Der Junge mit dem schönsten Lächeln

Wie für Laura ein Traum wahr wurde

Laura Matzka ist Kinderkrankenschwester. Ihr Vater ist Deutscher, ihre Mutter Schottin. Im Alter von 11 Jahren zog sie mit ihrer Familie von Deutschland nach Schottland, wo sie seither lebt – abgesehen von den letzten Jahren, die sie auf den Hospitalschiffen von Mercy Ships verbracht hat.

Schon als Kind wusste sie, dass sie ins Ausland wollte, am liebsten in die Mission. Mit der Zeit wurde ihr klar, dass die Krankenpflege viele Türen öffnen und ihr ermöglichen würde, Menschen zu helfen, die es am meisten benötigen. Im Interview erzählt sie von ihrem Alltag auf der Africa Mercy und von Danielo, dem Jungen mit dem schönsten Lächeln an Bord.

Laura, wie hast Du zum ersten Mal von Mercy Ships erfahren, und was hat Dich dazu bewogen, Dich zu bewerben?

Das erste Mal hörte ich von Mercy Ships durch eine befreundete Ärztin. Damals war ich noch in der Ausbildung, aber sobald ich die nötige Berufserfahrung gesammelt hatte, bewarb ich mich. Seitdem hatte ich das Glück, gemeinsam mit einer Freundin auf dem Schiff zu arbeiten – eine wirklich wunderbare Erfahrung.

Wie oft warst Du schon auf dem Schiff?

Eigentlich ist dies mein dritter Einsatz. Ich kam 2022 zum ersten Mal für vier Monate. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich noch vor meiner Abreise erneut bewarb. Nach einem Monat zu Hause kehrte ich für zwei weitere Monate in den Senegal zurück. Dann entschied ich mich, für zwei Jahre an Bord zu bleiben. Jetzt bin ich seit über zweieinhalb Jahren mit Mercy Ships unterwegs und freue mich darauf, zu sehen, wie Gott in unserem Einsatz in Madagaskar wirken wird.

Kannst Du den Moment beschreiben, als Du zum ersten Mal an Bord gegangen bist?

Ich kam zum ersten Einsatz nach der Covid-Pandemie aufs Schiff. Wir mussten eine Nacht in Isolation im Hotel verbringen und einen Test machen, bevor wir an Bord durften. Ich erinnere mich an die Aufregung, endlich dort zu sein. Seit Jahren hatte ich davon geträumt, mit Mercy Ships zu dienen und hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben. Als ich das Schiff im Hafen sah, wurde mir bewusst: Jetzt ist es real. 

„Neben der Freude verspürte ich aber auch Nervosität – wie es halt so ist, wenn man sich auf ein neues Abenteuer einlässt. Doch die Begeisterung, meinen Traum endlich zu leben, war natürlich größer.“
Laura Matzka

Dein Traum ist jetzt Realität – wie sieht Dein Alltag auf dem Schiff aus?

Mein Tag beginnt früh mit einer stillen Zeit mit Jesus, um gestärkt in den Tag zu starten. Um 7 Uhr beginnt meine Schicht. Meistens bin ich leitende Krankenschwester auf einer der Stationen, was bedeutet, dass ich keine festen Patienten habe, sondern für die Koordination und Unterstützung des Teams verantwortlich bin. Wir starten den Tag mit einem Gebet und besprechen dann die Patientenakten. Danach folgt die Visite der Chirurgen. Während einige Patienten entlassen werden, beginnen andere gerade ihren Aufenthalt und haben ihre Operation.

Ein Highlight meines Tages ist das Entlassungsfoto. Jeder Patient bekommt ein Bild mit dem Pflegepersonal und anderen Patienten als Erinnerung. Diese Bilder bedeuten ihnen unglaublich viel.

Nach der Arbeit verbringe ich Zeit mit Freunden, bastle, häkele, spiele Brettspiele oder erkunde, wenn möglich, Madagaskar – ein wunderschönes Land.

Du hast Danielo betreut – ein Junge, der mit einem Tumor kämpfte. Kannst Du uns von Eurer ersten Begegnung erzählen?

Danielo ist ein energiegeladener, fröhlicher kleiner Junge, der es liebt, mit Autos zu spielen. Anfangs war er etwas schüchtern, aber taute schnell auf, als wir gemeinsam Autos durch den Krankenhausflur flitzen ließen. Als Danielo geboren wurde, bemerkte seine Mutter Rose sofort die auffällige Geschwulst an seinem kleinen Körper. Mit jedem Jahr wuchs sie weiter – und mit ihr die Sorgen einer Mutter, die wusste, dass sie sich die nötige Operation niemals leisten konnte.

Gab es einen besonders bewegenden Moment während seiner Behandlung?

„Danielo hatte das schönste Lachen und liebte es, sich in die Arme von Menschen zu werfen.“ 
Laura Matzka

Besonders in Erinnerung bleibt mir, wie er sein Kinn auf seinen Tumor legte – es war für ihn wie ein kleines Kissen. Noch berührender war der Moment, als seine Mutter ihn nach der Operation zum ersten Mal sah. Ihre Erleichterung und Freude waren unbeschreiblich.

Viele unserer Patienten haben keine andere Möglichkeit, medizinische Hilfe zu erhalten. Mercy Ships ist für sie die letzte Hoffnung.

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der sich ehrenamtlich engagieren möchte?

Offenheit für neue Erfahrungen, Flexibilität und die Bereitschaft, sich voll einzubringen, sind viel wichtiger. Wenn Sie darüber nachdenken, sich mit Mercy Ships zu engagieren, ermutige ich Sie: Tun Sie es! Es ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Die Gemeinschaft ist international und herzlich, und die Arbeit mit den Patienten ist unglaublich wertvoll.

Danke, Laura, für Deine Zeit und Dein Engagement! Es braucht mehr Menschen wie Dich, die mutig sind und mit ihren Fähigkeiten die Welt ein Stückchen besser machen.

Wollen auch Sie ein Teil sein?

An Bord unserer Hospitalschiffe werden ehrenamtliche Fachkräfte in verschiedensten Bereichen gesucht, denn nur gemeinsam wird ein Hilfseinsatz zum Erfolg.

Wir stehen Ihnen für alle Ihre Fragen gerne telefonisch unter 0 8191 98550-14 zur Verfügung. Mehr zu unseren Stellenangeboten finden Sie hier.

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Bild von Stefanie Odersky
Stefanie Odersky

interviewte Laura Matzka über ihren Einsatz auf der Africa Mercy.

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