Die größte Freude jeder Mutter
ist ein gesundes Kind

Geschichten von Hoffnung und neuem Leben zum Muttertag

Die Weigerung von Müttern das Schicksal ihrer Kinder zu akzeptieren ist der erste Schritt zur Heilung

Viele dieser Mütter mussten Schicksale erdulden, die kaum zu ertragen waren. Sie mussten tatenlos zusehen, wie ihr Kind litt, weil es keine Chance gab, es zu behandeln. Hinzu kam, dass ihre Liebsten vielfach nicht mehr in die Schule gehen konnten und von ihren Altersgenossen ausgestoßen und verspottet wurden.

Die Kraft dieser Mütter, sich zu weigern, so einen Zustand als einzige Perspektive für ihr Kind anzuerkennen, ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur Heilung. Weil sie die Hoffnung nicht verloren haben, haben sie alle Hebel in Bewegung gesetzt, egal wie schwierig es war.

Lernen Sie in diesem Blogbeitrag ein paar der großartigen Mütter kennen, denen wir auf unseren letzten Einsätzen begegnet sind.

CONFORT ermöglicht ihrer Tochter eine Zukunft, in der sie sich nicht zu verstecken braucht

Als Confort die durchdringenden Schreie ihrer kleinen Tochter Gamai hörte, verwandelte sich ein normaler Morgen in den Albtraum einer Mutter. Die einjährige Gamai hatte einen Topf mit kochendem Wasser umgestoßen. Ihr ganzer Oberkörper war verbrüht worden und schon bildeten sich überall Brandblasen.

“Was mir damals mit ansehen musste, war das Schlimmste, das sich eine Mutter vorstellen kann”, berichtet Confort. “Ich bin zu ihr auf den Boden gestürzt und habe sie so fest gehalten, wie ich konnte.”

So schnell sie konnte, raste Confort mit Gamai ins Krankenhaus am Ort. Aber außer ein bisschen Salbe konnte sie sich keine Behandlung leisten.

Mit den Jahren musste Confort mitansehen, wie die Narben ihrer Tochter deren Haut immer mehr zusammenzogen. Irgendwann konnte Gamai ihre Hände und Arme kaum noch bewegen. Um sie vor dem Gespött der Leute zu beschützen, beschloss Confort, das kleine Mädchen so gut wie möglich von der Außenwelt abzuschirmen. Fast jeden Tag verbrachten die beiden allein in ihrem Haus. Die damit verbundene Einsamkeit machte Confort sehr zu schaffen:

„Ich war von einer abgrundtiefen Traurigkeit erfüllt und gleichzeitig wütend, dass meine geliebte Tochter so aufwachsen musste – ohne etwas von der Welt zu sehen.“

Aber Confort gab nicht auf und ließ nicht zu, dass Gamais Geschichte so endete. Als sie hörte, dass ein „Mercy Ship“ nach Guinea kommen und vielleicht ihrer Tochter eine kostenlose Operation ermöglichen würde, brachte sie die mittlerweile Vierjährige mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf das Hospitalschiff.

Der Heilungsprozess war nicht so ganz einfach, sondern langwierig und schwierig. Gamai hatte nach der Operation und während der Reha immer wieder große Schmerzen. Wenn Confort ihre Tochter dann wimmern hörte, kamen die Erinnerungen an den Unfall wieder hoch. Aber Confort gab die Hoffnung nie auf: “Es hat mir weh getan, mitzuerleben, welche Schmerzen sie hat, aber ich wusste, dass es notwendig war.”

Es dauerte Monate, bis Gamai ihre Hände und Arme wieder vollständig bewegen konnte und ohne Angst oder Schmerzen ganz normal vor die Tür gehen konnte. Aber die Geduld hat sich gelohnt: “Ich bin überglücklich, dass Gamais Zukunft jetzt nicht mehr hinter verschlossenen Türen liegt”, sagt Confort.

FATMATA überwand ihre Angst. Gemeinsam mit Mercy Ships besiegte sie den Grauen Star ihrer Tochter

Aicha war gerade mal ein paar Monate alt, als ihre Mutter, Fatmata, feststellte, dass etwas mit dem Sehvermögen ihres Babys nicht stimmte. Als das Mädchen zu krabbeln begann, konnte sie die für den Grauen Star typischen Trübungen in ihren Augen erkennen.

Die Trauer über die Blindheit ihrer Tochter mischte sich mit Hilflosigkeit, weil sie sich keine Operation leisten konnte. Jeden Tag arbeitete sie auf dem Markt, Aicha auf ihren Rücken geschnallt. Es kostete sie große Kraft, wegzuhören, wenn Passanten ihr Baby als Hexe bezeichneten.

Fatmata hatte große Angst und wollte nicht zulassen, dass Fremde Aicha berührten. Aber schließlich gewann die Hoffnung die Oberhand über die Furcht. Die Mutter beschloss ihre Tochter zur Voruntersuchung in eine Mercy Ships-Augenklinik zu bringen. Dort machte man ihr Mut und sagte, Aicha hätte gute Chancen, als Patientin für eine Katarakt-OP ausgewählt zu werden.

Nachdem der Eingriff dann erfolgreich überstanden war, gab es für sie keinen Grund mehr zur Trauer. Vielmehr freute sich Fatmata über die Maßen, wenn sie sah wie Aicha laufen lernte und sie stolz mit klaren Augen anstrahlte.

„Sie war ein ganz neuer Mensch. Sie hat getanzt und gelacht…Sie war krank und jetzt ist sie gesund. Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin.“

FRANCOISE rettete mit ihrem Einsatz ihrem Sohn das Leben

Francoise machte eine Erfahrung, die man keiner Mutter wünscht. Sie musste mit ansehen, wie der Tod seine Kreise immer enger um ihr neugeborenes Baby, Paul Pascal, zog. Er wurde mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren. Weil er mit diesem Handicap nicht saugen konnte, war es für ihn nur schwer möglich zu trinken und Nahrung aufzunehmen. Bald war sein Gewicht lebensbedrohlich niedrig. „Wir hatten solche Angst…wir dachten er würde sterben.“ Nacht für Nacht wachte die junge Mutter bei ihrem hungrigen Säugling. Wenn er schrie, wiegte sie ihn und versuchte wieder und wieder ihn zu füttern, damit er eine Chance hätte zu überleben.

Als die Africa Mercy in Kamerun anlegte, rannte Francoise so schnell es ging zum Hafen und bat um Hilfe. Die Pfleger brachten ihr Baby an Bord, noch bevor die Klinik überhaupt geöffnet hatte. Sie erkannten, dass es bei Paul Pascal um Leben und Tod ging. Auf dem Schiff gab es die Möglichkeit den kleinen Patienten mit Nahrung zu versorgen. Francoises Tränen wurden nun zu Freudentränen. Sie konnte zusehen, wie gut sich ihr kleiner Sohn nun entwickelte. Seine Backen wurden voller, seine Haare wuchsen, und bald war er kräftig genug für die Operation.

Als es schließlich Zeit wurde, das Schiff zu verlassen, feierte Francoise ein Fest, von dem Sie nie geglaubt hatte, dass es stattfinden würde: Den ersten Geburtstag ihres Kindes. Für Francoise steht fest: „Gott hat Paul ein neues Leben geschenkt!“

Muttertag, ein Tag für starke Frauen

Jede dieser Geschichten ist einzigartig. Doch sind diese Frauen weder Einzelfälle noch sind sie allein. In all den Jahren, in denen Mercy Ships sich für die Ärmsten der Armen einsetzt, sind den ehrenamtlichen Mitarbeitern viele solche Frauen begegnet. Sie waren mutig, geduldig und hatten Gottvertrauen. Sie hörten nie auf, sich für das Leben ihrer Liebsten einzusetzen. Sie verloren nie die Hoffnung, dass ihre Kinder einmal laufen, sehen oder lächeln würden. Diese Mütter haben dafür gesorgt, dass sich die Welt verändert. Für ihre Kinder, für ihre Familien und für ihr ganzes Umfeld.

Denken wir diesen Muttertag an diese starken Frauen!

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Markus Wittmer
Markus Wittmer
Markus Wittmer berichtet als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig über die Hilfseinsätze und Entwicklungszusammenarbeit von Mercy Ships.

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