30 Jahre im Einsatz für Mercy Ships
Lawrence Adjei über sein Leben mit Mercy Ships
Lawrence Adjei kam 1991 das erste Mal auf eines unserer Schiffe. Nach einem Schicksalsschlag beendete er sein Engagement bei uns, um sich eine Auszeit zu nehmen. Aber letztendlich kam er wieder an Bord. Mittlerweile ist er seit 30 Jahren mit Mercy Ships im Einsatz.
„Die Reise geht weiter“ ist das Motto von Lawrence Adjei. Lawrence ist ehrenamtlicher Bootsmann auf der Global Mercy und dort Chef der Deckabteilung. Aber Lawrences Reise mit Mercy Ships begann bereits 1991. Damals schloss er sich der Crew der Anastasis an, die in Ghana in der Nähe von Lawrences Heimatort vor Anker lag. Die Anastasis war das erste Schiff von Mercy Ships und von 1978 bis 2007 im Einsatz. Lawrence war damals Fischer und fing im Auftrag japanischer Firmen Thunfisch. Als er das erste Mal von der Anastasis hörte, kamen ihm Berichte über das große Schiff verglichen mit seinem Fischerboot wie Beschreibungen eines Ufos vor. Dieses Schiff schien so wenig mit seiner Lebensrealität zu tun zu haben, dass er damit eigentlich nichts zu tun haben wollte. Aber der Gedanke an das große Hospitalschiff ließ ihn nicht los. Und nach einigen Monaten entschloss er sich, eine Ausbildung bei Mercy Ships zu absolvieren und Teil der Crew zu werden.
Seine Frau Gina kam 1995 an Bord. Als die Anastasis im Jahr 2006 ausgemustert wurde, schlossen sich beide der Africa Mercy an. Dort adoptierte das Ehepaar ihren Sohn und später ihre Tochter, die beide auf dem Schiff aufwuchsen. In den folgenden Jahren kam Lawrence mit Mercy Ships viel herum: England, Ghana, Guinea, die Elfenbeinküste und die Niederlande sind nur einige Stationen seiner Reisen.
Lebenskrise nach dem Tod von Gina
Natürlich war in dieser Zeit nicht alles schön und einfach. „2010 erkrankte meine Frau an Krebs und wir mussten das Schiff verlassen“, erzählt er. In den nächsten zwei Jahren flogen Gina und Lawrence ständig zwischen England und Ghana hin und her, immer auf der Suche nach einer geeigneten Krebstherapie für Gina. Aber keine der Behandlungen schlug an und Gina starb 2012.
Die folgenden Jahre waren hart für Lawrence. Er war oft niedergeschlagen und fühlte sich ziellos. „Ich hatte nicht mehr vor, auf ein Mercy Ships-Schiff zu gehen. Nach dem Verlust meine Frau brauchte ich eine Pause“, erzählt er. Aber nach ein paar Jahren musste er doch immer öfter an Mercy Ships denken. Er ertappte sich immer öfter bei dem Gedanken, an Bord zurückzukehren. Just in dieser Zeit fragte ihn der Kapitän der Africa Mercy, ob er nicht Lust hätte, für einen kurzen Einsatz an Bord mitzuhelfen. Am nächsten Tag saß Lawrence in seinem Auto und fuhr ins Nachbarland Benin, wo die Africa Mercy lag. Hier begann sein „Kurzeinsatz“, der mittlerweile fünf Jahre andauert.
Erfolgreiche Behandlung von Grauem Star
Lawrence‘ Familie hat eine lange Geschichte mit Mercy Ships. 1995 wurde seine Großmutter wegen der Augenkrankheit Grauer Star an Bord eines Mercy Ships operiert. Für Lawrence war das eine prägende Erfahrung.
"Meine Großmutter konnte durch die Operation nach vielen Jahren wieder sehen. Das hat mich nie losgelassen. Ich hab viele Patienten gesehen, die Dank Mercy Ships geheilt wurden und ihr altes Leben zurückbekommen haben. Aber diesmal war es meine Oma, diesmal ging es um meine Familie. Das war für mich ein unbeschreibliches Glück."
Lesen Sie hier, wie Mercy Ships Menschen mit Grauem Star hilft. Das Video unten erzählt die Geschichte von Tresor. Er war sehr jung, als er an Grauem Star erkrankte. Eine Operation bei Mercy Ships konnte ihn heilen.
Lawrence hat in der Zwischenzeit wieder geheiratet und lebt heute mit seiner Familie an Bord der Global Mercy. Lawrence wird seine mittlerweile 30-jährige Reise mit Mercy Ships fortsetzen und uns auch in Zukunft dabei helfen, Hoffnung und Heilung zu jenen zu bringen, die darauf angewiesen sind.
Was können Sie zur Arbeit von Mercy Ships beitragen? Möchten Sie als Matrose anheuern und mit Lawrence zusammenarbeiten? Sind Sie schon ein erfahrener Seemann? Oder ein Elektriker oder IT-Spezialist? Wir suchen immer engagierte Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen für unsere Schiffe. Wenn Sie mehr wissen wollen, finden Sie hier weiter Informationen.
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Bereits seit 2020 begleitet uns die Aumund Foundation als verlässlicher Förderpartner mit Vertrauen, Tatkraft und dem gemeinsamen Ziel, Kindern in Afrika neue Lebensperspektiven zu schenken.

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Vanessa Body wurde in Madagaskar geboren, machte in Bad Tölz eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitet heute am Uniklinikum München. Im letzten Jahr erfüllte sie sich einen Jugendtraum und kehrte mit Mercy Ships in ihr Heimatland zurück, um auf der Africa Mercy ihren Landsleuten zu dienen. In diesem Monat war sie Talk-Gast in der BR Abendschau und berichtete live über die Arbeit auf dem Hospitalschiff.

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ist als Referent für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit gerne im Austausch mit unseren ehrenamtlichen Fachkräften
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