„Tell God Tenki“
Ein Teil von etwas Größerem auf der Global Mercy
Maren Jesske (33) ist Pflegefachkraft aus Haßloch in Rheinland-Pfalz und bereits zum vierten Mal mit Mercy Ships unterwegs. Auf dem Hospitalschiff Global Mercy setzt sie sich für Menschen ein, die kaum Zugang zu medizinischer Hilfe haben – mit Herz, Kompetenz und unerschütterlicher Hingabe. In unserem Gespräch mit ihr, erzählt sie von bewegenden und schweren Momenten und einer Erkenntnis, die ihr Leben verändert hat.
Einer der kleinen Patienten, die Maren auf der plastischen Chirurgie betreute, war ein etwa vierjähriger Junge. Nach einer schweren Verbrennung war sein Gesicht durch Narben so entstellt, dass er ein Auge nicht mehr vollständig schließen konnte. Der Junge fiel auch durch sein soziales Verhalten auf: Er sprach kaum, suchte viel Körperkontakt und reagierte gleichzeitig schnell aggressiv. Als Maren ihm eines Tages sein Lieblingsspielzeug wegnehmen musste, weil die Verletzungsgefahr zu groß war, war er vor Frust und Wut kaum zu beruhigen.
Doch am nächsten Tag streckte er ihr wieder seine kleinen Hände entgegen. Maren nahm ihn auf den Arm und ging mit ihm Richtung Veranda, hinaus an die frische Luft. Leise begann sie zu singen – erst zögernd, dann etwas sicherer. Plötzlich stimmte der Junge mit ein. Seine helle, brüchige Stimme durchbrach die Stille, und für einen Moment schien die Zeit stillzustehen.
„Tell God Tenki – sage Gott Danke“, ein Lied, das auf dem Hospitalschiff in Sierra Leone oft gesungen wird. Der Kleine hatte zuvor kaum gesprochen und plötzlich sang er. Gänsehaut. „Solche Momente vergisst man nie“, erzählt Maren.
Helfen auf höchstem Niveau
Maren, die schon mit einigen anderen Hilfsorganisationen unterwegs war, schätzt die hohe Qualität und Sicherheit an Bord: modernes Material, genügend Personal, klare Abläufe. „Ich weiß, dass ich hier alles habe, um gute Pflege zu leisten – das richtige Material, genug Personal, ein sicheres Umfeld.“
Ganz anders waren ihre Erfahrungen in staatlichen Krankenhäusern auf dem Land: fehlende Medikamente, unzureichende Ausstattung, vermeidbare Todesfälle. Ein Erlebnis hat sich eingebrannt – ein Kind mit Blinddarmentzündung starb, weil kein Kinderchirurg vor Ort war. „Das zeigt mir, wie wichtig unsere Arbeit ist“, sagt Maren. Ein weiterer Punkt, den Maren an Mercy Ships schätzt: Mercy Ships rettet nicht nur Leben, sondern sorgt auch für nachhaltige Hilfe durch die Fortbildung lokaler Ärzte und Pflegekräfte. Oft kommen diese auch auf das Hospitalschiff, um dort von internationalen Kolleginnen und Kollegen zu lernen. Diese Zusammenarbeit beschreibt sie als besonders wertvoll und nachhaltig.
Ein Herz für Kroo Bay
An freien Tagen engagiert sich Maren im Slum Kroo Bay, einem der ärmsten Viertel Freetowns. Bis zu 17.000 Menschen leben dort ohne Strom und fließendes Wasser, in Hütten aus Wellblech und Holz. Viele Kinder müssen bereits mit vier Jahren auf der Straße arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen.
Gemeinsam mit der Organisation Word Made Flesh Sierra Leone hilft Maren vielen Familien, die sich keinen Arztbesuch leisten können. Das Projekt begleitet 70 Kinder und Jugendliche, finanziert Schulgebühren, Mahlzeiten und Nachhilfe, bis sie selbstständig ins Berufsleben starten können.
Dankbarkeit, die bleibt
Jeder Einsatz verändert Maren. „Nach jedem Einsatz gehe ich irgendwie demütiger nach Hause. In Deutschland beschweren wir uns oft so schnell – hier bin ich einfach dankbar. Für Gesundheit, für sauberes Wasser, für Medikamente.“ Und sie spricht auch von einer besonderen Atmosphäre an Bord: „Niemand redet schlecht über andere. Alle helfen sich gegenseitig. Diese Menschlichkeit nimmt man mit.“
Teil von etwas Größerem
Für Maren ist klar: „Auf der Global Mercy kann ich sicher arbeiten und gezielt helfen.“ Für viele Menschen in Sierra Leone ist Mercy Ships die einzige Chance auf medizinische Hilfe. Ihr Fazit: „Ich kann’s nur empfehlen. Man ist in einer sicheren Umgebung, kann gezielt helfen – und wird Teil von etwas Größerem.“
Vielen Dank, Maren, für Deinen Einsatz und dieses Gespräch!
Auch Teil von Mercy Ships werden
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interviewte Maren Jesske zu ihrem Einsatz auf der Global Mercy.
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