Zahnmedizinische Ausbildung trotz Corona
Die Zahnklinik der Gamal-Universität in Conakry, Guinea, verfügt dank Mercy Ships über die nötigen Sicherheitsvorkehrungen, damit auch während der Pandemie Patienten behandelt werden können.
Dr. David Ugai erklärt, wie der Ausbildungsbetrieb an der Gamal-Universität fortgesetzt werden kann
Dr. Ugai, in Deutschland gelten Zahnbehandlungen hinsichtlich einer Corona-Infektion als besonders riskant. Wie wirkt sich die Pandemie auf Ihre Arbeit in Conakry aus?
Die Abläufe bei Gamal haben sich seit der Corona-Pandemie ziemlich verändert. Ursprünglich war die Universität offiziell für mehrere Monate geschlossen. Als die Universität wieder öffnete, wurden viele neue Maßnahmen eingeführt, um die Ausbreitung von COVID zu verhindern. Vor dem Betreten der zahnmedizinischen Fakultät muss jede Person ihre Hände waschen, einen kurzen Fragebogen zur Anamnese ausfüllen und ihre Temperatur überprüfen lassen. Wir verlangen von allen Mitgliedern der zahnmedizinischen Fakultät, Masken zu tragen und wir haben die Lerngruppen deutlich verkleinert.
Welche technischen Schutzmaßnahmen haben sie ergriffen?
Wir haben unsere Fakultätsklinik so eingerichtet, dass für jeden zahnärztlichen Stuhl eine Kabine zur Verfügung steht. Zuvor war unsere Klinik eine offene Umgebung, die für die Ausbildung geeignet war, aber aufgrund von COVID angepasst werden musste. Im Bild kann man gut sehen, wie die Studentin mehrere Ebenen persönlicher Schutzausrüstung trägt, um sich nicht anzustecken.
Was haben Sie getan, als die Klinik geschlossen war?
Covid hat uns kalt erwischt. Wie wohl die meisten Menschen. Als wir die Schule für einige Monate schließen mussten, haben wir in dieser Zeit das gesamte Dach der zahnmedizinischen Fakultät ersetzt (etwas, das unabhängig von der Situation im nächsten Jahr getan werden musste). Darüber hinaus konnten wir den Umbau eines Raums in ein Zahnlabor abschließen.
Der Lehrbetrieb wurde ja zunächst auf E-Learning umgestellt. Welche Erfahrungen haben sie damit gemacht?
E-Learning kann in Guinea ziemlich schwierig sein, weil die Studenten oft keinen zuverlässigen Zugang zu Strom und Internet haben. Deshalb haben wir zunächst Handbücher und Broschüren für die Studenten erstellt. Die Studenten nahmen sie zum Studium mit nach Hause und schickten uns über WhatsApp Nachrichten, wenn sie Fragen zu irgendetwas hatten. Sobald die Universität wieder geöffnet wurde, boten wir an der Schule E-Learning-Sitzungen für Kleingruppen an. Jede Sitzung dauerte etwa 3-4 Stunden. Die Studierenden kamen 1-2 Mal pro Woche. So konnten wir die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Personen begrenzen.
Das heißt, es gibt gute Chancen, dass Ihre Zahnklinik gut durch die Corona-Krise kommt?
Diese Pandemie hat uns alle auf unterschiedliche Art und Weise betroffen. Uns hier hat Sie gezwungen, einige unserer Programme in Guinea anzupassen, aber sie hat uns auch viele neue Möglichkeiten eröffnet (E-Learning, Telemedizin), an die wir vorher nie im Leben gedacht hätten. So können wir uns mit einem von der World Telehealth Initiative (WTI) gespendeten Roboter mit Fachleuten aus der ganzen Welt verbinden und diese in unsere Ausbildung einbeziehen.
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Alumni-Treffen 2026 & Serienpremiere
Am Samstag, den 19. September, hatte der Mercy Ships Deutschland e. V. Alumni und Unterstützer der internationalen Hilfsorganisation zu einem besonderen Event eingeladen. In den Räumen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Augsburg hatten die rund 90 Gäste die Möglichkeit, sich auszutauschen und Neues über die Einsätze in Afrika zu erfahren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Serienpremiere von The Mercy Ships – einer Reality-Dokumentation, die ab dem 2. Oktober 2026 exklusiv auf Bibel TV ausgestrahlt wird. Die TV-Serie ermöglicht spannende Einblicke in den Alltag auf den Hospitalschiffen.

„Das ist mein Zuhause“
Liebe auf den ersten Blick war es nicht zwischen Shaniva Textor und Mercy Ships. Doch was als Zweifeln begann, entwickelte sich zu einer unglaublich positiven Erfahrung, die die 26-Jährige nie wieder vergessen wird. Als junge verheiratete Frau entschied sich die Technische Sterilisationsassistentin, ihr vertrautes Leben für zwei Monate hinter sich zu lassen. Ihren Ehemann, den Heimatort Steinen in Süddeutschland, Freunde und Familie – alles ließ sie zurück, um einem Ruf Gottes zu folgen. Leicht fiel ihr das nicht. Doch eines lernte sie schnell: Ein Zuhause kann sie überall auf der Welt finden – sogar auf einem Hospitalschiff in Madagaskar.

„Es ist ein Wunder“
Ali Naddaf (46) ist schon viel rumgekommen auf der Welt. Entsprechend erfahren ist er mit anderen Nationalitäten und Kulturen. Mit seiner Familie lebt er derzeit in Mittelhessen. Naddaf ist leitender Oberarzt für endokrine Chirurgie in der Asklepios Klinik in Lich. Der Schilddrüsenexperte setzte seine Expertise im Januar 2026 für zwei Wochen in Sierra Leone ein – an Bord der Global Mercy. Ein ehrenamtlicher Einsatz, der ihn gestärkt, motiviert und dankbar nach Hause kehren ließ – mit dem großen Wunsch, Mercy Ships in Zukunft jährlich zu unterstützen.

„Es tut gut, anderen etwas geben zu können“
Die Arbeit von Mercy Ships funktioniert nur, weil zahlreiche Menschen ein leidenschaftliches Herz für unsere Arbeit haben. Das drückt sich in vielfältigster Art und Weise aus. Unsere Einsätze werden beispielsweise auch von starken Firmen getragen, die durch ihr Firmenengagement verantwortungsbewusstes Handeln zeigen. Die Viertler GmbH ist so eine Firma. Im Interview spricht Geschäftsführer Ingo Viertler über seine Herzenshaltung.
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