Die Crew, die die Africa Mercy zum Strahlen bringt
Hausmeister auf einem Krankenhausschiff ist vielleicht nicht der übliche Weg nach dem Schulabschluss. Aber Justus Moorlach, Corentin Gourc und Ben Harder haben mittlerweile alle drei das Gefühl, dass es genau die richtige Aufgabe für sie ist.
Ehrlicherweise hatte keiner der drei vor, zu staubsaugen, zu schrubben und zu putzen, als sie nach Optionen suchten, was sie nach ihrem Schulabschluss tun könnten. Corentin, ein 20-Jähriger Franzose, wollte „einfach etwas Nützliches für jemanden tun“. Justus, 19, kommt aus den Vereinigten Staaten und wird demnächst an der U.S. Coast Guard Academy studieren. Ben, ein 21-Jähriger Deutscher, spielte mit dem Gedanken, ein Studium im Bereich Forensik zu beginnen.
Doch aus unterschiedlichen Gründen schoben alle drei unabhängig voneinander ihre Pläne auf und machten eine unerwartete und etwas unübliche Erfahrung: Sie kümmern sich um die Sauberkeit und Ordnung auf einem Schiff und vor allem den Desinfektions- und Desinfizierungsbedarf eines schwimmenden Krankenhauses.
Gemeinschaft finden
Die lebendige Gemeinschaft war es, die Ben Harder in einer bewegten Zeit seinen Einsatz bei Mercy Ships verlängern ließ. Er kam letztes Jahr auf die Africa Mercy. Anfang 2022 kehrte er auf das Schiff zurück, nachdem er einige Monate auf der Global Mercy verbracht hatte. Wenn die Global Mercy 2023 in den Senegal zurückkehrt, um Patienten für Operationen an Bord zu nehmen, wird Ben das allererste Housekeeping-Team des Schiffes leiten.
Nachdem er für eine kurze Pause nach Frankreich zurückkehrte, kam auch Corentin wieder als Projektassistent an Bord, wo er seine Erfahrungen gewinnbringend einbringt. Auch Justus, der für kurze Zeit auf der Global Mercy ist, hofft, dass er bald wieder zurückkehren kann. „Ich bin froh hier zu sein“, sagte Justus. „Ich bin froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Ich habe es wirklich genossen. Ich würde gerne noch länger bleiben, wenn ich die Zeit dazu hätte.“ Justus beschreibt die Zeit an Bord, als Chance für ihn „ein bisschen mehr aus sich herauszukommen als sonst“. „Man lernt Menschen aus der ganzen Welt kennen und freundet sich mit ihnen an“, beschreibt er seine Erfahrungen auf dem Schiff. Justus, Corentin und Ben sind in verschiedenen Ländern aufgewachsen und sprechen unterschiedliche Sprachen. Ihre Wege hätten sich wahrscheinlich nie gekreuzt, wenn sie nicht die gleiche Mission – Hoffnung und Heilung zu bedürftigen Menschen bringen – gehabt hätten.
Stolz auf die eigene Arbeit
Für angehende Freiwillige, die sich engagieren möchten, ist die Hauswirtschaft eine gute Möglichkeit, die verschiedenen Abteilungen kennen zu lernen, die zum Betrieb eines schwimmenden Krankenhauses gehören. „Es ist schön, überall auf dem Schiff zu arbeiten und nicht nur in einem Büro oder in der Kombüse“, sagt Ben. „Wir können überall auf dem Schiff herumlaufen und alles sehen – wir kommen sogar auf die Brücke!“ Justus sagte, er habe es genossen, „im Hintergrund zu arbeiten, dabei aber das gesamte Schiff voranzubringen“.
Das heißt aber nicht, dass er sich ausgegrenzt oder unbeachtet fühlte. „Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Arbeit nicht wahrgenommen oder nicht wertgeschätzt wird“, sagt er. „Wir bekommen sehr viele Komplimente und Lob.“ Obwohl er das Putzen zu Hause als lästige Pflicht empfindet, tat er es auf dem Schiff mit großem Stolz. „Es ist schön, den ganzen Tag mit Putzen zu verbringen, weil man sofort sieht, was man geschafft hat“, sagt er. „Wenn wir gute Arbeit gemacht haben, merkt man das auf dem ganzen Schiff.“
Ben und Justus bewarben sich zunächst für andere Stellen, gingen aber in die Housekeeping-Abteilung, da dort der Bedarf am größten war. Man weiß nie, wohin einen die Freiwilligenarbeit an Bord führt! Derzeit nimmt Mercy Ships neue Bewerbungen für dringend benötigte Stellen entgegen. Sie haben ebenfalls Interesse daran, bei Mercy Ships mitzuarbeiten? Mehr Informationen finden Sie hier.
Letzte Blogposts

Die unsichtbaren Lebensretter an Bord
Dorothee Mäule ist medizinisch-technische Laborassistentin. Während ihrer Zeit an Bord der Global Mercy arbeitete sie im Labor. Sie liebt gute Gespräche, Cookies backen mit Freunden und wenn Glaube und Medizin Hand in Hand gehen. Im Interview erzählt sie uns, was sie an ihrer Arbeit so liebt.

Zweite Heimat
„Falls du die Welt, die Medizin und auch dich selbst von einer anderen Perspektive erleben möchtest – dann ist das der place to be“, schwärmt Dr. Marcin Bierc (47). Mitte April feiert der Stuttgarter Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg ein besonderes Jubiläum. Seine große Leidenschaft, zu helfen, motiviert ihn, bereits zum 15. Mal ehrenamtlich für Mercy Ships zu arbeiten. Was ihn immer wieder zurück an Bord der Hospitalschiffe führt? Die außergewöhnlichen zwischenmenschlichen Begegnungen, die besondere Atmosphäre und die Erfüllung, anderen Menschen helfen zu können.

Thierry – Strahlende Hoffnung durch Ihre Hilfe
Eigentlich ist der Madagasse mit grauem Anglerhut und schwarzem
Oberlippenbart bekannt für sein fröhliches Lachen und seine Geselligkeit.
Eigentlich liebt es Thierry, mit Freunden unterwegs zu sein, zu reden,
zu lachen. Eigentlich. Denn bereits im Alter von 25 Jahren erfuhr
sein Leben eine tragische Wendung. Zunächst kaum merklich, dann
deutlich sichtbar.

Ehrenamtliche zu Gast bei Klassik Radio
Eine Apothekerin, eine Ärztin für Innere Medizin, ein MKG-Chirurg und ein Medizintechniker. Alle sind Experten in ihren Fachgebieten. Alle verbindet die Leidenschaft, notleidenden Menschen in Afrika zu helfen. Alle haben am Sonntag, 22. März, über ihre Mercy-Ships-Einsätze gesprochen – im Klassik Radio Spezial.
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ist als Referentin für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit gerne im Austausch mit unseren ehrenamtlichen Fachkräften.
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Als ehrenamtliche Krankenpflegerin engagierte sich Petra Stein 2023 für rund drei Monate an Bord des größten zivilen Hospitalschiffes der Welt, der Global Mercy. Wir haben sie zu ihrer Zeit an Bord interviewt und nach ihren persönlichen Eindrücken gefragt.

Zwillingspower an Bord
Ruth und Tabea Nusser kommen aus Friedrichshafen am Bodensee. Die beiden Schwestern sind (zur Zeit) an Bord des Hospitalschiffs Africa Mercy in Madagaskar. Dort kommt es nicht selten vor, dass sie verwechselt werden – denn die beiden sind eineiige Zwillinge und gleichzeitig Krankenschwestern. Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz wollen sie gemeinsam Hoffnung und Heilung nach Afrika zu bringen.