Weihnachten auf dem größten Hospitalschiff der Welt
Fern von zu Hause im Einsatz für die Ärmsten der Armen
Während in Europa die ersten Schneeflocken fallen, beginnt an Bord der beiden Hospitalschiffe am Samstag vor dem ersten Advent eine besondere Tradition: Die Crew schmückt gemeinsam die Gänge, Aufenthaltsräume und sogar Teile des Außendecks. „deck the halls“ ist für viele der emotionale Start in eine ganz besondere Zeit. Innerhalb weniger Stunden verwandelt sich das Schiff in ein kleines Weihnachtsdorf – warm, bunt und leuchtend, mitten im tropischen Klima. „Man vergisst fast, dass draußen 30 °C sind“, erzählt Linda Lauermann lachend. „Es fühlt sich wirklich an wie eine andere Welt.“
Es geht schon im Hochsommer los
Seit dem Spätsommer 2025 ist Linda nach ihrem langjährigen Einsatz bei Mercy Ships wieder zurück in Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel arbeitete sie viele Jahre auf den Hospitalschiffen in Afrika und erlebte dort bereits zahlreiche Weihnachtsfeste mit. Zuletzt leitete sie den Bereich „Hotel Service Management“ auf der Global Mercy in Sierra Leone und war damit unter anderem für die Gästebetreuung, die Instandhaltung der Kabinen, die Küche, das Wohlbefinden aller Gäste und Crewmitglieder und vieles mehr verantwortlich. Die ehrenamtliche Crew lebt während des gesamten Einsatzes auf dem Schiff. Deshalb spielen eine gute Organisation und Wohlfühlatmosphäre eine wichtige Rolle – letztlich stärken sie den Zusammenhalt und die Gemeinschaft an Bord.


Bereits im Hochsommer beginnt die Vorbereitung auf die Weihnachtszeit. „Oft haben wir schon im Juli oder August angefangen, alles zu organisieren“, erzählt Linda.
Während der Krankenhausbetrieb im Hintergrund weiterläuft, füllt sich im Dezember der Kalender mit Veranstaltungen, die von der ehrenamtlichen Crew mit Hingabe vorbereitet werden. Für Abteilungen wie Küche, Bordservice oder Hauswirtschaft bedeutet das: Der normale Arbeitsalltag läuft weiter, während gleichzeitig fast jeden Abend ein weiteres Event geplant und umgesetzt wird. „Der Dezember ist wunderschön“, sagt Linda, „aber auch unglaublich intensiv.“ Gemeinsam mit ihrem Team setzt sie alles daran, das Heimweh der Ehrenamtlichen ein wenig zu lindern und für alle Patienten eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit zu schaffen.
Zauberhafte Adventsabende mit Traditionen aus aller Welt
Die Abende an Bord sind liebevoll gestaltet. Über das ganze Schiff zieht der süße Duft von Zuckerguss, während internationale Teams eifrig ihre Lebkuchenhäuser gestalten, vielleicht etwas schief, aber voller Charme. Kekse werden kunstvoll verziert, bunte Streusel tanzen durch die Luft, und Gelächter mischt sich mit Musik und Tanz.



Doch was die Adventszeit wirklich besonders macht, ist die Vielfalt der Crew: Menschen aus über 60 Nationen feiern hier zusammen. So besucht der Nikolaus das Schiff oder, wie die Niederländer sagen, Sinterklaas. Norwegische und schwedische Teammitglieder feiern „Santa Lucia“ mit flackernden Kerzen und weißen Gewändern. Beim monatlichen gemeinsamen Treffen erfüllt Musik aus aller Welt das Auditorium, begleitet von Traditionen, die von fernen Heimaten erzählen.
„Diese Abende zeigen, wie unterschiedlich Weihnachten und die Vorweihnachtszeit gefeiert werden. Und dennoch verbindet uns alle der gemeinsame Glaube an den einen Gott, der unter uns ist – gerade hier, mitten in diesem Einsatz“, sagt Linda.



Der langersehnte Weihnachtsmorgen
Zwischen Kinoabenden, gemeinsamem Adventssingen und einem besonderen Tag, an dem alle ihre Kabinen öffnen und die Crew ihre kleinen Wohnräume mit Lichterketten und Keksen schmückt, entsteht eine besondere Form von Gemeinschaft. Trotz des vollen Alltags. Und die Adventsgottesdienste werden zu Ankerpunkten in einem Monat voller Eindrücke – kleine Momente der Ruhe und Besinnung.
Und dann ist er endlich da – der Moment, auf den alle gewartet haben: der Weihnachtsmorgen. Er beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst, gefolgt von einem traditionellen Brunch. „Wir sitzen zusammen, singen, erzählen und genießen eine richtig schöne gemeinsame Zeit“, erzählt Linda begeistert.


Während die Crew die Advents- und Weihnachtszeit feiert, läuft der Krankenhausbetrieb im Hintergrund unermüdlich weiter. Operationen ruhen zwar über die Festtage, doch viele Patienten bleiben an Bord oder im Hope Center. Auch sie erleben Weihnachten mit Bastelaktionen, kleinen Geschenken und persönlichen Gesten der Crew. „Viele unserer Patienten freuen sich riesig über kleine Aufmerksamkeiten“, sagt Linda. „Besonders dann, wenn die Crew etwas Persönliches vorbereitet.“ Einige Patienten reisen über die Feiertage zu ihren Familien, andere bleiben, weil ihre Behandlung noch läuft. Das Schiff bleibt schließlich ein Krankenhaus – selbst an Weihnachten.
Weihnachten in den Einsatzländern
Auch draußen, im Einsatzland, hat das Fest eine besondere Bedeutung. So wie in Sierra Leone. Weihnachtsgottesdienste stehen im Mittelpunkt, und viele Familien sparen für ein besonderes Kleidungsstück oder ein Essen, das es sonst nicht gibt.
„Dieser Fokus auf Gemeinschaft und Glaube hat mir gezeigt, wie leicht wir in Europa vergessen, worum es eigentlich geht“, sagt Linda. „Die Freude ist so ehrlich, selbst wenn Menschen fast nichts besitzen.“


Für viele Ehrenamtliche wird dieses gemeinschaftliche Weihnachtsfest zu einem der intensivsten Erlebnisse des gesamten Einsatzes. Natürlich gibt es Momente von Heimweh. Doch die Nähe, die in diesen Wochen entsteht, macht vieles leichter.
„Man vermisst seine Familie, klar“, sagt Linda. „Aber du bist jeden Tag um Menschen, die dieselben Höhen und Tiefen erleben. Und plötzlich fühlt es sich ganz normal an, Weihnachten mit Menschen aus der ganzen Welt zu feiern.“
Weihnachten auf einem Mercy Ships-Schiff hat seine eigenen Traditionen, seine eigenen Klänge und Düfte und vor allem seine eigene Art, Menschen zusammenzubringen.
„Dieses Jahr werde ich es sehr vermissen, nicht an Bord zu sein“, sagt Linda. „Die Menschen, die Gemeinschaft, die vielen kleinen Momente. Zu Hause kann ich meine Wohnung schmücken, aber ein ganzes Schiff gemeinsam weihnachtlich zu verwandeln, das gibt es nur dort.“
Sie möchten mit Herz und Können Leben verändern? Mercy Ships lebt von ehrenamtlichem Engagement. Werden Sie Teil der Mercy Ships Crews und engagieren Sie sich ehrenamtlich auf den weltweit einzigartigen Hospitalschiffen.
Weitere Infos finden Sie auf unserer Website.
Wir stehen Ihnen für alle Ihre Fragen gerne telefonisch unter 0 8191 98550-14 zur Verfügung. Mehr zu unseren Stellenangeboten finden Sie hier.
Letzte Blogposts

Gemeinsam für Kinder
Bereits seit 2020 begleitet uns die Aumund Foundation als verlässlicher Förderpartner mit Vertrauen, Tatkraft und dem gemeinsamen Ziel, Kindern in Afrika neue Lebensperspektiven zu schenken.

Vanessa Body im TV
Vanessa Body wurde in Madagaskar geboren, machte in Bad Tölz eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitet heute am Uniklinikum München. Im letzten Jahr erfüllte sie sich einen Jugendtraum und kehrte mit Mercy Ships in ihr Heimatland zurück, um auf der Africa Mercy ihren Landsleuten zu dienen. In diesem Monat war sie Talk-Gast in der BR Abendschau und berichtete live über die Arbeit auf dem Hospitalschiff.

„Hier gehöre ich hin.“
„Das ist mein erster Einsatz“, erzählt Ellen-Tabea Schmid (27), die in Konstanz als Radiologieassistentin arbeitet. Für ein halbes Jahr hat sie auf der Global Mercy, dem größten privaten Hospitalschiff der Welt, mitgearbeitet. Gerade ist sie von ihrer Reise zurückgekehrt. Sie gibt zu: Die ersten Wochen waren überwältigend – unzählige Informationen, neue Abläufe, unbekannte Strukturen. Heute jedoch merkt sie, wie sehr sie in diesen Rhythmus hineingewachsen ist und wie sehr diese Zeit sie geprägt und verändert hat.

Die Africa Mercy kehrt 2026 nach Madagaskar zurück
Mercy Ships wird 2026 erneut in Madagaskar im Einsatz sein. Die Einladung zur Rückkehr nach Toamasina bedeutet, dass noch mehr Menschen Zugang zu lebensverändernden Operationen erhalten werden. Die Africa Mercy wird voraussichtlich im Mai 2026 wieder im Hafen von Toamasina anlegen, um nach einer längeren jährlichen Wartungsphase in Südafrika weiterhin spendenfinanzierte chirurgische Versorgung zu ermöglichen.
Tags
Teilen
TEILEN
interviewte Linda Lauermann zu Weihnachten an Bord
Ähnliche Beiträge

Vanessa Body im TV
Vanessa Body wurde in Madagaskar geboren, machte in Bad Tölz eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitet heute am Uniklinikum München. Im letzten Jahr erfüllte sie sich einen Jugendtraum und kehrte mit Mercy Ships in ihr Heimatland zurück, um auf der Africa Mercy ihren Landsleuten zu dienen. In diesem Monat war sie Talk-Gast in der BR Abendschau und berichtete live über die Arbeit auf dem Hospitalschiff.

Gemeinsam für Kinder
Bereits seit 2020 begleitet uns die Aumund Foundation als verlässlicher Förderpartner mit Vertrauen, Tatkraft und dem gemeinsamen Ziel, Kindern in Afrika neue Lebensperspektiven zu schenken.

Geduld, Humor und ein bisschen Mut
Sabrina ist 30 Jahre alt, kommt aus Herbstein in Hessen und hatte schon seit ihrer Teenagerzeit den Wunsch, im Ausland im medizinischen Bereich zu arbeiten. Über Mercy Ships stolperte sie eher zufällig und machte ihren Traum schließlich wahr.