Sechs Jahre Warten auf Heilung
Eine zweite Chance für N'nady
Es gibt nichts herzzerreissenderes für einen Vater oder eine Mutter, als dabei zuzusehen, wie sich ihr Kind durch alltägliche Dinge hindurchkämpft, weil es etwas hat, das es nicht kontrollieren kann. Ibrahima kennt diesen Schmerz sehr gut, weil er dies nicht nur bei einem seiner Kinder beobachten musste, sondern gleich bei zweien.
Beide litten an einer Missbildung, die als Genu Varum oder „gebeugte Beine“ bekannt ist. Diese Krankheit, die oft auf Mangelernährung zurückzuführen ist, führt dazu, dass sich die Knochen in den Beinen nach außen beugen – was das Gehen immer schwieriger und sogar schmerzhaft werden lässt.
Dem Bruder konnte geholfen werden
Jahrelang betete Ibrahima für einen Weg, den Schmerz seiner Kinder zu lindern. 2012 hörte er endlich die Nachricht, nach der er sich so gesehnt hatte: Mercy Ships war in Guinea angekommen und bot den Bedürftigen professionelle und kostenlose medizinische Behandlungen an. Während dieser Zeit konnte er seinen älteren Sohn zur Africa Mercy bringen, um seine Beine zu korrigieren. Für Ibrahima war dies eine gewaltige Gebetserhörung.
Leider war diese Behandlung damals für seine jüngere Tochter N’nady unerreichbar. Sie wohnte bei Verwandten in einem abgelegenen Dorf in einer felsigen Gegend und konnte nicht rechtzeitig zur Operation zum Schiff reisen.
Sechs quälend lange Jahre
Jahre vergingen, und während er für die Heilung seines Sohnes dankbar war, empfand Ibrahima Trauer und Schuldgefühle, dass er nicht in der Lage gewesen war, dasselbe für seine Tochter zu tun.
N’nady litt weiter unter ihrem Zustand, bald plagten sie nicht nur körperliche Schmerzen. Sie wurde unerbittlich gehänselt und der Spott, dem sie ausgesetzt war, machte Ibrahima wütend. „Ich kämpfte jeden Tag für sie. Ich schickte die anderen Kinder weg, weil sie sie zum Weinen gebracht hatten“, sagte er. „Alle ärgerten sie.“
Obwohl es schwierig war, seine Tochter in solchen Schmerzen zu sehen, gab er nie die Hoffnung auf, dass das Schiff eines Tages zurückkehren und dass sie eine Chance auf Heilung haben würde. Sechs lange Jahre mussten sie warten – bis 2018 die Africa Mercy endlich nach Guinea zurückkam. Die ganze Familie N’nadys freute sich.
"Ich war so glücklich, dass ich nicht einmal essen konnte... Ich war so aufgeregt, dass ich sehen würde, wie sie geheilt wird", erinnert sich Ibrahima.
Überschwängliche Freude
Die Begeisterung, die er empfand, muss ansteckend gewesen sein, denn nach der Operation ging es N’nady zügig immer besser, sie nahm ihre Reha-Übungen mit dem gleichen süßen, schüchternen Lächeln hin, das sie immer zeigte.
Endlich kann N’nady auf geraden Beinen gehen. Spott und Schmerzen beim Laufen sind vorbei.
Als sie das Schiff verließen, um nach Hause zurückzukehren, waren viele Wochen vergangen, doch Ibrahima sah um Jahre jünger aus.
Jetzt, da N’nady auf geraden Beinen stehen kann, ist es für sie einfacher zu gehen. Die Schmerzen und der Spott sind nun Vergangenheit. N’nady und ihr Vater sind sich einig, dass sie so schnell wie möglich wieder zur Schule gehen wird – obwohl sie unterschiedliche Ansichten darüber haben, was aus ihr werden soll. Ibrahima wünscht sich, dass seine Tochter Ärztin wird, aber N’nady träumt davon, eines Tages Schneiderin zu werden und Kleider zu nähen. Was auch immer aus ihr werden wird, N’Nady ist glücklich darüber, dass sie nun ganz andere Zukunftsaussichten hat als je zuvor.
"Ich bin für immer dankbar, dass zwei Kinder durch Mercy Ships geheilt wurden", freut sich Ibrahima. "Es hat meine Familie und mein Leben verändert."
Letzte Blogposts

Alumni-Treffen 2026 & Serienpremiere
Am Samstag, den 19. September, hatte der Mercy Ships Deutschland e. V. Alumni und Unterstützer der internationalen Hilfsorganisation zu einem besonderen Event eingeladen. In den Räumen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Augsburg hatten die rund 90 Gäste die Möglichkeit, sich auszutauschen und Neues über die Einsätze in Afrika zu erfahren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Serienpremiere von The Mercy Ships – einer Reality-Dokumentation, die ab dem 2. Oktober 2026 exklusiv auf Bibel TV ausgestrahlt wird. Die TV-Serie ermöglicht spannende Einblicke in den Alltag auf den Hospitalschiffen.

„Das ist mein Zuhause“
Liebe auf den ersten Blick war es nicht zwischen Shaniva Textor und Mercy Ships. Doch was als Zweifeln begann, entwickelte sich zu einer unglaublich positiven Erfahrung, die die 26-Jährige nie wieder vergessen wird. Als junge verheiratete Frau entschied sich die Technische Sterilisationsassistentin, ihr vertrautes Leben für zwei Monate hinter sich zu lassen. Ihren Ehemann, den Heimatort Steinen in Süddeutschland, Freunde und Familie – alles ließ sie zurück, um einem Ruf Gottes zu folgen. Leicht fiel ihr das nicht. Doch eines lernte sie schnell: Ein Zuhause kann sie überall auf der Welt finden – sogar auf einem Hospitalschiff in Madagaskar.

„Es ist ein Wunder“
Ali Naddaf (46) ist schon viel rumgekommen auf der Welt. Entsprechend erfahren ist er mit anderen Nationalitäten und Kulturen. Mit seiner Familie lebt er derzeit in Mittelhessen. Naddaf ist leitender Oberarzt für endokrine Chirurgie in der Asklepios Klinik in Lich. Der Schilddrüsenexperte setzte seine Expertise im Januar 2026 für zwei Wochen in Sierra Leone ein – an Bord der Global Mercy. Ein ehrenamtlicher Einsatz, der ihn gestärkt, motiviert und dankbar nach Hause kehren ließ – mit dem großen Wunsch, Mercy Ships in Zukunft jährlich zu unterstützen.

„Es tut gut, anderen etwas geben zu können“
Die Arbeit von Mercy Ships funktioniert nur, weil zahlreiche Menschen ein leidenschaftliches Herz für unsere Arbeit haben. Das drückt sich in vielfältigster Art und Weise aus. Unsere Einsätze werden beispielsweise auch von starken Firmen getragen, die durch ihr Firmenengagement verantwortungsbewusstes Handeln zeigen. Die Viertler GmbH ist so eine Firma. Im Interview spricht Geschäftsführer Ingo Viertler über seine Herzenshaltung.
Tags
TEILEN
TEILEN
Ähnliche Beiträge

Alumni-Treffen 2026 & Serienpremiere
Am Samstag, den 19. September, hatte der Mercy Ships Deutschland e. V. Alumni und Unterstützer der internationalen Hilfsorganisation zu einem besonderen Event eingeladen. In den Räumen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Augsburg hatten die rund 90 Gäste die Möglichkeit, sich auszutauschen und Neues über die Einsätze in Afrika zu erfahren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Serienpremiere von The Mercy Ships – einer Reality-Dokumentation, die ab dem 2. Oktober 2026 exklusiv auf Bibel TV ausgestrahlt wird. Die TV-Serie ermöglicht spannende Einblicke in den Alltag auf den Hospitalschiffen.

„Das ist mein Zuhause“
Liebe auf den ersten Blick war es nicht zwischen Shaniva Textor und Mercy Ships. Doch was als Zweifeln begann, entwickelte sich zu einer unglaublich positiven Erfahrung, die die 26-Jährige nie wieder vergessen wird. Als junge verheiratete Frau entschied sich die Technische Sterilisationsassistentin, ihr vertrautes Leben für zwei Monate hinter sich zu lassen. Ihren Ehemann, den Heimatort Steinen in Süddeutschland, Freunde und Familie – alles ließ sie zurück, um einem Ruf Gottes zu folgen. Leicht fiel ihr das nicht. Doch eines lernte sie schnell: Ein Zuhause kann sie überall auf der Welt finden – sogar auf einem Hospitalschiff in Madagaskar.

„Es ist ein Wunder“
Ali Naddaf (46) ist schon viel rumgekommen auf der Welt. Entsprechend erfahren ist er mit anderen Nationalitäten und Kulturen. Mit seiner Familie lebt er derzeit in Mittelhessen. Naddaf ist leitender Oberarzt für endokrine Chirurgie in der Asklepios Klinik in Lich. Der Schilddrüsenexperte setzte seine Expertise im Januar 2026 für zwei Wochen in Sierra Leone ein – an Bord der Global Mercy. Ein ehrenamtlicher Einsatz, der ihn gestärkt, motiviert und dankbar nach Hause kehren ließ – mit dem großen Wunsch, Mercy Ships in Zukunft jährlich zu unterstützen.