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Aktuelles von Mercy Ships

Wechsel im Vorstand von Mercy Ships Deutschland

Verabschiedung von Wolfgang Groß

Wolfgang Groß vor einem Gemälde der Africa Mercy mit Mercy Ships-Uhr und -Kompass.

Am 6. April 2019 fand die Jahreshauptversammlung des in Landsberg ansässigen Vereins Mercy Ships Deutschland e.V. statt. In den Vorstand wurden dabei wiedergewählt: Cornelia Veit, Landsberg am Lech, Angelika Nieder, Hamburg, Dr. Lür Köper, Bremen und als Vorsitzender Martin Dürrstein, Bietigheim. Neu gewählt wurde Dr. Martin Kuder, München.

Die Sitzung nahmen Vorstandsvorsitzender Martin Dürrstein und Geschäftsführer Udo Kronester zum Anlass, Wolfgang Groß zu verabschieden, der nach 23 Jahren Vorstandsarbeit entschieden hatte nicht mehr zu kandidieren, um diese Position für die jüngere Generation frei zu machen.

Seit Anfang 1990 war er aktiver Unterstützer der schwimmenden Hospitalschiffe. 1996 gründete er, gemeinsam mit weiteren ehrenamtlich tätigen Geschäftsleuten und Medizinern, Mercy Ships Deutschland in Kaufbeuren und stand dem deutschen Arm der internationalen Organisation bis 2013 als Vorsitzender des Vorstandes vor; die letzten 6 Jahre wurde der Verein bereits von Martin Dürrstein als Vorsitzender geführt.

Martin Dürrstein wies in seiner Dankesrede darauf hin, dass klar zu erkennen sei, welche Zeichen Herr Groß in den Jahren seines aktiven Engagements gesetzt habe und noch heute profitiere das Hilfswerk davon. Sein Ausscheiden hinterlasse eine nicht leicht zu schliessende Lücke.

Wolfgang Groß wird zur Jahresmitte 2019 als humedica-Chef in den Ruhestand gehen und sich anschliessend verstärkt um den Aufbau der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ bemühen wird.

Don Stephens, Gründer des internationalen Hilfswerkes Mercy Ships, bedankte sich aus den USA mit den Worten: „Von Anfang an haben wir von Deinem Glauben an unsere Mission, von Deiner Expertise, Deinen Kontakten und Deiner Freundschaft profitiert. Wir danken Dir heute ausdrücklich und von Herzen für alles.“

Stefan Jäger und die Bilgeventile auf der Africa Mercy

Wie man als Techniker einen wertvollen Beitrag dafür leisten kann, damit das Hospitalschiff einsatzfähig ist.

Erica Schmidt ist technische Administratorin auf der Africa Mercy und schreibt einen Blog über ihre Erlebnisse auf der Arbeit. Letztens hat sie mitbekommen, was Stefan Jäger, ein Elektromeister aus Hamburg, erstaunliches auf der Africa Mercy geleistet hat:

Der Maschinenraum - hier muss es rund laufen, damit die Africa Mercy ihren Dienst tun kann.

Ich wette, Sie hätten nie gedacht, dass Sie über Bilgeventile lesen würden. Weiß überhaupt jemand, ausgenommen den technischen Kollegen an Bord, was ein Bilgeventil ist? Es ist erstaunlich, wie viele Fachbegriffe ich mittlerweile gehört habe, auch wenn ich nur eine sehr begrenzte Vorstellung davon habe, was sie bedeuten. Sie fragen sich bestimmt, was mich dazu gebracht hat, mich für Bilgeventile zu interessieren? Und wofür sind diese überhaupt wichtig? Nun, es liegt daran, dass wir durch Stefan Jäger ein paar großartige Neuerungen auf der Africa Mercy bekommen haben. Dazu aber später mehr.

Bilgesystem fängt überschüssiges Öl und Wasser auf

Aber was ist das Bilgesystem überhaupt? Die Bilge ist eine Art Auffangwanne, welche sich im Rumpf des Schiffes, genauer gesagt im Maschinenraum unterhalb der technischen Anlagen befindet. Hierin wird überschüssiges Öl und Wasser von den unterschiedlichsten technischen Anlagen aufgefangen. Um die Bilge zu reinigen wird über ein spezielles Rohrleitungssystem, welches Pumpen und viele Ventile beinhaltet, das ölige Wasser abgepumpt. Den internationalen Vorschriften entsprechend wird es dann in einem speziellen Tank gelagert, so dass es ordnungsgemäß entsorgt werden kann.

Alle diese Pumpen und Ventile können von zwei verschiedenen Schaltschränken aus gesteuert werden. Einer von ihnen befindet sich im Maschinenraum des Schiffes auf Deck 1 und der andere im Notstromaggregatraum auf Deck 7. Dieser zweite Schaltschrank, weit vom Maschinenraum entfernt, ist für sicherheitsrelevante Aufgaben vorgesehen. Für den Fall, dass bei einer Havarie Wasser in den Maschinenraum eingedrungen ist, kann von diesem Standort aus das Wasser wieder abgepumpt werden. Somit muss sich kein Crewmitglied in Gefahr begeben und es kann weiterer Schaden vom Schiff abgewendet werden. Dieser Schaltschrank muss daher immer einsatzbereit sein.

Alter Schaltschrank im Notstromaggregatraum.

Schaltschränke veraltet - das könnte Schiffsbetrieb gefährden

Beide Schaltschränke stammen noch aus der Zeit der Indienststellung des Schiffes und waren somit fast 40 Jahre alt. Aus diesem Grund gab es immer wieder Probleme mit der Verkabelung und den vielen Signalleuchten, so dass der Zustand der Ventile nicht richtig zu erkennen war. Und auch das Anlagenschema, welches einen Überblick über alle Pumpen, Rohrleitungen und Ventile aufzeigt, war stark veraltet. Somit war es besonders für neue Crewmittglieder schwierig einen guten und schnellen Überblick über das System zu bekommen.

Die internationalen Vorschriften verlangen außerdem, dass jedes Schiff über ein korrekt funktionierendes Bilgesystem verfügen muss, ansonsten darf der Schiffbetrieb nicht fortgeführt werden. All diese Anforderungen hatten zur Folge, dass wir dringend neue Schaltschränke benötigten!

Durch ehrenamtlichen Einsatz Wertvolles geleistet

Stefan Jäger bei der Arbeit in der Technikabteilung der Africa Mercy.

Stefan Jäger war mit seiner Frau bereits 2018 in Kamerun an Bord, um ehrenamtlich mitzuarbeiten. Er sah, welche Mühe die Ingenieure mit den alten Schaltschränken hatten, und machte sich daran, neue für uns anzufertigen. Dies hat ungefähr ein Jahr gedauert. Er entwarf die Pläne, während er im Januar und Februar letzten Jahres an Bord war. Alle Teile, die für den Umbau benötigt wurden, bestellte er über das Mercy Ships Büro in den Niederlanden. Die Schaltschränke wurden dann in seiner heimischen Werkstatt montiert und getestet. Anschließend wurden diese, mit Zwischenstopp im Zentrallager in den Niederlanden, per Container zur Africa Mercy transportiert. Nach Ankunft der Schaltschränke auf dem Schiff ist Stefan im Februar nach Guinea geflogen, um sie dort zu installieren und in Betrieb zu nehmen.

Die neuen Schaltschränke sind nun auf dem neusten Stand der Technik und erfüllen die geforderten Sicherheitsanforderungen. Alle Kontrolllampen sind auf moderne LED Technik umgerüstet worden und weisen daher eine hohe Lebensdauer auf. Des Weiteren sind alle Tasten sehr übersichtlich angeordnet und geben so einen genaueren Überblick über die einzelnen Teilbereiche des Systems. Dies macht es den diensthabenden Ingenieuren erheblich leichter, dass System sicher bedienen zu können.

Neuer Schaltschrank im Notstromaggregatraum.

Die neuen Schaltschränke sind wirklich beeindruckend! Wie im Foto zu sehen, kann man das hohe Maß an Genauigkeit erkennen, welches in die Fertigung eingeflossen ist.

Ein herzliches Dankeschön geht an Stefan Jäger – er ist ein wahrer Segen für unser Technikteam. Durch ihn wurden wir wirklich beschenkt!

Autorin: Erica Schmidt
Informationen wurden von Stefan Jäger und Viggo Bostrup zur Verfügung gestellt.
Übersetzung ins Deutsche: Susanne Reddig
Überarbeitung des deutschen Artikels: Stefan Jäger
Fotos des alten und neuen Schaltschrankes: Stefan Jäger

6. März 2019

Weiterführender Link:

Interessieren auch Sie sich für einen ehrenamtlichen Einsatz bei Mercy Ships? Hier finden Sie Informationen über unsere Auslandseinsätze.

Virtual Reality Film "Mercy" beim SXSW Filmfestival für Preisverleihung nominiert

Edith zusammen mit ihrer Mutter Valerie, sie war schon operiert worden. Ediths OP stand noch bevor.

Mit Hilfe der Virtual-Reality-Technologie hat ein Team von Oculus Ediths Weg in ein neues Leben eingefangen, sie ist an Bord der Africa Mercy wegen eines Tumors operiert worden. Die Filmproduktion fand im Rahmen des #VRforGood-Programms statt. Nun ist der Film „Mercy“ beim „South by Southwest Film Festival“ (SXSW), das vom 8. – 17. März in Austin, Texas, stattfinden wird, für die Verleihung eines Preises nominiert. Das Oculus-Filmteam wurde bei den Dreharbeiten tatkräftig vom Communications Team auf der Africa Mercy unterstützt, das einen großen Teil dazu beitrug, dass Ediths gesamter Weg vor der Operation in ihrem Heimatdorf, ihre Reise zum Schiff, ihre Behandlung auf der Africa Mercy bis hin zu ihrer Rückkehr nach Hause filmisch eingefangen werden konnte. Ihre Geschichte ist besonders interessant, weil nicht nur sie, sondern auch ihre Mutter Valerie unter einem großen Tumor gelitten hatte, beide sind von Mercy Ships kostenlos operiert worden.

Mehr Infos:

Oculus-Website

Website des SXWS Filmfestivals

Mercy Ships Video über Edith und Valerie (auf Englisch)

#VRforGood auf Twitter

22. Februar 2019

Fünfter Einsatz von Mercy Ships in Liberia

Vertrag unterzeichnet - Beginn eines 5-Jahresplans

Donovan Palmer, CEO Mercy Ships International, und H.E. George Manneh Weah, Präsident von Liberia, unterzeichneten die Vereinbarung für den fünften Einsatz von Mercy Ships in Liberia. Copyright: Republic of Liberia

Am 9. Oktober 2018 unterzeichnete Mercy Ships mit der Regierung von Liberia in der Hauptstadt Monrovia eine Vereinbarung, wonach die Africa Mercy 2020 in diesem westafrikanischen Land anlegen wird, um dort kostenlose lebensverändernde Operationen und medizinische Behandlungen anzubieten. Liberia rangiert auf Platz 181 unter 189 Ländern und Gebieten im Human Development Index der Weltgesundheitsorganisation. Mit dieser Liste ermittelt Mercy Ships Länder mit Bedarf an medizinischen Dienstleistungen. Liberia gehört danach zu den ärmsten Ländern der Welt.

Der 5-Jahresprozess

Die Unterzeichnung war der Beginn eines fünfjährigen Prozesses, den Mercy Ships mit Einsatzländern gemeinsam durchläuft, um die lokale Gesundheitsversorgung dauerhaft zu verbessern. Laut der Lancet Commission on Global Surgery haben weltweit fünf Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer sicheren und erschwinglichen Operation. Mercy Ships arbeitet daran, dies zu verbessern, indem ein maßgeschneidertes Partnerschaftsmodell zur Anwendung kommt, um den medizinischen Bedürfnissen der Einsatzländer zu begegnen und eine nachhaltige Verbesserung herbeizuführen. Dieser Prozess besteht auch mit Liberia aus fünf Phasen:

Die Africa Mercy im Hafen von Monrovia, Liberia, 2008.

● Erstes Jahr: Beziehungsaufbau und politische Verbindung zum Einsatzland. Mitarbeiter von Mercy Ships hören zu, knüpfen Beziehungen und arbeiten mit der lokalen Gesundheitsbehörde und örtlichen Hilfsorganisationen zusammen, um die konkreten medizinischen Bedürfnisse des Landes kennenzulernen. Schließlich mündet dieser Prozess in die Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung unter Berücksichtigung der Ziele der Weltgesundheitsorganisation.

● Zweites Jahr: Besseres Verständnis der medizinischen Bedürfnisse durch Auswertung der lokalen Recherchen. Für das Einsatzland wird eine detaillierte Karte der möglichen chirurgischen Fälle erstellt, außerdem wird der Weiterbildungsbedarf für die lokalen Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen analysiert.

● Drittes Jahr: Die Africa Mercy legt im Hafen an und bietet tausenden von Menschen spezialchirurgische und medizinische Dienstleistungen an. Außerdem werden lokale Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen weitergebildet, örtliche medizinische Einrichtungen renoviert und ausgestattet und anderes mehr. Für 10 Monate bleibt das Hospitalschiff im Hafen des Einsatzlandes.

Straßenszene in der Hauptstadt Monrovia

● Viertes Jahr: Nachbereitung und laufende Unterstützung. Bewertungsberichte werden gesammelt, um zukünftige Investitionen zu unterstützen. Der medizinische Bedarf wird kontinuierlich recherchiert und die Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal soll sicherstellen, dass die Ziele erreicht werden.

● Fünftes Jahr: Resümee: Was sind die Früchte unserer Partnerschaft? Als Orientierungshilfe für weitere Bemühungen, um das Gesundheitsweisen zu verbessern, wird ein Bericht erstellt, der die Auswirkungen der chirurgischen Behandlung, die Ausbildung von lokalem Gesundheitspersonal und die Optimierungsmaßnahmen von Krankenhäusern und Kliniken bewertet.

Bisherige Einsätze in Liberia

Ein Dorfhaus in Liberia

Mit der Unterzeichnung des Abkommens hat somit der Prozess der Zusammenarbeit mit der Regierung begonnen, um den aktuellen medizinischen Bedarf Liberias zu ermitteln und die Ankunft der Africa Mercy im Jahr 2020 vorzubereiten. Das Hospitalschiff wird zehn Monate lang in Monrovia liegen. Für Mercy Ships ist dies bereits der fünfte Einsatz in Liberia; der letzte fand 2008 statt.

Bei den vier vorangegangenen Einsätzen hat Mercy Ships insgesamt mehr als 6.500 lebensverändernde und lebensrettende Operationen durchgeführt und mehr als 16.000 Patienten eine kostenlose Zahnbehandlung und Aufklärung über Zahnhygiene angeboten. Darüber hinaus wurden mehr als 60 medizinische Fachkräfte (Chirurgen, Krankenschwestern, Anästhesisten, Labortechniker, Biomedizintechniker und andere) ausgebildet sowie eine medizinische Klinik und eine Zahnklinik gebaut.

"Mercy Ships verfügt über ein solides Fundament für die Zusammenarbeit mit unserer Bevölkerung und hat unserem Gesundheitssystem enorme Ressourcen zur Verfügung gestellt", sagte Dr. Wilhelmina Jallah, Gesundheitsministerin von Liberia. "Was wir gesehen haben, was wir erlebt haben, ist unglaublich und übertrifft alles, was ich einfach in Worte fassen kann. Im Rahmen unserer eigenen Bemühungen, die medizinische Versorgung zu verbessern, sind wir Mercy Ships dankbar für die Investition in Ressourcen, Fort- und Weiterbildung, sowie für die aufrichtige Sorge um das Wohlergehen unserer Bürger.“

Auf der Krankenstation der Africa Mercy, 2008 in Liberia.

Neubeginn nach Ebola-Krise

Die 4.58 Millionen Einwohner Liberias erholen sich noch von den Folgen der zweijährige Ebola-Epidemie, die 2014 begonnen hatte, sowie dendirekten und indirekten Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Die Krankheit belastete das Land sehr und hatte damals zu mehr als 30.000 gemeldeten Erkrankten und 11.000 Todesfällen in Liberia, Sierra Leone und Guinea - wo Mercy Ships aktuell im Einsatz ist - geführt.

"Wir freuen uns, unsere Rückkehr nach Liberia zu bestätigen. Das wird unser fünfter Einsatz in dieser Nation und unser erster seit der Ebola-Krise", sagte Donovan Palmer, CEO von Mercy Ships International. "Jetzt, da unser Abkommen unterzeichnet ist, beginnen wir den wichtigen Prozess der Bewertung der bestehenden Bedürfnisse. Gemeinsam werden wir Menschen mit einem hohen medizinischen Behandlungsbedarf Hoffnung und Heilung bringen."

Alle Dienstleistungen von Mercy Ships werden kostenlos angeboten, dank Spendern auf der ganzen Welt, die das Engagement der ehrenamtlichen Helfer an Bord der Africa Mercy unterstützen. Auch Sie können Mercy Ships mit einer Spende unterstützen oder ehrenamtlich an Bord mitarbeiten.

Ein Herz für Kinder in Afrika

Weihnachts-Benefizaktion 2018 der Hectorkinder Bretten

Zum vergangenen Weihnachtfest zeigten einige Kinder der Hectorkinderakademie Bretten mit ihren Familien wieder ein großes Herz für bedürftige Kinder in Afrika. Im Rahmen des Seminars „Multimediale Entdeckungsreise durch die Kontinente“ erfuhren die Kinder unter Leitung ihrer Dozentin Dr. Monika Barton, unter welch‘ schwierigen und teils menschenunwürdigen Bedingungen viele Kinder auf unserer Welt aufwachsen müssen. Während wir hier in Deutschland im Krankheitsfall auf beste medizinische Versorgung zurückgreifen können, mangelt es daran in vielen Ländern der Welt. Dazu erschweren eine unzureichende Infrastruktur und Ausbildung sowie fehlende finanzielle Mittel die Lebenssituation der Menschen, so auch in Westafrika.

Unvorstellbar war es für die Schüler/innen, dass Jungen und Mädchen ihren Alters bei schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Leiden in diesen Ländern kaum Hoffnung auf Hilfe hatten, bis sie von Mercy Ships erfuhren und auf dem Hospitalschiff kostenlos medizinisch versorgt wurden.

Djaliou hatte einen Tumor in der Zunge und konnte daher kaum Nahrung zu sich nehmen. Er war unterernährt und drohte zu verhungern. Nach einer OP auf der Africa Mercy geht es ihm nun wieder gut. Für einen kleinen Patienten wie ihn haben die Kinder der Hectorakademie gespendet.

Gebannt lauschten die Kursteilnehmer dem persönlichen Erfahrungsbericht ihrer Dozentin, die Fotos und spannende Geschichten von ihrer eigenen Reise zur Africa Mercy nach Togo mitgebracht hatte. Dabei war das Staunen groß, mit wie wenigen Mitteln man - dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Helfer und Spenden - Leben retten kann. Eifrig machten sich die Kinder so an ihr persönliches Benefizprojekt zum Weihnachtsfest 2018, bei dem sie für ein tumorkrankes Kind selbst zu einem Hoffnungsstern wurden.

Hoffnung für ein tumorkrankes Kind

Mit viele Liebe verzierten die Kinder weihnachtliche Tannenbaum- und Sternenflaschen, die mit köstlichem Schokolikör befüllt waren, und boten diese mit ihren Eltern im Freundes- und Verwandtenkreis zum Verkauf an. Dabei waren alle Kinder sehr engagiert, namentlich erwähnt sei ausnahmsweise Laura mit ihrer Familie, die knapp 40 Flaschen verkaufte und damit erheblich zur Gesamtsumme beitrug: Stolze 1074 EUR kamen zusammen, die auf Wunsch der Hectorkinder nun für die lebensrettende Operation eines tumorkranken Kindes an Bord des Hospitalschiffes verwendet werden.

Möge das Engagement der Hectorkinder andauern und die Freude über ihr Glück sie ermutigen, weiter ein Herz für bedürftige Kinder zu haben, ob hier oder anderswo. Die Aktion hat einmal mehr gezeigt: Wenn viele kleine Schritte tun, können sie ganz Großartiges bewirken. Damit haben die Hectorkinder die Weihnachtsbotschaft Wirklichkeit werden lassen - von ganzem Herzen Danke dafür!

Im Namen des gesamten Mercy Ships-Teams Deutschland
Dr. Monika Barton
Dozentin Hectorkinderakademie Bretten, ehrenamtliche Mitarbeiterin Mercy Ships

Weiterführende Links:

Die Geschichte von Djaliou finden Sie hier.

Wenn auch Sie dazu beitragen möchten, dass Patienten wie Djaliou geholfen wird, können Sie die Arbeit von Mercy Ships mit einer Spende unterstützen.

Ist ein Einsatz bei Mercy Ships etwas für mich?

Praxistest bei einem Einführungskurs auf einem Schiff in Holland

Felicitias Mußler (rechts) mit einer anderen Teilnehmerin beim IMS Kurs. Foto: Mußler

Als Praktikantin bei Mercy Ships Deutschland e. V. bekam ich schon einen umfassenden Einblick in die Arbeitsabläufe der Hilfsorganisation. Ich wollte aber meinen Horizont erweitern und mehr erfahren. Gerne wäre ich auf die Africa Mercy gegangen, aber das war im Rahmen meines Praktikums leider nicht möglich. Deshalb suchte ich nach einer Alternative, um mehr Informationen über Mercy Ships und das Schiffsleben zu bekommen. Von einer Kollegin erfuhr ich, dass es für zukünftige Mitarbeiter der Africa Mercy und für allgemein interessierte Leute die Möglichkeit gibt, ein Wochenende lang auf einem Passagierschiff zu verbringen, das von Kampen in Holland aus in See sticht. In diesem Rahmen kann man einen tieferen Einblick in Mercy Ships bekommen. Der regelmäßig stattfindende Kurs heißt „IMS – Introduction to Mercy Ships“ (Einführung in Mercy Ships), die nächste Gelegenheit für eine Teilnahme ergab sich vom 22.bis 24. Juni. Kurzerhand meldete ich mich an.

Erste Eindrücke

Die "Siloam" im Hafen von Kampen. Foto: Mußler

Für mich begann das Abenteuer mit der Zugfahrt von Augsburg nach Zwolle. Das rund 125.000 Einwohner umfassende Städtchen liegt in der Nähe des Ijsselmeers. Die vielen neuen Eindrücke bei meinem Spaziergang durch das Städtchen ergriffen mich total – besonders gut haben mir die schmalen und verwinkelten Gässchen mit ihren wunderschönen alten und in ihrer Architektur ganz speziellen Häusern gefallen.

Am nächsten Tag fuhr ich von Zwolle nach Kampen zum Hafen. Mit der Bahn ist es nur eine knappe halbe Stunde. Freitagnachmittag sollte die „Siloam“, das Schiff, auf dem wir das Wochenende verbringen sollten, ablegen. Für rund 30 Passagiere bietet das Passagierschiff eine Schlafmöglichkeit. Tagsüber war man auf See und am Abend legte das Schiff in einem Hafen an, um auch die Küstenregion Hollands zu sehen.

Von Alize und ihrem Ehemann Arjen van der Wolf, beide Mitarbeiter im holländischen Länderbüro von Mercy Ships und Hauptorganisatoren des IMS Wochenendes, wurde ich ganz herzlich auf der "Siloam" begrüßt. Als sich alle Teilnehmer (eine gemischte Gruppe mit Teilnehmern aus ganz Europa) im Aufenthaltsraum des Schiffes versammelten, hielt Alize eine Willkommensansprache. Danach war Zeit für eine kurze Vorstellungsrunde, in der uns die Angst, Englisch zu sprechen, erstmal genommen wurde. Sie erzählte uns von Mercy Ships und wie es zur Gründung der Hilfsorganisation kam.

Wichtige Fragen klären

Gemeinsame Mahlzeiten auf der "Siloam"

Mit dem Frühstück gestärkt ging es voller Elan an das Tagesprogramm. Das Ziel des Wochenendes ist es, die Leute mit einem besseren Verständnis über Mercy Ships zu entlassen. So standen also für Samstag Themen wie „Erwartungen an Mercy Ships“, „Das Leben auf dem Schiff“, „Der Bewerbungsprozess“ und „Support Raising“ (Unterstützung sammeln/finden) auf dem Plan. Gegen Ende des Tages gab es die Möglichkeit, das Einzelgespräch mit einem der drei Referenten zu suchen, um individuelle Fragen zu klären. Der Tag war mit sehr vielen Informationen gefüllt, welche einem eine neue Sichtweise eröffnen konnten. Die übermittelten Informationen wirkten sich durchaus positiv auf einige Teilnehmer aus und bestärkten Personen in ihrer Entscheidung, auf das Schiff zu gehen. Andererseits gibt es immer wieder Teilnehmer, die für sich herausfinden, dass Mercy Ships vielleicht nicht der richtige Weg ist - schließlich kommen einige Kosten und Aufwendungen auf einen zu, welche vielleicht nicht jeder tragen kann. Jedoch wird erklärt, wie man seinen eigenen finanziellen, praktischen und geistigen Unterstützerkreis aufstellen kann. Man erfährt, welche Möglichkeiten es gibt, Unterstützer zu finden und diese mit Informationen zu versorgen.

Seefahrt auf der "Siloam"

Eine weitere Nacht auf der "Siloam" ging zu Ende. Das Sonntagsfrühstück war schon aufgetischt - heute sogar mit einem Frühstücksei. Hier lernt man vor allem wieder die kleinen Dinge zu schätzen! Schließlich lebt man nur von begrenzten Bordvorräten. Viel zu schnell verging die Zeit auf der "Siloam" und die letzten Punkte des Programms wurden zügig abgearbeitet, damit noch Zeit für ein paar gemeinsame Lieder und ein Gruppenfoto war.

Mit einem letzten gemeinsamen Gebet wurden wir dann nach Hause entlassen. Die Verabschiedung war sehr herzlich, jeder wünschte den anderen nur das Beste, seinen Weg zur Africa Mercy zu finden, und ging dann seinen Weg.

Eine wertvolle Entscheidungshilfe

Teilnehmer werden über einen Einsatz bei Mercy Ships informiert

Für mich als Praktikantin entstand ein großer Mehrwert aus dem IMS Aufenthalt. Die Vorträge und die darin enthaltenen und sehr sorgfältig ausgewählten Informationen haben mein Verständnis für verschiedene Abläufe verbessert. Meine Motivation, einen ehrenamtlichen Einsatz auf der Africa Mercy zu absolvieren, hat sich dahingegen leider gemindert, da ich mich in meinem eigentlichen Berufsfeld als Sozialmanagerin nicht mit einbringen könnte. Auch die fehlende Privatsphäre, mit der ich auf der "Siloam" schon zu kämpfen hatte, hat mir gezeigt, dass ein mehrwöchiger Aufenthalt auf dem Hospitalschiff nicht mehr für mich in Frage kommt. Ich bin der Meinung, in der Zeit auf der "Siloam" kann sich jeder schon einen guten Eindruck verschaffen über Kommunikation, Zusammenleben und Regeln. Jeder kann sich darüber bewusstwerden, ob man sich mit der Arbeit und dem Leben auf dem Schiff wirklich identifizieren kann.

Felicitas Mußler

Titelbild: Gruppenfoto Teilnehmer an der IMS im Juni 2018. Foto: Mußler

Nächster Kurs IMS Introduction to Mercy Ships: Informationen dazu gibt es hier.

04. Oktober 2018

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