Endlich geheilt
Eine strahlende Zukunft für Alex
Alle Freunde und Familienangehörige kennen den 23-jährigen Alex als einen verlässlichen und hilfsbereiten Menschen. Er ist freundlich, rücksichtsvoll und er tut immer alles, um sich um seine Liebsten zu kümmern. Umso erschütternder war es für das ganze Dorf, als bei Alex ein lebensbedrohlicher Gesichtstumor diagnostiziert wurde.
Der junge Mann aus Sierra Leone bemerkte 2016 zum ersten Mal eine Schwellung an seinem Kiefer – damals war er noch ein Teenager. Seine Familie handelte schnell und versorgte ihn mit Medikamenten und heimischen Kräutern, in der Hoffnung, dass die Schwellung zurückgehen würde. Als sich jedoch nichts änderte, brachten sie Alex in ein nahegelegenes Krankenhaus. Schließlich wurde Alex operiert – doch der Tumor kehrte zurück, aggressiver als je zuvor.
„Am Anfang war alles in Ordnung, aber später begann der Tumor wieder zu wachsen. Ich war enttäuscht, weil die Operation nicht erfolgreich war“, erinnert sich Alex.
Doch die Familie gab nicht auf. Sie suchte weiterhin nach einer Lösung: „Ich habe mit vielen Politikern und Hilfsorganisationen gesprochen, um Hilfe für Alex zu bekommen“, erzählt sein älterer Bruder Ebenizer. Schließlich erklärte sich eine Organisation bereit, Alex eine Operation in Ghana zu ermöglichen, doch ohne Reisepass war die Reise unmöglich.
Die Familie sah keinen anderen Ausweg – und so vergingen Jahre, während Alex‘ Tumor weiter wuchs.
Die Auswirkungen eines nicht behandelten Tumors
Alex spürte schnell die Auswirkungen seines Tumors – von den körperlichen Beschwerden bis hin zur erdrückenden Isolation, die er erlebte.
„Ich war unglücklich, weil meine Mitschüler mich auslachten. Ich lief vor ihnen weg und zog mich allein in ein Zimmer zurück. Es fiel mir schwerunter Menschen zu sein, weil sie mich ständig auslachten“, erzählte Alex.
Der wachsende Tumor verursachte eine Infektion, die zu empfindlichem Zahnfleisch und dem Verlust mehrerer Zähne führte. Dadurch wurde das Essen zunehmend schwieriger.
„Irgendwann begann der Tumor übel zu riechen. Wir hörten auf, Tassen und Löffel mit ihm zu teilen“, erzählte Ebenizer.
Schließlich zog Alex es vor, seine Tage zu Hause zu verbringen, anstatt seinen geliebten Hobbys nachzugehen: Fußball und Tanzen.
Trotz dieser Herausforderungen blieb Alex beharrlich hoffnungsvoll. Obwohl der Tumor es ihm erschwerte, Arbeit zu finden, unterstützte er seine Familie, wo er nur konnte.
Aus Hoffnung wird endlich Heilung
Gemeinsam mit seiner Familie hielt Alex an seiner Hoffnung fest: „Ich war nicht so besorgt, weil ich an Gott glaube und wusste, dass eines Tages Hilfe kommen würde.“
Und er wurde nicht enttäuscht: Ebenizer erfährt über eine Anzeige der Regierung, dass Mercy Ships nach mehr als zehn Jahren wieder nach Sierra Leone zurückkehren würde. Nach einer Untersuchung durch die medizinische Crew an Bord wurde Alex für eine Operation auf der Global Mercy zugelassen.
Der Beginn eines neuen Lebens
An Bord des Schiffes war Alex voller Enthusiasmus und Vorfreude auf das Leben nach der Operation: „Ich kann es kaum abwarten, dass die Ärzte den Tumor entfernen, damit ich wieder normal aussehe.
Dr. Manjit Dhillon, eine Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin aus Großbritannien, betonte, dass Alex‘ Zustand ohne die Operation weiterhin „grundlegende Funktionen wie Essen, Sprechen, Schlucken, soziale Kontakte und ein normales Leben“ stark beeinträchtigen würde. Außerdem könnte es seine Atmung gefährden und im schlimmsten Fall zu Erstickung führen.
Die Operation würde kompliziert sein und die Entfernung eines großen Teils von Alex‘ Kiefer erfordern. Doch dieser Eingriff war erst der Anfang: „Nach drei Monaten, wenn alles verheilt ist, wird Alex für die zweite Phase seiner Behandlung zurückkehren. Dann wird Knochen aus seiner Hüfte entnommen, um seinen Kiefer wieder aufzubauen“, erklärte Dr. Dhillon.
Der Weg, der vor ihm lag, war lang – doch für Alex markierte er den Beginn eines neuen Lebens. Am Morgen seiner Operation, um 8 Uhr, plauderte, lachte und spielte Alex mit einer Krankenschwester auf der Station Brettspiele. Er zeigte keine Spur von Angst und freute sich darauf, in den Operationssaal zu gehen. Stunden später, nach der erfolgreichen Operation, war Alex endlich frei.
„Ich war unglaublich glücklich, vor allem, weil mich die Menschen umarmten, die um mich herum waren“, erinnert sich Alex an den Moment, als er sich das erste Mal ohne den Tumor im Spiegel sah.
Die Freude und Begeisterung wuchsen noch mehr, als Alex nach seiner vollständigen Heilung zum ersten Mal nach Hause zurückkehrte. „Ich vergoss Freudentränen, als ich ihn nach der Operation wiedersah. Ich habe ihn sofort umarmt und Gott dafür gedankt, dass er meinen Sohn von dieser Krankheit geheilt hat“, erzählte Zainab. „Das Dorf war voller Menschen, die sprachlos waren und sich für ihn freuten. Sie jubelten.“
Mit seiner Genesung und neuer Kraft liegt eine vielversprechende Zukunft vor Alex. Eine der bedeutendsten Veränderungen für ihn war die Rückkehr in die Dorfgemeinschaft: „Früher hatten die Leute Angst, mir nahe zu kommen, aber jetzt will jeder mein Freund sein“, erzählt er glücklich.
Alex kommt aus Sierra Leone.
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