Ein Advent lang Afrika

Als Anästhesist im Hilfseinsatz auf der Global Mercy

Stefan Henniger

 

Mitten im Dezember, mitten in Afrika. Eines ist die Vorweihnachtszeit von Stefan Henniger auf jeden Fall – ziemlich außergewöhnlich. 2023 tauscht der 34-jährige Anästhesist und Oberarzt aus dem nordrhein-westfälischen Lüdenscheid, Gemütlichkeit und Kerzenschein gegen humanitäre Hilfe in Sierra Leone. Mit dem dreiwöchigen ehrenamtlichen Dienst auf der Global Mercy – dem größten, privaten Hospitalschiff der Welt – geht für Stefan ein langersehnter Wunsch in Erfüllung: die eigene fachliche Qualifikation einbringen, um Gott und den Menschen in Afrika zu dienen – und das auf medizinisch höchstem Niveau.

„Die Crew an Bord ist unglaublich motiviert und engagiert in der Arbeit mit den Patienten – die Gemeinschaft in diesem internationalen Team hat mich total begeistert“, erzählt der junge Arzt sichtlich beeindruckt. Trotz langer Arbeitstage, der etwas ungewohnten sprachlichen Verständigung und der neuen Umgebung, ist die Atmosphäre insgesamt sehr entspannt und es herrscht ein unglaublicher Team-Spirit, weiß Stefan zu schätzen. Denn aus dem Klinikalltag in Deutschland ist er in gewisser Weise eine ganz andere Welt gewohnt, in der Zeitdruck und Personalknappheit oftmals im Vordergrund stehen. Die Erfahrungen, die er an Bord des Hospitalschiffs gemacht hat, haben ihn für seinen Beruf hingegen ganz neu motiviert. Besonders die Dankbarkeit der Patienten, bleibt ihm in Erinnerung:

„Es war für mich bewegend, dass mir Menschen für meine ganz ‚normale‘ Arbeit – Routinen, die ich zu Hause zigfach durchführe – von tiefstem Herzen ihren Dank ausgesprochen haben. So sagte mir ein Patient am Ende eines Narkosevorgesprächs, dass er keine Fragen habe, sondern uns vertraut und so dankbar für die bevorstehende Behandlung ist, auf die er jahrelang gewartet hatte.“
Stefan Henniger

Im Hinblick auf seine Tätigkeit in Deutschland fügt er etwas nachdenklicher hinzu: „Mit Sicherheit sind uns auch unsere Patienten hier in Deutschland für unsere Tätigkeit sehr dankbar, doch so aus tiefstem Herzen teilt einem das kaum jemand mit.“

Und auch außerhalb seines ehrenamtlichen Dienstes war es für Stefan eine unvergessliche Zeit in Sierra Leone. So erinnert er sich gerne an die „Christmas Variety Show“ an Bord der Global Mercy zurück, die mit einer spaßigen Schneeballschlacht aus Wollknäueln endete. Ebenso ein Ausflug nach Freetown, zu viert auf einem dreisitzigen Keke, einem überdachten Motorroller – dem üblichen Verkehrsmittel in Sierra Leone – war ein echtes, etwas abenteuerliches Highlight außerhalb der Arbeit auf dem Schiff.

„Die Gemeinschaft an Bord ist unvergleichlich, es ist ein Ort, an dem ich meine Berufung von Gott persönlich mit ganzem Herzen einbringen durfte.“
Stefan Henniger

„Die Mitarbeit bei Mercy Ships kann ich wirklich jedem empfehlen! Die Erfahrung – egal ob, beruflich, persönlich oder geistlich – sind sehr wertvoll und motivieren mich auch in meinem Alltag in Deutschland“, resümiert Stefan über seinen Einsatz.

Werden auch Sie Teil unserer ehrenamtlichen Crew!

Menschen wie Stefan sind Herz und Motor von Mercy Ships. An Bord unserer Hospitalschiffe werden ehrenamtliche Fachkräfte in verschiedensten Bereichen gesucht. Von der Kantine bis zum Kapitän sind vielfältige Berufsfelder gefragt und für den zuverlässigen Betrieb der Schiffe unabdingbar. Nur gemeinsam als Team wird ein Hilfseinsatz zum Erfolg – nur zusammen können wir Hoffnung und Heilung zu den Ärmsten der Armen bringen.

Wir stehen Ihnen für alle Ihre Fragen gerne telefonisch unter 0 8191 98550-14 zur Verfügung. Mehr zu unseren Stellenangeboten finden Sie hier.

Letzte Blogposts

Schilddrüsenchirurg Ali Naddaf auf dem Deck der Global Mercy.

„Es ist ein Wunder“

Ali Naddaf (46) ist schon viel rumgekommen auf der Welt. Entsprechend erfahren ist er mit anderen Nationalitäten und Kulturen. Mit seiner Familie lebt er derzeit in Mittelhessen. Naddaf ist leitender Oberarzt für endokrine Chirurgie in der Asklepios Klinik in Lich. Der Schilddrüsenexperte setzte seine Expertise im Januar 2026 für zwei Wochen in Sierra Leone ein – an Bord der Global Mercy. Ein ehrenamtlicher Einsatz, der ihn gestärkt, motiviert und dankbar nach Hause kehren ließ – mit dem großen Wunsch, Mercy Ships in Zukunft jährlich zu unterstützen.

„Es tut gut, anderen etwas geben zu können“

Die Arbeit von Mercy Ships funktioniert nur, weil zahlreiche Menschen ein leidenschaftliches Herz für unsere Arbeit haben. Das drückt sich in vielfältigster Art und Weise aus. Unsere Einsätze werden beispielsweise auch von starken Firmen getragen, die durch ihr Firmenengagement verantwortungsbewusstes Handeln zeigen. Die Viertler GmbH ist so eine Firma. Im Interview spricht Geschäftsführer Ingo Viertler über seine Herzenshaltung.

„Ich muss Mercy Ships danken“

Farahs Lächeln steckt an. Dabei hätte der 65-jährige Landwirt aus Sierra Leone in den vergangenen 15 Jahren viel Grund gehabt, verbittert zu sein. Sein warmherziges und optimistisches Wesen hat er aber nie ganz verloren – genauso wenig wie sein herzliches Lächeln. Der Familienvater ist ein vorbildliches Beispiel dafür, dass es sich immer lohnt, Mut und Hoffnung zu bewahren – auch wenn die Stürme des Lebens Unruhe verbreiten.

Tags

TEILEN

Bild von Dominic Pithan
Dominic Pithan

interviewte Stefan über seinen Einsatz auf der Global Mercy.

Ähnliche Beiträge

Bringen Sie mit uns Hoffnung nach Afrika!