William

Neues Augenlicht

Bereits im Alter von drei Jahren trug Williams Sohn Unida eine große Verantwortung: Er wurde sinnbildlich zu den Augen seines Vaters, der ein Jahr zuvor sein Augenlicht verloren hatte. Auf den Märkten übernahm er Handel und Tauschgeschäfte, hob schwere Güter und warnte seinen Vater vor Gegenständen, die im Weg lagen.

Geduldig wartet William, bis ihm der Verband von seinem rechten Auge abgenommen wird. Der 29-Jährige sitzt still, während der Arzt sein Auge auswäscht. Alle Anwesenden, einschließlich seiner Frau und seinem fünfjährigen Sohn, warten gespannt, als er langsam sein Augenlid öffnet. Stillschweigend stellen sich alle dieselbe Frage: „Hat die Operation Williams Sehvermögen wiederherstellen können?"

Vor drei Jahren war Williams Augenlicht noch völlig intakt. Er führte sein eigenes kleines Unternehmen, indem er Kleidung auf den lokalen Märkten in seiner Region verkaufte. Einige Zeit später fielen William dann erstmals Beeinträchtigungen seines Sehvermögens auf. Zunächst trübte sich sein rechtes Auge, bis er schließlich nur noch Schatten erkennen konnte. Wenige Monate später geschah dasselbe mit seinem linken Auge. William war nicht einmal mehr fähig, Personen voneinander zu unterscheiden und konnte deswegen auch seiner Arbeit nicht weiter nachgehen.

Durch seine Sehbehinderung war er gezwungen zuhause zu bleiben und half seiner Familie bei der Zubereitung der Mahlzeiten. Zu dieser Zeit sorgte seine Ehefrau Elisa als Alleinverdienerin für das Familieneinkommen. Bereits im Alter von drei Jahren trug ihr gemeinsamer Sohn Unida eine große Verantwortung: Er wurde sinnbildlich zu den Augen seines Vaters. Auf den Märkten übernahm er Handel und Tauschgeschäfte, hob schwere Güter und warnte seinen Vater vor Gegenständen, die im Weg lagen. All die zusätzlichen Belastungen und Aufgaben, die auf den Schultern seiner Frau und seines Sohnes lasteten, beunruhigten William. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als seine Familie und das gemeinsame Heim zuverlässig und selbstständig versorgen zu können.

„Ich litt sehr darunter, von meinem eigenen Sohn abhängig sein zu müssen. Hier, in unserem Zuhause, sollte ich derjenige sein, der für die Familie sorgt. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich hätte der Starke sein müssen, und war derjenige, der Hilfe brauchte. Das war furchtbar schwer für mich.“

Ein ganzes Jahr lang suchte William nach einem Ausweg. Zuletzt stellte ihm ein Arzt die Diagnose Diabetes. Eine der gesundheitsschädlichen Folgen dieser Krankheit war auch in Williams Fall, die Entwicklung von Grauem Star. Mit der Gabe von Insulin gelang es zwar seine Diabetes unter Kontrolle zu bekommen, jedoch ließ sich der Graue Star dadurch leider nicht bekämpfen.

Einheimische Augenärzte untersuchten Williams Augen und überbrachten ihm die hoffnungsvolle Nachricht: „Wir sind in der Lage, dich vom Grauen Star zu befreien.“ Der chirurgische Eingriff hätte William jedoch 600 Ariary für jedes Auge gekostet (umgerechnet $ 240 US) Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Arbeiters in Madagaskar liegt aber nur bei 260 $ und William fragte sich, wie er eine solch hohe Summe ohne feste Arbeitsstelle aufbringen sollte? Er war verzweifelt.

Doch dann erfuhr er, dass Mercy Ships die operative Entfernung des Grauen Stars in ihrer Augenklinik für Patienten kostenlos durchführen.

Nur 20 Minuten dauerte der kostenlose Eingriff bei Mercy Ships, um Williams Augenlicht, das er aufgrund einer Diabetes verloren hatte, wiederherzustellen.

William machte sich sofort auf den Weg dorthin. Dr. Ralph Crew, ehrenamtlicher Augenchirurg aus den USA, untersuchte ihn und gab ihm einen OP-Termin, welcher innerhalb der nächsten 48 Stunden stattfinden sollte. William erinnert sich: „Ich glaubte fest daran, nach der Verbandsabnahme wieder sehen zu können."

Nur 24 Stunden nach einem einfachen, zwanzigminütigen Eingriff versammelte sich das Team der Augenspezialisten von Mercy Ships, sowie Williams Ehefrau und ihr gemeinsamer Sohn, um das Ergebnis der OP zu begutachten. Sofort wurde der Erfolg des Eingriffs sichtbar: Unmittelbar nach der Entfernung der Augenbinde stellten sich Williams frisch operierte Augen auf das Licht ein. Vorsichtig blinzelte er im Raum umher, bis seine Blicke schließlich auf der Gestalt seines Sohnes verharrten.

Ein strahlendes Lächeln legte sich auf sein Gesicht, bevor William seinen Gefühlen Ausdruck verlieh: „Ich kann meinen Sohn wieder erkennen, den ich für lange Zeit nicht mehr sehen konnte!“

Eine Mischung aus Tränen und Freude erfüllte die Stimmung im Raum. Wenig später bestätigte ein Sehtest, dass William nicht nur sein Augenlicht wiedererlangte, sondern nach dem Eingriff sogar über eine außerordentlich gute Sehkraft verfügte. Es kam genauso, wie er es vorhergesagt hatte. Durch Spenden und die Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter aus aller Welt, erhielt eine ganze Familie in Madagaskar wieder Hoffnung auf eine Zukunft - eine Hoffnung, die nicht zuletzt durch Williams unerschütterlichen Glauben getragen wurde. Kurz vor seiner Heimreise bedankte er sich bei allen Spendern, die seine Operation möglich machten: „Machen Sie weiter mit Ihren guten Taten. Die meisten Menschen, denen sie helfen, sind arm und können deshalb „nur“ danke sagen, aber ich bin sicher, Gott wird Sie dafür segnen.“

Nach der erfolgreichen Operation und der Verbandsabnahme, legte sich ein strahlendes Lächeln auf Williams Gesicht, bevor er seinen Gefühlen Ausdruck verlieh: „Ich kann meinen Sohn wieder erkennen, den ich für lange Zeit nicht mehr sehen konnte!“

bringt Hoffnung und Heilung...
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