Im Einsatz für seine Landsleute

Talla Gueye

Talla Gueye ist ein junger Senegalese, der schon einige Jahre für Mercy Ships arbeitet und so den Menschen in seinem Heimatland hilft. 

Talla Gueye ist ein Mensch, der Dinge selbst in die Hand nimmt und Probleme lösen möchte. Und eines der Probleme, die er in seinem Heimatland Senegal sah, ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Dieses Problem wollte er lösen, denn Verantwortung zu übernehmen, ist eine große Motivation für ihn.

Und so entschied er sich, eine Modemarke zu gründen. Er nannte sie Sigui Doxx, ein Begriff aus seiner Muttersprache Wolof, der „Kopf hoch“ bedeutet. Seine Mutter ist eine große Inspiration für ihn, da sie ihm stets Mitgefühl und Nächstenliebe vorlebt. Auch deshalb entschied er sich, ins soziale Unternehmertum einzusteigen. „Jedes Mal, wenn sie kocht, stellt sie einen großen Topf mit Essen vor die Tür, von dem sich jeder in der Nachbarschaft bedienen darf. Wenn einer unserer Verwandten Probleme oder finanzielle Schwierigkeiten hat, kommt er bei uns unter“, erzählt Talla.

Heute bringt Talla seine Nächstenliebe und unternehmerisches Wissen in seine Arbeit bei Mercy Ships ein, wo er als Übersetzer zwischen den Patienten und den Mitarbeitern im Krankenhaus an Bord vermittelt.

Hilfe in der Pandemie

2019 hörte Talla das erste Mal über eine Stellenausschreibung von Mercy Ships. Die Africa Mercy war auf dem Weg in den Senegal und Mercy Ships benötigte Senegalesen, die gut Englisch sprechen. Je mehr Talla über Mercy Ships las, desto größer wurde sein Wunsch, Teil dieser Arbeit zu werden. „Ich habe mir schon immer eine Arbeit gewünscht, die mit meinen Werten übereinstimmt“, sagt er. Dank seines Universitätsabschlusses in englischer Literatur passte er perfekt und wurde Teil der Crew.

Doch er hatte gerade erst seinen Dienst angetreten, da musste die Africa Mercy den Senegal wegen der Coronapandemie wieder verlassen. Es sollte zwei Jahre dauern, bis das Schiff endlich zurückkehren würde.

In dieser Zeit engagierte sich Talla ehrenamtlich und unterrichtete Schüler, die aufgrund der Pandemie nicht mehr zur Schule gehen konnten. Und als er bemerkte, dass sich viele Menschen keine Masken oder Desinfektionsmittel leisten konnten, startete er Spendenaufrufe, um diese Produkte kostenlos anbieten zu können.

Mehr als übersetzen

Als Mercy Ships 2022 in den Senegal zurückkehrte, begann Talla im Krankenhaus zu arbeiten. Schnell merkte er, wie groß der Bedarf an guter chirurgischer Versorgung in seinem Heimatland ist. „Ich lernte Menschen kennen, die aus den abgelegensten Orten tagelang anreisten, um sich operieren zu lassen“, erinnert er sich. „Ich habe mein ganzes Leben in Städten gelebt und es war für mich selbstverständlich, ein Krankenhaus zu erreichen. Aber dann lernte ich Patienten kennen, die Jahre oder sogar Jahrzehnte mit Tumoren gelebt hatten, weil sie keine Hilfe bekommen konnten. So traurig ich über diese große Not war, so stolz war ich auch, bei Mercy Ships zu arbeiten und helfen zu können“, erklärt er.

„Ich erkläre den Ärzten, welche Symptome die Patienten beschreiben und gebe die Anordnungen der Ärzte an die Patienten weiter. Meistens arbeite ich aber mit den Pflegekräften zusammen und helfen ihnen, eine Bindung zu ihren Patienten herzustellen“, beschreibt Talla seine Arbeit. Er ist aber nicht nur ein Sprachvermittler, sondern eine Art Übersetzer von Kulturen. Viele unserer Patienten haben noch nie ein Krankenhaus von innen gesehen und sind dementsprechend ängstlich. Und das medizinische Personal an Bord ist es von ihrer Arbeit zu Hause nicht gewohnt, mit Patienten zu tun zu haben, die noch nie in ihrem Leben mit einem Arzt oder Pfleger gesprochen haben.

Mercy Ships ist auf einheimische Mitarbeiter wie Talla angewiesen, die nicht nur Sprache übersetzen, sondern auch die kulturellen Gepflogenheiten ihres Heimatlandes für Ehrenamtliche aus der ganzen Welt verständlich machen. Gerade im Krankenhaus ist das besonders wichtig.

Spürbare Veränderung

An einem typischen Arbeitstag begleitet Talla die Ärzte bei der Visite, spielt mit Kindern, wenn ihre Eltern mal eine Pause benötigen, hilft beim Wechseln von Verbänden und notiert Vitalwerte. Die schönsten Momente sind für ihn, wenn Patienten nach ihrer Operation geheilt nach Hause entlassen werden. „Man sieht jedem Einzelne die Veränderung an. Wenn sie an Bord kommen, sind sie verängstigt. Doch wenn sie gehen, lächeln sie und sind unbeschwert“, sagt er lachend.

Die ehrenamtliche Krankenschwester Ellee Rollings aus den USA arbeitet viel mit Talla zusammen. Sie sah, wie er sich schnell den Ruf erwarb, verlässlich zu sein. „Talla ist einfach sehr hilfsbereit und hilft, wo er kann. Einmal nahm er sich die Zeit, einer jungen Patientin die Zehennägel zu lackieren, weil sonst niemand Zeit hatte“, sagt sie.

Einsatz auf der Global Mercy

2023 kam dann unser neues Hospitalschiff Global Mercy nach Dakar, um Patienten aus Senegal und Gambia aufzunehmen. Wieder war Talla dabei: „Ich wollte noch einmal Teil dieser tollen Mission, Hoffnung und Heilung zu bringen, sein.“ Doch dieses Mal wollte er nicht im Krankenhaus arbeiten, sondern als Leichtmatrose an Deck. „Das ist eine ganz andere Abteilung und ich muss viele neue Dinge lernen. Aber ich mag Herausforderungen“, begründet Talla seine Entscheidung.

Sie können helfen!

Talla bringt zwar keine Ausbildung in diesem Bereich mit, aber während seiner Zeit auf der Africa Mercy hat er viel Zeit mit der Deckmannschaft verbracht. Das weckte seine Neugier und den Wunsch, mehr über die technische Arbeit auf einem Schiff zu lernen. Doch die Arbeit an Deck ist für Talla mehr als nur der nächste Karriereschritt. Er sagt, es sei zwar eine andere Aufgabe, aber er empfinde immer noch dasselbe Gefühl der Erfüllung wie bei seiner Arbeit im Krankenhaus: „Ich habe zwar nicht direkt mit Patienten zu tun, aber ich trage dazu bei, das Schiff sauber zu halten, damit sie einen angenehmen Aufenthalt haben und sich erholen können.“

Wenn er nicht an Bord arbeitet, konzentriert sich Talla weiterhin auf sein Bekleidungsgeschäft, das er ausbauen möchte. Sein Engagement, anderen zu helfen und einen positiven Einfluss auf seine Mitmenschen zu haben, ist nach wie vor eine wichtige Motivation für ihn.

Wollen Sie auch Teil von Mery Ships werden und daran mitarbeiten, Hoffnung und Heilung zu bringen und mit Menschen wie Talla zusammenarbeiten? Sehen Sie sich unsere Stellen an Bord an! 

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Bild von Micha Knodt
Micha Knodt

ist als Referent für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit gerne im Austausch mit unseren ehrenamtlichen Fachkräften

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