Ein Hafen, zwei Länder: Mercy Ships beendet erfolgreichen Einsatz im Senegal

Die Reise der Global Mercy geht weiter

Am 20. Juni fand eine letzte Veranstaltung auf der Global Mercy statt, bevor sie sich auf die Abreise aus dem Senegal vorbereitete. Eingeladen waren Partner aus dem Senegal und Gambia, um ihnen für ihre Unterstützung während dieses Einsatzes zu danken.

Nach Jahren der Planung, des Gebets und der Vorbereitung konnte die Global Mercy ihren Einsatz 2023 im Senegal durchführen, um an Bord kostenlos Patienten zu behandeln. Alles begann mit dem berührenden Moment, als der 4-jährige Amadou auf dem Weg zur Heilung die Gangway des Hospitalschiffs hinaufging. Wochen später ging Amadou die gleiche Gangway wieder hinunter, diesmal ging er jedoch zum ersten Mal in seinem Leben auf geraden Beinen. Nun kann er gesund aufwachsen, zur Schule gehen und eines Tages selbstständig für sich sorgen.

„Nach all der Zeit, die wir mit der Ausrüstung des Schiffes verbracht haben und während es einfach nur leer war, fühlte sich das ganze Schiff mit einem Mal viel lebendiger an, wenn wir den Gang entlanggingen und Amadous Lachen hörten“, erinnert sich Caroline Mallory, eine ehrenamtliche Krankenschwester, die bei der ersten Operation an Bord war.

Historische Premiere: Patienten aus zwei Ländern

Amadou war nur der erste von vielen Patienten, deren Leben sich im Laufe dieses Einsatzes der Global Mercy im Senegal verändert hat. Dank unserer guten Partnerschaft mit der Regierung des Senegal, war es Mercy Ships möglich, Patienten sowohl aus dem Senegal als auch aus Gambia über einen Hafen zu versorgen. Das war eine historische Premiere für Mercy Ships, denn so konnten noch mehr Menschen die sichere und kostenlose chirurgische Versorgung erhalten, auf die sie dringend warteten. 

Rückkehr von Mercy Ships nach der Pandemie – Hoffnung und Heilung für Afrika

Für Mercy Ships ist es der dritte Einsatz in Folge im Senegal. Die Reise begann bereits 2018, als die Africa Mercy dem Hafen von Dakar einen kurzen Besuch abstattete und ein Jahr später zurückkehrte, um zehn Monate lang chirurgische Versorgung und Fortbildungen zu leisten. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Schiff jedoch bereits im März 2020 früher als geplant abreisen. Diese unerwartete Abreise bedeutete, dass Hunderte von Patienten mit geplanten Operationsterminen warten mussten. Während der gesamten Pandemie setzte Mercy Ships die enge Zusammenarbeit mit der senegalesischen Regierung fort und versprach zurückzukehren.

Im Februar 2022 wurde dieses Versprechen eingelöst und 695 Patienten erhielten wieder Hoffnung, als die Africa Mercy in den Senegal zurückkehrte. Später im selben Jahr legte die Global Mercy zusammen mit ihrem Schwesterschiff im Hafen an und besuchte damit zum ersten Mal den afrikanischen Kontinent. Dort wurde das neue Schiff offiziell eingeweiht und nahm außerdem medizinisches Fachpersonal für mehrwöchige chirurgische Fortbildungen an Bord auf. Mercy Ships und seine Partner hatten die Ehre, die Dakar Declaration zu unterstützen, einen von afrikanischen Ländern initiierten strategischen Plan, der den Zugang zu Chirurgie und Anästhesie in Afrika bis 2030 entscheidend verbessern soll. 

Gemeinsamer Erfolg durch ehrenamtliche Fachkräfte und Partnerschaften

In den Jahren 2019, 2020, 2022 und 2023 wurden während der Besuche der Africa Mercy und Global Mercy im Senegal 2.966 Operationen für 2.707 Patienten durchgeführt.

1.184 Ehrenamtliche aus 59 Ländern und 272 Mitarbeiter aus dem Senegal arbeiteten an Bord unserer Schiffe, um kostenlose Operationen und die Fortbildung medizinischer Fachkräfte zu ermöglichen. Auch die Unterstützung von mehr als 50 Unternehmen und vielen lokalen Partnern ermöglichte den Erfolg dieses Einsatzes.

Dank dieser gemeinsamen Anstrengungen konnte Mercy Ships fast 800 Operationen durchführen und 600 medizinische Fachkräfte fortbilden, die das senegalesische Gesundheitssystem noch lange nach dem Abschied der Global Mercy weiter stärken werden. Dazu gehören Fachleute wie Dr. Mohamed Sabounji, der derzeit zum ersten orthopädischen Kinderchirurgen des Senegals ausgebildet wird. 

Der Hilfseinsatz endet, das Engagement geht weiter

Der Einsatz der Global Mercy im Jahr 2023 ist das letzte Kapitel einer fünfjährigen Reise mit dem Senegal, aber es bedeutet nicht das Ende der Zusammenarbeit. Mercy Ships möchte die Beziehungen zur senegalesischen Regierung in den kommenden Jahren weiter ausbauen und plant die Eröffnung eines Afrikabüro in Dakar, das als Basis für die Arbeit in Afrika dienen soll.

Auch außerhalb des Senegals hat Mercy Ships durch Partnerschaften und Programme Leben verändert. In Ländern wie Togo, Guinea und Benin arbeitet Mercy Ships weiterhin mit lokalen Partnern zusammen, um zahnmedizinische Versorgung, Operationen von Grauem Star und hin zur Fortbildungen im Bereich Ernährung und Landwirtschaft zu ermöglichen.

Global Mercy bringt Hoffnung und Heilung nach Sierra Leone

Mercy Ships ist der senegalesischen Regierung dankbar für ihre Unterstützung bei der Förderung der chirurgischen Versorgung und der chirurgischen Ausbildung in Afrika. Direkt im Anschluss an diesen Einsatz geht es für die Global Mercy und ihre Crew weiter. Das Hospitalschiff wird bald in Sierra Leone eintreffen, unserem dritten Einsatzland in diesem Jahr, um noch mehr Menschen Hoffnung und Heilung zu bringen.

Vielen Dank, dass Sie einen unschätzbaren Beitrag dazu leisten, diese Mission zu ermöglichen.

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Eine Apothekerin, eine Ärztin für Innere Medizin, ein MKG-Chirurg und ein Medizintechniker. Alle sind Experten in ihren Fachgebieten. Alle verbindet die Leidenschaft, notleidenden Menschen in Afrika zu helfen. Alle haben am Sonntag, 22. März, über ihre Mercy-Ships-Einsätze gesprochen – im Klassik Radio Spezial.

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Bild von Micha Knodt
Micha Knodt

berichtet als Referent für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit gerne über die Arbeit in unseren Einsatzländern.

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