory fragt, was ihn durchgetragen hat, antwortet er, Gott habe die Treue seiner Mutter gesehen. „Meine Mutter hat mich nie aufgegeben. Als mich niemand mehr lieben konnte, hat sie mich geliebt. Als keiner mehr mit mir essen wollte, aß sie mit mir. Meine Mutter hätte ihr Leben für mich gegeben, damit ich gesund werde. Gott weiß es und ich weiß es auch.”

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